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Samstag, 15. Juni 13

ZukunftaussichtenBar­celo­na - Aus dem packen­den Vier­kampf um den WM-Titel in der Formel 1 werden sich nach Ein­schät­zung von Titel­ver­tei­diger Fer­nando Alonso noch ein oder zwei Fahrer vor­zei­tig ver­abschie­den.

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Alonso: Zwei oder drei kämpfen am Ende um Titel

Barcelona - Aus dem packenden Vierkampf um den WM-Titel in der Formel 1 werden sich nach Einschätzung von Titelverteidiger Fernando Alonso noch ein oder zwei Fahrer vorzeitig verabschieden.

Zukunftaussichten

Fernando Alonso während eines Gesprächs beim Großen Preis von Bahrain.

„Am Ende der WM werden wahrscheinlich nur noch zwei oder drei Fahrer um den Titel kämpfen”, prophezeite der spanische McLaren-Mercedes Pilot in einem Interview der dpa. Mindestens bis zur Saisonmitte würde das Top-Quartett mit ihm, Teamkollege Lewis Hamilton und den beiden Ferrari-Rivalen Kimi Räikkönen und Felipe Massa weiter so eng beieinander liegen. „Dann werden ein oder zwei kein Glück haben oder nicht so gute Ergebnisse erzielen wie vorher”, meinte Alonso rund eine Woche vor seinem Heimrennen, dem Großen Preis von Spanien, am 13. Mai in Barcelona.

Bis zum Europa-Auftakt haben der Spanier, Jung-Star Hamilton (England) und Räikkönen (Finnland) jeweils 22 Punkte auf dem Konto, knapp dahinter lauern Massa (Brasilien/17) sowie der deutsche Nick Heidfeld im BMW-Sauber (15). Alonso traut „Quick Nick” noch einiges zu. „Es gibt bisher eine kleine Lücke zwischen den beiden Top-Teams und BMW. Aber auf manchen Strecken wird es vielleicht keine Lücke geben. Sicherlich wird Nick noch um vordere Positionen kämpfen, wie wir in Bahrain erlebt haben”, sagte Alonso. In dem Königreich war der Rennthron-Inhaber vom Mönchengladbacher Heidfeld spektakulär überholt worden. Alonso: „Wir werden einige Rennen sehen, bei denen nicht nur McLaren-Mercedes und Ferrari, sondern auch Nick um einen Podiumsplatz und vielleicht sogar um den Sieg kämpft.”

Doch nicht nur der derzeit beste Deutsche in der „Königsklasse” hatte den Weltmeister in Bahrain (5. Platz) hinter sich gelassen. Auch Stallrivale Hamilton fuhr als Zweitplatzierter vor Alonso ins Ziel und gilt nicht erst seitdem in seiner ersten Saison und mit gerade mal 22 Jahren als Weltmeister der Zukunft. Doch von Zwist ist bei Alonso wegen der starken Konkurrenz im eigenen Lager keine Spur. Im Gegenteil: „Er verdient es, die WM-Wertung mitanzuführen”, sagte er. „Hoffentlich können wir dieses Wettkampf-Level das ganze Jahr über halten.”

Am Ende will Alonso den dritten Titel nacheinander einfahren. Zwei holte er mit dem Renault-Team, das er vor dieser Saison in Richtung McLaren-Mercedes verließ. „Ich gehe meinen eigenen Weg”, sagt er. An seinem neuen Zielort längst angekommen, will er nun mit den Silberpfeilen seinen sportlichen Lebenstraum realisieren. „Die WM drei Mal zu gewinnen wäre ganz sicher eine Erfüllung meiner Karriere. Große Namen in der Formel 1 haben drei WM-Titel: Ayrton Senna oder Niki Lauda zum Beispiel. Drei Mal die WM zu gewinnen ist etwas, das ich nie erwartet hätte.”

Wenn auch ihm der Hattrick gelingt, will er aber nicht automatisch vom Gas gehen. „Sollte ich drei Mal Weltmeister werden, werde ich es ein viertes Mal versuchen”, betonte Alonso. Dann allerdings unter neuen Vorzeichen. „Es wäre wohl nicht mehr der gleiche Druck da, eher Fahren zum Spaß”, meinte der Spanier, der 2005 mit 24 Jahren und 58 Tagen zum bislang jüngsten Titelträger in der Formel-1-Geschichte gekürt wurde.

Insgesamt gelang es erst acht Piloten, drei Mal oder mehr Weltmeister zu werden. Ganz oben in der Statistik steht Rekordchampion Michael Schumacher. Sieben Mal durfte sich der Kerpener krönen lassen, ehe er nach dem zweiten verlorenen Duell im vergangenen Jahr mit Alonso den Hut nahm. Der Spannung in der Formel 1 hat das aber keinen Abbruch getan. Im Gegenteil, findet auch Alonso. „Letztes Jahr gab es Michael. Dieses Jahr gibt es Kimi, Felipe und Lewis. Letztes Jahr war es nur ein Gegner. In diesem Jahr sind es derzeit mehrere. Vielleicht ist so alles interessanter.”

Sportlich gesehen sei es für ihn weder leichter noch schwieriger geworden ohne den langjährigen Dominator aus Deutschland. „Es ist eigentlich dasselbe. Du kämpfst immer mit Top-Autos, mehr als mit Fahrern.” Und von Wehmut nach dem Abschied Schumachers, der beim Spanien-Grand-Prix zum ersten Mal als Rennrentner ein Formel-1 Wochenende besuchen wird, auch keine Spur. „Nein”, so Alonsos unmissverständliche Antwort auf die Frage, ob er Schumacher vermisse.

Seinen bisherigen Saisonstart - ein Sieg, ein zweiter und ein fünfter Platz - bezeichnete Alonso als „gut. Und es ist sehr gut, dass wir in zwei Wertungen in Führung liegen.” Sowohl in der Fahrer- - und dort gleich mit beiden Piloten - als auch in der Konstrukteursmeisterschaft rangiert McLaren-Mercedes ganz vorn. Alonso hatte das Ergebnis schon vor seinem Wechsel, der bereits Ende 2005 nach dem Gewinn des ersten Titels bekannt gegeben worden war, vorausgesehen: „Es gibt kein Risiko, wenn ein Fahrer zu McLaren- Mercedes wechselt.” Von Jens Marx, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/05/08/sport/formel1/t/rzo332554.html
Donnerstag, 03. Mai 2007, 14:04 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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