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Montag, 16. Sept. 19

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Schädelhirntrauma: Schläfrigkeit weist auf Hirnblutung hin

Bonn/Berlin - Ob Skier, Fahrrad oder Roller-Blades - je höher die Geschwindigkeit, desto höher auch das Risiko.

Schädelhirntrauma

Der Helm schützt vor schweren Schädelverletzungen. (Bild: DVR/dpa/gms).

Besonders ohne Helm droht bei einem Unfall eine Schädel- oder Hirnverletzung.

Sie kann zu Gedächtnisverlusten und Lähmungserscheinungen oder gar zum Tod führen. Doch nicht nur Leichtsinn beim Sport ist ein Risiko. „Am meisten gefährdet sind Fußgänger und Radfahrer”, sagt Prof. Wolfgang Joachim Bock von der ZNS Hannelore-Kohl-Stiftung (HKS) in Bonn, die sich für Verletzte mit Schäden am Zentralen Nervensystem einsetzt.

Besonders bei Senioren komme es auch zu Hause zu Stürzen, die ein Schädelhirntrauma (SHT) zur Folge haben. Das könne eine leichte Gehirnerschütterung sein, ein Bruch der Gesichts- oder Schädelknochen oder eine Verletzung des Gehirns, erklärt Jörg Beneker von der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands in Berlin. Laut HKS erleiden in Deutschland jährlich 270 000 Menschen ein Schädelhirntrauma.

Bei einem Sturz können durch den Aufprall Blutgefäße im Gehirn platzen, erläutert Beneker. Im schlimmsten Fall könnten Schwellungen oder Blutungen auf das Gehirn drücken und zu starken - oder sogar tödlichen - Schäden führen. Anders als eine offene Verletzung wie zum Beispiel eine Platzwunde ist eine innere Blutung oder eine Prellung des Gehirns nicht ohne weiteres zu erkennen. Allerdings gibt es auch für Laien Warnsignale, die auf eine innere Verletzung hinweisen.

„Wer nach einem Unfall benommen oder gar nicht ansprechbar ist, benötigt dringend den Rettungsdienst”, sagt Beneker. Wenn jemand nach einem Sturz auf den Kopf die Augen nicht von allein öffnet, sich nur eingeschränkt bewegen kann oder undeutlich spricht, sei dies ein ernst zu nehmendes Warnsignal für ein mögliches SHT. Weitere Indizien seien Kopfschmerzen, Verwirrung, Bewusstlosigkeit oder Erbrechen.

Neben sichtbaren Verletzungen deuten auch Blutungen aus Ohren oder Nase und blutunterlaufene Augen auf eine innere Verletzung des Kopfes hin, ergänzt Uwe Meier, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Neurologen (BDN) in Neuss. Zeigt der Gestürzte Sprachstörungen, sind laut Beneker möglicherweise Gehirnfunktionen beeinträchtigt worden.

Einen Bewusstlosen sollten Helfer warm halten und in die stabile Seitenlage bringen, damit er, falls er erbricht, nicht erstickt, sagt Beneker. Um keine weiteren Verletzungen zu riskieren, sollten sie das Unfallopfer nur schonend drehen und den Helm - falls vorhanden - nicht abnehmen. Nervenfunktionen ließen sich auch mit einfachen Tests überprüfen, sagt Bock. Zum Beispiel dadurch, ob der Verletzte an beiden Körperhälften auf Reize wie Kneifen reagiert.

Bock zufolge unterscheiden Mediziner verschiedene Grade von SHT. Die weitaus meisten Schädelhirnverletzungen sind leichte Traumata, also Gehirnerschütterungen, die häufig mit einer kurzen Benommenheit und Übelkeit einhergehen. Ist ein Unfallopfer mehr als fünf Minuten bewusstlos, müsse man von einem mittelschweren SHT ausgehen. „In so einem Fall hat das Gehirn Schaden genommen”, sagt Bock. Der Patient erhole sich aber innerhalb von 30 Tagen. Schwere Traumata hingegen können zu monatelanger Bewusstlosigkeit und Langzeitschäden führen.

Bei Kopfschmerzen oder Schwindelgefühlen in Folge eines Sturzes sei daher eine ärztliche Untersuchung dringend geboten, sagt Beneker. Ein Zeichen für Gefahr ist laut Bock eine plötzliche und anhaltende Schläfrigkeit. Sie könne entstehen, wenn sich Blut zwischen Hirnhaut und Schädelknochen staut und auf das Gehirn drückt. Damit es gar nicht erst soweit kommt, rät Bock, auf dem Fahrrad und beim Skifahren immer einen Helm zu tragen.

Stiftung für Verletzte mit Schäden des zentralen Nervensystems: www.hannelore-kohl-stiftung.de Von Sascha Reimann, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/05/08/service/gesundheit/t/rzo328899.html
Mittwoch, 18. April 2007, 9:21 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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