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Freitag, 14. Juni 13
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Schalke-Fans feiern Vize - „nicht nur trauern”

Gelsenkirchen - Tausenden Fans des FC Schalke 04 kullerten nach der erneut knapp verpassten Meisterschaft zwar die Tränen über die Wangen, doch die abgekämpften Profis und Trainer Mirko Slomka nahmen das endgültige Ende des blau-weißen Titeltraums relativ gefasst auf.

Himmel und Hölle

Schalke-Trainer Mirko Slomka (r) mit Manager Andreas Müller am Spielfeldrand.

„Wir sollten nicht nur trauern, sondern uns auch darüber freuen, dass wie einige Spitzenteams hinter uns gelassen haben”, sagte der Schalker Coach, der nach dem 2:1 gegen Arminia Bielefeld von einem „versöhnlichen Saisonabschluss” sprach.

Immerhin gelang es dem Revierclub, mit der fünften Bundesliga-Vizemeisterschaft nach 1972, 1977, 2001 und 2005 direkt in die Champions League einzuziehen. Nach dem Willen der Clubführung soll es nicht nur ein kurzes Gastspiel in der „Königsklasse” werden. „Wir wollen diese Geldquelle jahrelang behaupten”, betonte Slomka, der nach der neuerlichen Emotions-Achterbahnfahrt die Glückwünsche für den neuen Titelträger VfB Stuttgart nicht vergaß. „Der VfB hatte den längeren Atem. Wer zum Saisonende acht Spiele hintereinander gewinnt, steht verdient oben.” Auch der gebürtige Schwabe und Schalke-Manager Andreas Müller, als Spieler mit dem VfB 1984 Meister, gratulierte dem Konkurrenten aus der Heimat. „Glückwunsch an Armin Veh, Horst Heldt und Erwin Staudt. Was sie geschafft haben, verdient großen Respekt.”

Einigkeit im Knappen-Lager herrschte darüber, dass man die erste Meisterschaft seit 49 Jahren nicht erst beim Showdown verspielte. „Wir haben vorher fahrlässig Punkte liegen lassen”, erinnerte Müller insbesondere an das 2:2 nach 2:0-Führung beim VfL Wolfsburg oder die unnötige 1:2-Derby-Schlappe in Bochum. Der Absturz von der Spitze am vorletzten Spieltag ausgerechnet beim Erzrivalen Borussia Dortmund (0:2) war dann der negative Höhepunkt und die schmerzlichste Pleite. „Wie gut unsere Elf diese Enttäuschung weggesteckt hat, hat sie heute eindrucksvoll bewiesen”, so Müller.

So eindrucksvoll, dass das königsblaue Wunder zwischenzeitlich doch noch wahr zu werden schien. Der zuletzt stark kritisierte Lincoln nährte die Hoffnungen mit dem frühen Führungstor (11.), und nur fünf Minuten später verwandelte Halil Altintop die mit 61 482 Fans ausverkaufte Veltins-Arena in ein Tollhaus. Nach dem 1:0 von Energie Cottbus in Stuttgart war Schalke sogar kurzzeitig „virtueller Meister”. Allerdings nur für neun Minuten, bis Thomas Hitzlsperger im Ländle das 1:1 erzielte. Der VfB siegte schließlich 2:1, Schalke kassierte durch Radim Kucera in letzter Sekunde noch ein Gegentor. Müller nahm das erneut knappe Scheitern mit Galgenhumor: „2001 hatten wir viereinhalb Minuten die Schale, jetzt immerhin doppelt so lang.”

Am Ende saßen die Knappen wie vor sechs Jahren, als der FC Bayern in letzter Sekunde triumphierte, frustriert auf dem Rasen. Doch der Schmerz ist nicht vergleichbar. „Heute war es schlimm, aber lange nicht so schlimm wie 2001”, betonte Ebbe Sand, der auf der Tribüne mit seinen Ex-Kollegen gefiebert hatte. Gerald Asamoah stimmte zu. Als einziger aus dem aktuellen Kader gehörte er seinerzeit zur Elf der „Meister der Herzen”: „Es tut aber auch diesmal weh, weil wir wieder nah dran waren”, gestand Asamoah. „2001 haben wir danach noch den DFB-Pokal geholt. Jetzt stehen wir mit leeren Händen da.”

Dass die enttäuschten Fans ihr Team nicht nur 90 Minuten lang frenetisch anfeuerten, sondern es auch nach dem Schlusspfiff mit stehenden Ovationen feierten und trösteten, tat den Spielern sichtlich gut. Der „Schulterschluss” mit dem Anhängern sei ein Faustpfand für die Zukunft, findet Müller. „Wir haben die besten Fans in Deutschland, wenn nicht gar in der ganzen Welt. Und ich hoffe, dass wir ihnen und uns den Traum irgendwann erfüllen können.”

Der 44 Jahre alte Manager richtet den Blick schon wieder nach vorn. Man werde die Saison genau analysieren, aus den Fehlern lernen und im nächsten Jahr einen neuen Angriff auf die Schale starten, versprachen Müller und Slomka unisono: „Wir werden wieder eine schlagkräftige Truppe haben. Dann heißt es: Auf ein Neues.” Von Ulli Brünger und Kaspar Kamp, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/05/20/sport/fussball/t/rzo336450.html
Sonntag, 20. Mai 2007, 10:05 © RZ-Online (NewsDesk)
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