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Mittwoch, 09. Mai 07

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Für ein Paradies vor der Haustür: Ziergärten anlegen

Bonn - Das Haus ist fertig und bezogen, und die kahle Gartenfläche blickt ihre neuen Besitzer an.

Ziergarten

Ein perfekter Ziergarten mit Stauden und Rosenbüschen. (Bild: Nickig/dpa/gms)

Alles kann darin stecken: Ein üppiger Rosengarten, eine streng minimalistische Anlage, ein Wassergarten, ein behaglicher Wohngarten.

Mit etwas Planung wird aus dem eigenen Fleckchen Erde der Traumgarten. Im Ziergarten kann der Gartenbesitzer seine Wünsche und Vorstellungen realisieren und seiner Gestaltungsfreude nachgehen. Nur die Standortbedingungen setzen Grenzen und die Nachbarn - oder zumindest das Nachbarschaftsrecht. Trotzdem stecken selbst kleine Gärtchen voller Möglichkeiten.

Am besten werden erst einmal alle Gartenträume zusammengetragen: Sollen es Rhododendren oder üppige Prachtstauden sein? Oder steht der Sinn eher nach einem englischen Garten, in dem geschnittene Hecken sich scheinbar zu Knoten verschlingen? Eine hübsche Alternative ist der Steingarten, der mit winzigen Überlebenskünstlern bepflanzt wird.

Sind alle Wünsche notiert, sollte zunächst der Standort geprüft werden. Ein wichtiger Indikator ist die Beschaffenheit des Bodens. Aber auch Licht und Schatten spielen eine Rolle. So kann der Rhododendrongarten im Schatten des Hauses angepflanzt werden. Für Steinbrech, Zwergiris (Iris pumila) und Bitterwurz ist der sonnige, aber regengeschützten Platz unterm Dachüberstand auf der Südseite des Hauses das Richtige.

Um den Sitzplatz am Haus könnten sich Rosen gepflanzt werden, aber auch Prachtstauden wie Rittersporn, Phlox und Margeriten passen hier hin. Eine Alternative ist der Gartenteich mit dicken Seerosen. Der kühle und bodenfeuchte Platz vor der Mauer zum Nachbargrundstück könnte der geeignete Standort für Blauen Eisenhut, Krötenlilien, Herbstanemonen und Elfenblumen sein.

Auf einem Gartenplan können die verschiedenen Bereiche grob mit Bleistiftskreisen eingezeichnet werden. So entsteht eine erste Übersicht über das „Was”. Im nächsten Schritt folgt das „Wie”. In einem formalen Garten steht strenge Linienführung in Kontrast zum überquellenden Grün. Spielerischer und etwas natürlicher wirken weiche Linien, in denen Pflanzungen, Beete und Rabatten angeordnet werden. Unterschiedliche Ebenen verleihen dem Garten Spannung und Größe.

Das Haus kann bei der Entscheidung helfen. Zur ausgebauten Bauernkate passt ein Wegekreuz, wie in alten Bauerngärten. Vor einem Gründerzeit-Haus machen sich Magnolienblüten, Hortensienbüsche und Rosen gut. Glas, Metall und Beton finden in streng geschnittenen Gehölzen ihre Entsprechung, werden durch Stauden mit klarer Form wie Hosta, Iris, Bambus, Rodgersien und Gräsern betont. Aber auch zu einem Betonwürfel passen dicke Pfingstrosen und üppiger Mohn. Ist der Garten groß genug, können mehrere Stile kombiniert werden. Hecken, Pergolen, Mauerscheiben, Gebüschgruppen können Gartenräume schaffen, die jeweils ihren ganz eigenen Charakter besitzen.

Ein schmaler Streifen seitlich des Gebäudes kann als winziges formales Duftgärtchen mit streng geschnittenem Rosmarin, Lavendel und Thymianpolstern gestaltet werden. Aus dem Winkel zwischen Haus und Garage könnte ein „Weißer Garten” werden - mit Buchsbaumheckchen weißen Glockenblumen, Astilben, Silberkerzen und weißbunten Hosta. Der Hauptgarten schließlich bekommt seinen Charme aus bunten Staudenrabatten, die die Rasenfläche säumen.

Für die meisten Menschen gehört der gepflegte Rasen zum Ziergarten. Er bringt Weite und vor seinem ruhigen Grün leuchten die Blüten. In kleinen Gärten kann dagegen auf den Rasen verzichtet werden. Dann ist einfach mehr Platz für die Gartenträume und oft zeigen kleine Rasenstücke wegen der häufigen Belastung nur schütteres Grün. Wird auf den Rasen verzichtet, werden gliedernde Wege und Flächen umso wichtiger. Sie bringen Struktur, Ruhe und Klarheit.

Bei allem Planen von Schönheit und Farbharmonie darf der Gartenbesitzer sich selbst nicht vergessen. Der Hauptsitzplatz gehört ans Haus, damit der Weg mit dem Kaffee-Geschirr kurz ist. Ein zweiter oder gar dritter Sitzplatz bietet vielleicht Schatten, nutzt die Abendsonne oder dient als abgeschiedenes Plätzchen. Wege, die täglich begangen werden, sollten ausreichend breit und bequem sein. Durch die Mitte oder die Diagonale müssen sie trotzdem nicht führen, selbst wenn das die kürzeste Verbindung zur Gartenhütte oder zum hinteren Gartenausgang ist. Seitlich oder im Bogen angelegt, erfüllen sie den gleichen Dienst, ohne den Garten zu zerstückeln.

Dort wo es „nur” darum geht, Pflanzen und Blüten zu betrachten, können schmale Plattenstreifen oder Schrittplatten ausreichen. Von dort aus muss allerdings auch Pflege ohne Verrenkungen möglich sein. Nicht umsonst forderte der Staudenzüchter Karl Foerster: „Mache Dein Beet nie breiter, als Du greifen kannst”. Von Helga Panten, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/05/09/magazin/t/rzo330793.html
Donnerstag, 26. April 2007, 11:20 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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