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Donnerstag, 14. Nov. 19

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Ein T-Shirt reicht nicht: Häufige Irrtümer beim Sonnenschutz

Bonn/Hamburg - Ein zu langes Sonnenbad kann böse Folgen haben - das hat sich mittlerweile herumgesprochen.

Sonnenschutz

Bitte reichlich: Sonnencreme muss dick aufgetragen werden. (Bild: dpa)

Sonnenbrände und übermäßige UV-Strahlung steigern das Hautkrebs-Risiko. Doch wie richtiger Sonnenschutz aussieht, darüber sind viele Irrtümer im Umlauf.

Experten zufolge unterschätzen viele immer noch die Gefahr und gehen bei schönem Wetter zu sorglos mit ihrer Haut um. So erkranken nach Angaben der Deutschen Krebshilfe in Bonn bundesweit jährlich rund 134 000 Menschen an Hautkrebs - und pro Jahr steigt die Zahl um sieben Prozent.

„Ein verbreiteter Irrtum ist, dass ein T-Shirt dauerhaft vor der Sonne schützt, weil kein Licht durch den Stoff dringt”, sagt Prof. Eckhard Breitbart von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) in Hamburg. Ein einfaches Baumwollshirt sei in der Regel so lichtdurchlässig, dass es bei starker Sonne nicht über längere Zeit vor einem Sonnenbrand schütze. Um bei schönem Wetter oder im Urlaub die Mittagssonne abzuhalten, empfehle es sich, dicht gewebte Kleidung anzuziehen oder mehrere weite Shirts im „Beduinen-Look” luftig übereinander zu tragen.

Bei Kindern sollten Eltern zudem zu zertifizierter Sonnenschutzkleidung greifen. Bei dieser ist der Lichtschutzfaktor nach dem so genannten UPF-Standard angegeben. Kleinkinder bis zu einem Alter von einem Jahr sollten Eltern grundsätzlich nicht der prallen Sonne aussetzen, sagt Eva Kalbheim, Sprecherin der Deutschen Krebshilfe. Sonnenbrand im Kindesalter erhöhe das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken.

Auch der Schutz durch Sonnenmilch werde häufig überschätzt - dadurch wiegen sich laut Breitbart viele Menschen in falsche Sicherheit, wenn sie sich eingecremt haben. So sei der angegebene Lichtschutzfaktor teilweise irreführend: Auch so genannte Sunblocker halten die schädlichen UV-Strahlen nicht gänzlich ab. „Sonnenmilch mit hohem Lichtschutzfaktor bietet daher keinen hundertprozentigen Schutz - ein Teil der UV-Strahlen kommt immer durch”, erklärt Breitbart. Zudem lasse sich die Wirkung nicht beliebig verlängern. „Wer sich zweimal am Tag eincremt, verdoppelt damit nicht etwa die Wirkungsdauer.”

Zudem wird Sonnenmilch häufig falsch angewendet: So cremen sich viele nicht nur zu spät ein, sondern benutzen auch zu wenig Creme. „In der Regel schmieren sich Urlauber nur einen Klecks ins Gesicht und auf die Schultern - dadurch ist der Schutz oft lückenhaft”, sagt Rüdiger Greinert vom Dermatologischen Zentrum Buxtehude. Um mit Sonnencreme einen wirksamen Schutz zu erzielen, müssten Sonnenanbeter aber eigentlich die halbe Tube auf ihrem Körper verteilen.

Auch beziehe sich der angegebene Lichtschutzfaktor bislang in erster Linie auf UVB-Strahlung und damit auf den Schutz vor Sonnenbrand. Studien hätten aber gezeigt, das auch UVA-Strahlen Hautkrebs verursachen können, sagt Greinert. Kunden sollten beim Kauf von Sonnencreme daher darauf achten, dass sie auch vor UVA-Strahlen schützt.

Ebenso sei es falsch, dass man im Schatten keinen Sonnenbrand bekomme, sagt Prof. Breitbart. Das Licht werde auch vom Boden und der Umgebung reflektiert und könne so die Haut verbrennen. Menschen mit empfindlicher Haut müssten sich auch dann eincremen, wenn sie sich im Freien in den Schatten setzen.

Grundsätzlich abzuraten sei vom Besuch eines Solariums als Einstimmung auf den Sommer. „Vorbräunen hilft nicht gegen Sonnenbrand, sondern belastet die Haut nur zusätzlich”, warnt Prof. Wolfgang-Ulrich-Müller, Vorsitzender der Strahlenschutzkommission (SSK) in Bonn. Zudem sei die Strahlung von Sonnenbänken häufig zu stark: So gäben Solarien teilweise das Dreifache der Strahlung ab, die in der Mittagssonne am Äquator entsteht. Zwar gelte ab August eine europaweite Regelung für die maximale Bestrahlungsstärke von Solarien. Diese betreffe aber nur Neugeräte - alte Sonnenbänke seien bislang von der Regelung ausgenommen.

Gerade Jugendlichen fehle hier oft das Problembewusstsein: „Ein brauner Teint gilt immer noch als schick”, sagt Müller. Im Schnitt nutzten immer mehr jüngere Menschen Solarien - schon Zwölfjährige gingen mittlerweile auf die Sonnenbank. Allerdings sorge die Belastung der Haut durch den Gang zur Sonnenbank dafür, dass das Risiko von Hautkrebs zusätzlich steigt.

Um ihre Haut zu schützen, müssten Deutsche aber auf einen Urlaub im Süden nicht gänzlich verzichten, sagt Breitbart. Oft reiche es schon, wenn sich Urlauber im Süden stärker den örtlichen Gewohnheiten anpassen. So lägen Touristen in Ferienländern oft lediglich mit Badehose bekleidet in der prallen Mittagssonne, obwohl ihre Haut bereits krebsrot aussieht. Darüber schütteln meist nicht nur Dermatologen den Kopf, sondern in der Regel auch die Einheimischen.

Mehr Informationen: www.brennst-du.de Von Tobias Schormann, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/05/08/service/gesundheit/t/rzo332600.html
Donnerstag, 03. Mai 2007, 17:20 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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