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Montag, 21. Mai 07

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Las Vegas und New York wollen noch höher hinaus

Anaheim - Fast lässt sich schon von einem „Gesetz der Serie” sprechen: Immer wenn New York und Las Vegas in jüngster Zeit Besucherzahlen vorgelegt haben, konnte auf ein neues Rekordergebnis angestoßen werden.

New York

New York will mit seinem Kulturangebot punkten. (Bild: NYC & Company/dpa/gms)

44 Millionen Reisende kamen 2006 nach New York, in der Casinostadt im US-Wüstenstaat Nevada waren es 38,9 Millionen. Trotz solch hoher Zahlen scheinen beide Städte von den Grenzen des Wachstums aber noch weit entfernt zu sein. New York und Las Vegas haben große Pläne für ihre Zukunft als Reiseziele, in beiden Städten wird kräftig in Hotelbetten und neue Attraktionen investiert. Das Ziel ist dabei das gleiche: die Tourismushauptstadt der USA zu sein.

Wenn es rein um die Besucherzahlen geht, scheint Las Vegas die besseren Karten in der Hand zu haben. Denn der Schlüssel zu neuen Rekorden in dieser Kategorie sind mehr Hotelbetten mit möglichst hoher Auslastung - und in dieser Hinsicht hat Las Vegas die größeren Ambitionen und wohl auch die größeren Möglichkeiten. Schon jetzt gibt es 133 000 Zimmer in den Hotels rund um den „Las Vegas Strip”, bis zum Jahr 2010 sollen 38 000 weitere hinzukommen. „Und im Jahr 2015 könnten wir bei 200 000 Zimmern und 53 bis 55 Millionen Besuchern angekommen sein”, sagte Las Vegas' Tourismusdirektor Rossi Ralenkotter auf der US-Reisemesse Pow Wow im kalifornische Anaheim.

An einer derart hohen Messlatte versucht sich New York erst gar nicht. Auch hier ist zwar ein Anstieg der Hotelzimmerzahl geplant: Heute sind es 72 150, im Jahr 2010 sollen es 85 000 sein, sagte Chris Heywood vom Tourismusamt NYC & Company in Anaheim. Anders als in Las Vegas, wo sich sehr vieles um die Touristen dreht, schwimmen die Gäste in der Metropole am Hudson-Fluss aber im Strom von Millionen Einheimischen mit. In New York lässt sich daher nicht so einfach ein neues Hotel mit 3000 Suiten in bester Lage hochziehen, wie es dieses Jahr in Las Vegas etwa mit dem „Palazzo” geschieht: Es fehlt schlicht der Platz, um solche Megaprojekte gleich im halben Dutzend verwirklichen zu können.

Auch New York hat natürlich ein Ziel bei der Touristenzahl: 50 Millionen sollen es im Jahr 2010 sein. Wird es erreicht, dürfte der „Big Apple” den Konkurrenten aus Nevada wohl zunächst auf Distanz halten. Um das Ziel zu schaffen, hat New Yorks Tourismusbranche gerade eine große Auslands-Marketingkampagne gestartet und Büros in fünf weiteren europäischen Städten eröffnet. Zudem soll verstärkt auf Hotels und Attraktionen in den Stadtbezirken außerhalb Manhattans - Queens, Bronx, Brooklyn, Staten Island - aufmerksam gemacht werden.

Im Wettlauf um den Titel der US-Tourismushauptstadt geht es aber nicht nur um Zahlen, sondern auch ums Image. Und in dieser Frage sieht NYC-Sprecher Heywood seine Seite klar im Vorteil: „New York ist eine sehr vielfältige Kulturdestination. Unsere Besucher gehen zum Beispiel in Broadway-Musicals, in Ausstellungen und große Museen.” Hinzu kommen das Nachtleben mit Restaurants und Clubs sowie etwa das „Christmas Shopping” in der Adventszeit: „Wenn erst die Eislaufbahn am Rockefeller Center steht, dann ist das magisch”, sagt Heywood.

Las Vegas hat dafür den Vorteil , durch veränderte Angebote in den Casino- und anderen Hotels immer wieder einmal beim Image an der Stellschraube zu drehen. „In den sechziger und siebziger Jahren waren wir eine reine Glücksspiel-Destination. Heute sind wir viel mehr”, sagt Tourismusdirektor Ralenkotter und nennt als Beispiel das Essen: „Wir haben Restaurants für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel - und nicht mehr nur die langen Büfetts in den Hotels und Steakhäusern.” Auch als Messestadt sei Las Vegas so gefragt wie noch nie: „Wir nehmen schon Kongressbuchungen für 2023 und 2024 entgegen.”

Wenn Ralenkotter mit einem Begriff beschreiben will, wie er Las Vegas heute sieht, dann spricht er von einer „Destination für Erwachsene”. In Las Vegas sei es jedem Besucher erlaubt, sich wie James Bond zu kleiden, die Nacht durchzumachen und am Tag darauf erst um 19.00 Uhr das Frühstück zu bestellen. All das sei „Adult Freedom” und werde von den Gästen so gewollt, sagt der Tourismusdirektor.

Mit der Betonung der „Welt der Erwachsenen” ist Las Vegas aber auch abgerückt von der Idee, sich verstärkt als familienfreundliches Ziel zu präsentieren. Als Familienziel Nummer eins in den USA gilt ohnehin eine Region, die bereits heute jedes Jahr rund 50 Millionen Besucher zählt und damit New York und Las Vegas um Einiges voraus ist: der Großraum Orlando in Florida mit seinen Themenparks von Disney- bis Sea-World.

Ausländische Besucher machen dort aber nur 5 Prozent aller Gäste aus, sagt Alyson Gernert von Orlandos Tourismusbüro. In Las Vegas waren es zuletzt 13 Prozent und in New York knapp 16 Prozent internationale Besucher. Und auch wenn Las Vegas angekündigt hat, den Anteil der Gäste aus dem Ausland auf 18 Prozent steigern zu wollen, ist sich NYC-Sprecher Heywood sicher: „International werden wir unsere Position als Nummer eins bestimmt nicht verlieren.” Von Christian Röwekamp, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/05/21/magazin/reise/t/rzo330917.html
Donnerstag, 26. April 2007, 13:21 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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