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Montag, 21. Mai 07

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Segeln gehört in Kiel zum Lebensgefühl

Kiel - Wer in Kiel aus dem Zug steigt, landet fast schon mit einem Fuß im Hafen.

Windjammer

Windjammer vor dem Hauptbahnhof in Kiel. (Bild: Graf/dpa/gms)

Durch das Kaiserportal am Ostflügel, das zur Jahrhundertwende eigens für den Besuch Kaiser Wilhelms II. gebaut wurde, gelangen ankommende Reisende direkt ans Wasser.

Der Hafen an der Förde ist gewissermaßen das Herz der Stadt. Hier machen Skandinavien-Fähren und Kreuzfahrtschiffe fest. Dazwischen tummeln sich Yachten und kleine Sportboote von Freizeitskippern, die es sich nicht nehmen lassen, bis in die Stadtmitte zu kreuzen.

„Kiel heißt Leben am Wasser, auf dem Wasser, im Wasser und mit dem Wasser”, sagt der pensionierte Marineoffizier Dieter Hartwig, der Touristen als Stadtführer die Stadt zeigt. Dabei geht es in Kiel allerdings unübersehbar in erster Linie ums Segeln. „In Kiel ist unheimlich viel los”, sagt Dieter Wolf vom Seglerverband Schleswig-Holstein - vor allem, was das Regatta-Leben angehe. Die Förde selbst sei aber auch ein beliebtes Segelrevier für Freizeitsegler. „Man hat immer etwas für die Augen, seien es Kreuzfahrtschiffe oder Fähren.” Das Revier sei überschaubar und geschützt, das Ufer stets in Sichtweite: „Es ist besonders reizvoll, wenn es draußen ruppig ist.”

Nicht nur deshalb wird das Revier als Austragungsort für zahlreiche Regatten genutzt: „Kiel zählt zu den bedeutenden deutschen Seglerstädten”, sagt Hans Sendes, Sportdirektor des Deutschen Segler-Verbandes in Hamburg. Für die Olympischen Spiele 1972 sei in Kiel-Schilksee eine hervorragende Infrastruktur geschaffen worden. „Von der profitieren heute noch die Veranstalter von großen Segelevents.”

Das größte Segelereignis in Kiel ist die Kieler Woche vom 16. bis 24. Juni. „Wenn man die Meldezahlen der großen, internationalen Regatten vergleicht, steht die Kieler Woche tatsächlich weltweit auf Platz eins”, sagt Hans Sendes. Das Großevent findet in diesem Jahr zum 125. Mal statt. Wie jedes Jahr wird in der ganzen Stadt gefeiert. Einer der Höhepunkte ist die Windjammerparade am Samstag.

Auch mit festem Boden unter den Füßen wird aber klar, warum sich Kiel als Segelstadt sieht. Ein Spaziergang am Westufer der Förde gleicht einer maritimen Geschichtsstunde. Ganz im Innern der Förde, in der Hörn, haben Jollen und Kutter aus dem 18. und 19. Jahrhundert im Museumshafen festgemacht. Vorbei an den großen Fähren am Schwedenkai geht es dann zum Schifffahrtsmuseum. Ist das Wetter zu schön für einen Besuch in der alten Fischhalle, lohnt zumindest ein Besuch der Museumsbrücke.

Hinter dem Ostseekai beginnt die „Kiellinie”, wo Segelbegeisterte an Sporthäfen vorbeiflanieren und die dort liegenden Yachten bewundern können. Eines der imposantesten Schiffe finden Urlauber allerdings außerhalb vom Stadtzentrum - wenn es sich gerade die Ehre gibt. Im Tirpitzhafen macht die Dreimastbark „Gorch Fock” fest, das Segelschulschiff der deutschen Marine.

Die Förde lässt sich gut vom Wasser aus erkunden - und das auch ohne Segelschein. Auf einer der Förde-Fähren können Touristen bis nach Laboe, Schilksee oder Strande schippern. In Laboe lohnt der Besuch des Marineehrenmahnmals mit historischer Ausstellung oder das Kunstmuseum. Das Olympiazentrum in Schilksee ist zwar keine architektonische Schönheit, vom Strand neben dem Yachthafen gleitet der Blick aber dafür weit über die Fördemündung.

www.kurskiel.de , www.kielerwoche.de Von Annika Graf, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/05/21/magazin/reise/deutschland/t/rzo327789.html
Donnerstag, 19. April 2007, 10:21 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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