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Montag, 21. Mai 07

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Einkaufen mit sozialem Gewissen liegt im Trend

Hamburg - „Karma-Kapitalismus” statt Heuschrecken.

Muhammad Yunus

Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus spricht auf dem 12. Trendtag. (Bild: dpa)

Ökosiegel und Sozialstandards statt „Geiz ist geil”: Zukunftsforscher haben einen neuen Trend ausgemacht.

Nicht allein der Preis eines Produktes zählt, sondern auch, ob es unter menschenwürdigen und ökologischen Bedingungen hergestellt wurde. „Alle reden von Heuschrecken. Wir nicht. Es wird heute von gutem Kapitalismus die Rede sein”, sagte Prof. Norbert Bolz von der Technischen Universität Berlin zur Eröffnung des 12. Deutschen Trendtages (8. Mai) in Hamburg. Das klinge in einer Welt von Enron, Siemens und Hedge-Fonds sehr unwahrscheinlich. „Doch in Zukunft werden sich nur noch Produkte durchsetzen können, die einen spirituellen Mehrwert besitzen”, prognostizierte der Trendforscher.

Die Kunden hätten ein neues Verhältnis zum Konsum entwickelt. „Sie wollen nicht nur ihre Bedürfnisse befriedigen, sondern auch mit gutem Gewissen einkaufen”, sagte der Leiter des Hamburger Trendbüros, Prof. Peter Wippermann. In Zeiten der Globalisierung machten sich viele Menschen Gedanken darüber, ob Produkte in Billiglohnländern unter menschenunwürdigen Zuständen hergestellt werden. „Immer mehr Menschen fragen sich, wie wir das ändern können.” Früher hätte man Fragen wie Nachhaltigkeit im Energie- und Wasserbereich und soziale Verantwortung an den Staat und die Politik gestellt. „Da sich der Staat aber aus diesen Bereichen immer mehr zurückzieht, werden diese Fragen heute an die Unternehmen gestellt”, meinte Wippermann.

So werde zum Beispiel von Unternehmen verlangt, das Problem des CO2-Ausstoßes zu lösen. „Unternehmen, die hier mit umweltfreundlichen Technologien an den Markt gehen, haben gute Absatzchancen.” Als positives Beispiel nannte Wippermann die amerikanische Textilfirma American Apparel, die ihre Mode zu fairen Preisen in Los Angeles herstellen lässt. Die Öffentlichkeit registriere genau, ob Unternehmen innovativ und mit sozialem Know-how handeln. Durch die weltweite Vernetzung könnten sich die Konsumenten viel besser über die einzelnen Unternehmen austauschen. „Unternehmen, die sich nicht an die Regeln halten, werden abgestraft”, sagte der Trendforscher. So sei zum Beispiel die amerikanische Kette WalMart wegen ihrer rigiden Mitarbeiterpolitik ins Gerede gekommen.

Trotzdem wollten die Unternehmen natürlich Profit machen. In den USA spreche man bereits von „Caring Capitalism” (Sich sorgender Kapitalismus), der sich um die Umwelt, die Mitarbeiter und die öffentlichen Güter kümmere. Statt chinesischer Kriegskunst bestimme heute die indische Wiedergeburtslehre die Managementlehre der amerikanischen Elite-Universitäten. In Sun Tzus „Die Kunst der Kriegsführung”, die in den 80er und 90er Jahren die Pflichtlektüre von Managern war, ging es darum, möglichst schnell reich zu werden, hart zu sein und den Gegner zu vernichten. Die indische „Bhagavad Gita” propagiere dagegen, Gutes zu tun, fair zu sein und einen tieferen Sinn im Leben zu suchen.

Wie man diese Idee der sozialen Verantwortung mit einem Geschäftsmodell verknüpfen kann, hat auf beeindruckende Weise der Friedensnobelpreisträger und Gründer der Grameen Bank in Bangladesch, Muhammad Yunus, gezeigt. „Man kann die Menschen nicht nur über das Geldmachen definieren. Es gibt auch einen anderen Teil des Menschen, der sich sorgende und liebende Teil”, sagte Yunus. Er plädierte für ein soziales Unternehmertum, wie es seine Bank, die Kleinstkredite an arme Menschen vergibt, vorgemacht habe. Mittlerweile ist Grameen eine Unternehmensfamilie mit mehr als 24 Organisationen. Die Tochter Grameen-Enterprise produziert Stoffe für den Export. Grameen-Energy soll Solarenergie in die Dörfer bringen. Und Grameen-Telecom soll das Handy zum Telefon der armen Leute in Bangladesch machen.

12. Deutscher Trendtag: www.trendbuero.com

Muhammad Yunus: www.grameen-info.org Von Carola Große-Wilde, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/05/21/magazin/szene/t/rzo333681.html
Dienstag, 08. Mai 2007, 17:20 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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