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Freitag, 14. Juni 13
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Meister VfB mit WM-reifer Begeisterung gefeiert

Stuttgart - 150 000 Fans feierten die neuen Fußball-Könige, erst kurz vor Mitternacht endete der Triumphzug des VfB auf dem Schlossplatz: Die siegstrunkenen Stuttgarter toppten beim vierstündigen Autokorso nach dem Gewinn seiner fünften Meisterschaft sogar die WM-Begeisterung.

Partylöwen

Timo Hildebrand (M) hält auf dem Schlossplatz die Schale, das VfB-Team feiert.

Während sich die Menschen in der Landeshauptstadt am Straßenrand vor Trainer Armin Veh, Teamanager Horst Heldt und der jüngsten Mannschaft der Bundesliga verneigten, staunte ganz Fußball-Deutschland über den Schwabenstreich. „Der VfB hat in dieser Saison Moral gezeigt und immer wieder Rückstände gedreht. Deswegen ist er ein verdienter Meister”, sagte Bundestrainer Joachim Löw als einer von 56 000 Zuschauern beim 2:1 (1:1)-Sieg gegen Energie Cottbus im Daimlerstadion.

Auch vom FC Bayern München, den der VfB um zehn Punkte hinter sich gelassen hatte, kamen Glückwünsche für den fünften Titel nach 1950, 1952, 1984 und 1992. „Sie haben eine ganz andere Philosophie, aber: „Chapeau, Stuttgart!”, erklärte Manager Uli Hoeneß. Nach einer furiosen Saison brauchten die VfB-Profis auf ihrer Gratulationstour noch einmal einen langen Atem. Auf dem Weg in die Innenstadt blieben sie in ihren Mercedes-Cabrios immer wieder stecken und stürmten erst um 23.35 Uhr auf die Bühne am Schlossplatz. Timo Hildebrand und Roberto Hilbert sangen dabei völlig entfesselt und heiser mit der Hip-Hop-Band „Fantastischen Vier” deren letzte Zugabe „Troy”. Für den Nationaltorwart, der den Verein voraussichtlich gen FC Valencia verlässt, war es der perfekte Abschied vor heimischem Publikum.

Kapitän Fernando Meira reckte den Fans nochmal die Meisterschale entgegen. „Mit der Schale fahren wir nach Berlin” und „Schade, Schalke, alles ist vorbei”, stimmte Mittelfeldspieler Antonio da Silva nicht ohne Schadenfreude in Richtung des Konkurrenten Schalke 04 an. In einem italienischen Nobel-Restaurant feierte der VfB dann im kleinen Kreis weiter. Keiner wollte in dieser unvergesslichen Nacht Kräfte fürs DFB-Pokalfinale am kommenden Samstag in Berlin gegen den 1. FC Nürnberg sparen.

„Das ist ein sehr, sehr gutes Gefühl. Wir haben die ganze Saison über konstant und leidenschaftlich Fußball gespielt”, kommentierte Veh den größten Triumph seiner Karriere. Nach dem Abpfiff war er erstmal für knapp zehn Minuten in der Kabine verschwunden. Ex- Weltmeister Guido Buchwald, der 1992 zuletzt mit dem VfB den Titel gewann, hatte die „Salatschüssel” im Stadion an Meira übergeben. Die erste Champagnerflasche köpfte Torjäger Mario Gomez.

„Wir haben ein klasse Team. Das war heute Herzinfarktgefahr”, meinte Präsident Erwin Staudt nach der Zitterpartie. Bei der Führung der Lausitzer durch Sergiu Radu (19. Minute) und dem frühen 2:0 der Schalker gegen Bielefeld hatte sich beim VfB und seinem Anhang schon Entsetzen breitgemacht. Doch Nationalspieler Thomas Hitzlsperger („Das wichtigste Tor meiner Karriere”) traf zum Ausgleich (27.). Und Sami Khedira sorgte mit seinem Kopfball zum 2:1 (63.) für die Erlösung. „Das ist unglaublich überragend. Der Spielverlauf hat den Charakter der Mannschaft gezeigt”, so der Deutsch-Tunesier. „Wir haben immer zusammengehalten, das machte den Erfolg aus”, analysierte Hitzlsperger.

Der erst 20 Jahre alte Khedira sowie Roberto Hilbert (22), Serdar Tasci (20) und Mario Gomez (21) waren die Entdeckungen in der jüngsten Meistermannschaft eines Bundesligisten seit den Gladbacher „Fohlen” 1974. „Ich freue mich generell über die Entwicklung der Spieler hier. Das zu sehen, war auch bei uns beim DFB eine Freude”, sagte Bundestrainer Löw. Auch sein Vorgänger Jürgen Klinsmann freute sich für seinen Ex-Club und lobte die Arbeit des VfB-Trainerteams: „Armin Veh hat den jungen Spielern eine Chance gegeben, vor allem auch in schwierigen Zeiten zu ihnen gestanden.”

Als die „Väter des Erfolgs” durften sich Veh und Teammanager Horst Heldt, der nach nur 16-monatiger Amtszeit seinen ersten Titel holte, feiern lassen. „Ich habe immer an den Trainer geglaubt, weil ich gesehen habe, dass er der richtige für den Verein ist”, sagte Heldt. Nun muss der Ex-Profi den Kader verstärken, um eine schlagkräftige Truppe für die Champions League auf die Beine zu stellen. Die erwarteten 20 Millionen Euro Einnahmen dürften das Vorhaben erleichtern.

Anstelle von Hildebrand wird nächste Saison der Nürnberger Raphael Schäfer beim VfB zwischen den Pfosten stehen. Nach der Ehrenrunde im Stadion griff der 28-Jährige zum Mikrofon und verabschiedete sich von den Fans, die ihn noch einmal feierten. „Ich liebe euch und werde euch nie vergessen. Ich werde die Fans, diese Mannschaft und diesen Verein, dem ich alles in meiner Karriere zu verdanken habe, nie vergessen”, sagte Hildebrand und erklärte später: „Wenn ich traurig gewesen wäre, hätte ich geweint, aber ich freue mich nur. Die ganze Saison war ein emotionaler Höhepunkt.” Von Ulrike John und Marc Zeilhofer, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/05/20/sport/fussball/t/rzo336445.html
Sonntag, 20. Mai 2007, 9:58 © RZ-Online (NewsDesk)
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