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Die Weinbranche wird weiblich: Winzerinnen auf dem Vormarsch

Mainz - Die Weinbranche wird weiblicher.

Winzerinnen

Die Winzerinnen Janine (l.) und Jasmin Brüssel in ihrem Weinkeller. (Bild: dpa)

Während Weingüter früher nahezu ausschließlich an Söhne vererbt wurden, kommen inzwischen immer mehr Töchter zum Zuge.

„Eine Winzerin ist nichts Exotisches mehr. Man hat erkannt, das Frauen nicht nur Weinköniginnen sein können”, sagt Ruth Fleuchaus, Professorin für Weinbetriebswirtschaft an der Hochschule Heilbronn. Die Frauen-Power habe in den vergangenen zehn Jahren zwar „an Fahrt gewonnen”, die Branche sei trotzdem immer noch eine Männerdomäne - vor allem bei den Verbänden und Genossenschaften.

„Bei einigen Institutionen beobachte ich nach wie vor ein Gockel-Gehabe, Frauen gar nicht erst hoch kommen zu lassen”, sagt Fleuchaus. Umso erfreulicher sei es, dass mit Monika Reule seit 1. April eine Frau an der Spitze des Deutschen Weininstituts (DWI) in Mainz stehe. Das Institut ist der Spitzenverband der deutschen Weinvermarktung.

„Vor allem von der älteren Generation wurden Frauen in Winzerberufen oft belächelt. Inzwischen sind viele in der Branche relativ offen”, sagt Janine Brüssel, die in Bechtheim (Kreis Alzey-Worms) gemeinsam mit ihrem Vater ein Weingut führt. Dass die Tochter den Betrieb übernimmt, sei mittlerweile völlig normal, meint auch die Vorsitzende der Vereinigung „Vinissima - Frauen & Wein e.V.”, Sabine Mosbacher-Düringer im pfälzischen Forst. Sie schränkt jedoch ein: „Dies geschieht jedoch nach wie vor oft nur dann, wenn keine Söhne da sind.”

Bei Vinissima haben sich mehr als 300 Frauen aus der Weinbranche zusammengeschlossen, darunter Winzerinnen, Weinfachfrauen aus Gastronomie und Handel, Sommelièren und Fachjournalistinnen. „Vor allem in den englischsprachigen Weinbauländern wie Südafrika oder Neuseeland gibt es beispielsweise viele weibliche Kellermeisterinnen”, sagt Mosbacher-Düringer. Deutschland habe da durchaus noch Nachholbedarf. Unter den Auszubildenden zum Winzerberuf seien 1993 rund 14,5 Prozent weiblich gewesen, 1997 etwa 19 Prozent und 2007 etwa 17 Prozent.

Zwar bräuchten Frauen bei körperlich schwerer Arbeit ab und zu Hilfe - aber auch ein Winzer könne nicht alles alleine stemmen. Pluspunkte sammeln Winzerinnen nach den Erfahrungen von Mosbacher- Düringer beim Engagement: „Wenn die jungen Frauen den Betrieb übernehmen, machen sie dies oft motivierter als die Söhne. Männliche Erben leiten das Weingut manchmal nur, weil es von ihnen erwartet wird.” Vinissima sei am Anfang zwar belächelt worden, diese Zeiten seien aber vorbei. Zu anderen Weinverbänden oder Weinbruderschaften gebe es deutliche Unterschiede: „Die Männer treffen sich häufig, um gemeinsam Wein zu probieren. Das machen wir zwar auch, aber bei uns geht es sehr viel mehr um den fachlichen Austausch untereinander und um Fortbildung.”

Die 25 Jahre alte Janine Brüssel hat ebenso wie ihre Schwester Jasmin (23) von klein auf im väterlichen Betrieb mit angepackt. Als sie Weinbautechnik studieren wollte, habe dies ihrem Vater zunächst „gar nicht geschmeckt”. „Da habe ich ihn einfach vor vollendete Tatsachen gestellt”, erzählt sie. Ihre Schwester habe es genauso gemacht und studiert derzeit Weinbau in Geisenheim im Rheingau. „Früher ist mein Vater bemitleidet worden, dass er keinen Sohn hat, inzwischen wird er um seine Töchter beneidet”, sagt Brüssel.

Für Frauen sei die Entscheidung für den Winzerberuf ein „bewusster Schritt”, den sie häufig gegen Widerstände durchsetzen müssten. „Jungs machen es eher, weil es der Opa schon gemacht hat”, so Brüssel. Wenn man sich als Mädchen um eine Lehrstelle bewirbt, sei dies für viele Ausbilder nach wie vor ungewohnt. „Die wollen einen dann schon gerne vorher sehen und schauen, ob dass eine ist, die Gummistiefel trägt und mit anpacken kann.”

Die 29-jährige Tina Pfaffmann ist ebenfalls im elterlichen Weinbaubetrieb aufgewachsen. Nach einer Lehre zur Weinbau-Technikerin führt sie das Gut im südpfälzischen Frankweiler gemeinsam mit ihrem Vater Rolf. „Mein Vater wollte das Gut mangels Sohn schon aufgeben”, sagt sie. Nach ihrer Einschätzung stehen Winzerinnen nach wie vor „unter besonderer Beobachtung” von männlichen Kollegen. Daneben gebe es aber durchaus auch Vorteile, in der Weinbranche eine Frau zu sein, da Winzerinnen ihre Produkte oft besser präsentieren könnten als männliche Kollegen. Von Andrea Löbbecke, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/05/09/service/berufbildung/t/rzo333406.html
Montag, 07. Mai 2007, 15:20 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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