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Mittwoch, 18. Sept. 19

PflegeDüs­sel­dorf - Die Frage, ob ein alter oder kranker Mensch Leis­tun­gen der Pfle­gever­siche­rung bekommt und wie hoch sie aus­fal­len, wird mit Hilfe des Haus­besuchs eines Gut­ach­ters beant­wor­tet.

HühnereierWies­baden/Stutt­gart (dpa/t­mn) - Im ersten Lebens­jahr sollte in der Baby­nah­rung auf bestimmte Lebens­mit­tel ver­zich­tet werden, wenn in der nahen Ver­wandt­schaft All­ergien auf­getre­ten sind.

Mann­heim - Nach einer Ope­ration an der Bauch­spei­cheldrüse sollten sich die Betrof­fenen nicht zu fett­reich ernähren. Das rät Jürgen Klee­berg, Vor­sit­zen­der einer Selbst­hil­fegruppe für Men­schen...

Mün­chen - All­ergi­ker sollten immer ein Not­fall­set dabei haben und sich mit dem Umgang der Medi­kamente ver­traut machen. Dies berich­tet die Fach­zeit­schrift „Ärzt­liche Praxis” unter Beru­fung auf ein Exper­ten­forum beim...

Frank­fur­t/Main - Klagen Kinder oder Jugend­liche über Kie­fer­schmer­zen oder Pro­bleme beim Öffnen des Mundes, sollten Eltern das ernst nehmen. Darauf weist der Infor­mati­ons­kreis Mund­hygiene und Ernährungs­ver­hal­ten in...

Ber­lin - Kinder mit einer Neu­roder­mitis lassen sich oft mit ein paar Tricks davon abhal­ten, ihre Haut blutig zu krat­zen. Darauf weist der Haupt­ver­band der gewerb­lichen Berufs­genos­sen­schaf­ten (HVBG) in Berlin hin.

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Bis zu zwei Millionen Tablettenabhängige

Hamburg - „Das wird schon wieder”, hörte Christa H. immer, wenn sie zu ihrem Arzt in die Sprechstunde ging - und bekam zur Beruhigung Valium.

Tablettensucht

In Deutschland sind 1,4 bis 1,9 Millionen Menschen tablettensüchtig. (Bild: dpa)

Die Hamburger Altenpflegerin, damals 42 Jahre alt, war vergewaltigt worden, und die Bilder verschwanden einfach nicht aus ihrem Kopf.

Die Spritzen und Tabletten sollten ihr helfen, die innere Unruhe zu dämpfen. Dafür brauchte sie immer mehr Valium. Nach vier Jahren brach ihr Kreislauf zusammen - als Folge der Sucht. Christa H. ist kein Einzelfall: In Deutschland sind nach Untersuchungen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) 1,4 bis 1,9 Millionen Menschen von Medikamenten abhängig - ähnlich viele wie von Alkohol. Das Problem werde jedoch „kolossal unterschätzt”, sagt Rüdiger Holzbach, Chefarzt der Abteilung Suchtmedizin an der Klinik Warstein. Auf einer Tagung in Berlin (23. April) wollen Ärzte und Apotheker, Krankenkassen und Suchtexperten diskutieren, wie sie die Hilfe für Abhängige verbessern können.

Robbie Williams griff jahrelang zur Pillendose, Anna Nicole Smith starb an einem Medikamenten-Cocktail - Tablettenmissbrauch hat die Schlagzeilen erreicht. Die meisten Betroffenen bleiben jedoch anonym. Zwei Drittel der Süchtigen sind Frauen. Ihnen und den Stars ist gemein, dass sie unter hohem Leistungsdruck stehen. „Frauen haben ein anderes Verhältnis zu medizinischen Leistungen”, sagt die Psychologin Karin Mohn von der Universität Dortmund. Der Griff zur Pillenpackung, um die alltägliche Belastung in Familie und Beruf zu schultern, kann da näher liegen. Aber auch bei Männern beobachten Experten in manchen Bevölkerungsgruppen eine Zunahme der Tablettenabhängigkeit.

Christa H.s Weg in die Sucht ist für viele Betroffene typisch: Sie suchen wegen Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen oder Angstzuständen den Arzt auf. „Medikamente sind dann die Behandlungsform der ersten Wahl, sie geben den Patienten das Gefühl, dass sie ernst genommen werden”, sagt Christa Merfert-Diete von der DHS. Doch die Arzneimittel kurieren meist die Symptome, nicht die Ursachen. Die Patienten fordern daher oft mehr. Psychotrope, also auf den Gemütszustand wirkende Medikamente könnten jedoch bereits nach sechs bis acht Wochen süchtig machen, warnt die Suchtexpertin.

Pillen schlucken über längere Zeit muss nicht wie bei Christa H. zum Zusammenbruch führen, dennoch können die Folgen erheblich sein. Chefarzt Holzbach hat etwa beobachtet, dass Merk- und Konzentrationsfähigkeit sowie die körperliche Spannkraft nachlassen. Das hat auch Angelika P. erlebt, Buchhalterin aus Hamburg: „Ich habe Sachen vergessen oder aber zwei oder drei Mal gemacht. Ich hatte richtige Ausfälle.” Damals nahm die 50-Jährige Stimmungsaufheller und trank häufig. Der Arbeitgeber kündigte ihr.

Eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die Sucht nehmen Ärzte ein. „Lange mit dem Patienten sprechen wird nicht gut bezahlt”, sagt Psychologin Mohn. Zahlreiche Mediziner verordneten daher Medikamente, anstatt den wahren Problemen auf den Grund zu gehen und den Patienten womöglich zur Psychotherapie zur schicken. Die Bundesärztekammer hat im März einen ersten Schritt getan und einen Leitfaden für den Umgang mit Medikamentenabhängigen veröffentlicht.

Nicht zuletzt mangelt es auch an Therapieplätzen, die sich gezielt an Tablettenabhängige wenden. „Die meisten Angebote sind auf Alkoholiker zugeschnitten”, sagt Suchtmediziner Holzbach. Dabei unterschieden sich die Erfahrungen erheblich, zudem grenzten sich Medikamentenabhängige bewusst von Alkoholikern ab. So betont auch Christa H. noch Jahre nach dem Entzug: „Getrunken habe ich nie!”

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/05/08/service/gesundheit/t/rzo332140.html
Mittwoch, 02. Mai 2007, 9:20 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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