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Mittwoch, 09. Mai 07

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Hochspannung vor Steins „Wallenstein” in Berlin

Berlin - Peter Stein will sich mal wieder selbst übertreffen. „Es wächst der Mensch mit seinen größern Zwecken”, hat der Regisseur und Mitbegründer der Berliner Schaubühne am Halleschen Ufer, der am 1. Oktober 70 Jahre alt wird, schon früher einmal auf der Bühne aus dem Prolog zu Friedrich Schillers „Wallenstein” zitiert. „Denn nur der große Gegenstand vermag/Den tiefen Grund der Menschheit aufzuregen.”

Peter Stein

Peter Stein bringt Schillers „Wallenstein” in einer zehnstündigen Aufführung an einem Abend in Berlin auf die Bühne bringen.

Die drei Teile des „dramatischen Gedichts” will Stein nun in einem Kraftakt als zehnstündige Aufführung an einem Abend in wahrhaft „Wagnerschen Dimensionen” auf die Bühne stemmen. Premiere ist am 19. Mai in einer Halle auf dem Gelände einer ehemaligen Brauerei in Berlin-Neukölln, wo seit Wochen die Proben auf Hochtouren laufen und jetzt in den Endspurt gehen. Gespielt wird dann bis Oktober. Es ist ein Projekt des von Claus Peymann geleiteten Berliner Ensembles.

In den letzten Jahrzehnten war Schillers „Wallenstein” von den größeren Bühnen eher gemieden worden, in diesem Jahr gibt es neben Wolfgang Engels Leipziger Version (mit „Wallensteins Lager” am Völkerschlachtdenkmal im „Vielvölker-Rap”) und Thomas Langhoffs Inszenierung am Wiener Burgtheater also gleich drei ambitionierte Inszenierungen renommierter Regisseure des Stückes. Darin geht es um Aufstieg und Fall von Albrecht von Wallenstein, Herzog von Friedland und Generalissimus des Kaisers Ferdinand II. in Wien, dem er in einem Intrigenspiel, dem er schließlich selbst zum Opfer fällt, die böhmische Krone in Prag streitig machen will.

Nach Steins früherem Mammutprojekt mit Goethes „Faust I und II” bei der Expo 2000 nun also das Drama um den selbstherrlichen Feldherrn des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648), „des Glückes abenteuerlichen Sohn”, mit dem 63-jährigen Klaus Maria Brandauer in der Hauptrolle. Manche erwarten das „Theaterereignis des Jahres” - aber Stein und Brandauer, „kann das gut gehen?” orakeln andererseits einige Kritiker schon vorher. Brandauer selbst schwärmt während der Proben gar von einem richtigen „Skandal”.

Stein wird vor weitgehend nüchtern-kühlem Bühnenhintergrund, aber in historischen Kostümen spielen lassen („keine heutigen Warenhaus- Klamotten”). Der Regisseur sieht Wallenstein „von der Macht verblendet und von seinem Sternenglauben irregeführt”, obwohl er doch angeblich seine „Pappenheimer” kennt. Es gehe in Schillers Stück um Politik und Liebe, Macht und Ohnmacht, Treue und Intrigen, um Schicksal und die göttlichen oder wirtschaftlichen Kräfte, den freien Willen und den Zwang zur Notwendigkeit.

Aber Wallenstein wolle sich nicht entscheiden, „er will spielen, also Schauspieler sein, wie wir alle”. Doch er handelt nicht, er ist wie Hamlet der große Zauderer und Zögerer, die wirklichen Entscheidungen fallen derweilen anderswo. „Denn seine Macht ists, die sein Herz verführt/Sein Lager nur erkläret sein Verbrechen”, heißt es bei Schiller. „Das berührt uns alle, auch wenn wir keine Generäle sind, das macht Schillers Drama auch so gegenwartsnah”, meint Stein. Und was den „Kadavergehorsam” im Militär angehe: „Das ist auch in der Wirtschaft üblich”, meint Stein. So würden zum Beispiel Bankmanager aus dem „Wallenstein” sehr genau heraushören, „wie einer den andern aus dem Sattel hebt” oder „wie sie sich um Entscheidungen drücken”, wie Stein nach einer „Wallenstein”-Lesung in Frankfurt am Main sagte.

Für den 69-jährigen Regisseur ist das neue Theaterunternehmen eine „sportliche Herausforderung”, die er nach eigenen Angaben „zum beträchtlichen Teil” selbst mit den drei Millionen Euro Überschuss seiner „Faust”-Aufführungen finanziert (und die es inzwischen auch auf DVD gibt). Ursprünglich war für die Hauptrolle Gert Voss vorgesehen, was sich aber wieder zerschlug. Bruno Ganz, Protagonist der Stein-Ära an der Berliner Schaubühne vor allem der 70er Jahre, hat Stein nicht mehr angesprochen.

Er habe sich davon verabschiedet, den „Wallenstein” mit „den alten Kämpen” zu machen, wie er es noch 1996 in Salzburg für die Felsenreitschule geplant hatte. Und überhaupt das deutsche Theater heute - „ich geh da nicht mehr hin, das ist mir zu blöd, wie sich die Regisseure als Autoren gebärden”, meinte der in Italien lebende Regisseur in einem Interview. Von Wilfried Mommert, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/05/09/magazin/t/rzo333791.html
Mittwoch, 09. Mai 2007, 9:50 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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