IVWPixel Zählpixel
NachrichtenSportMagazinService
Anzeigen Verlag im Netz Kevag Telekom Service & Kontakt
Kino Musik Szene Reise Charts Event-Kalender Ticket-Shop
Archiviert am
Montag, 21. Mai 07

Polar-PreisStock­holm - Der US-Jazz­saxo­fonist Sonny Rollins (76) und der US-Kom­ponist Steve Reich (70) haben den Polar-Musik­preis der König­lich-Schwe­dischen Musik­aka­demie in Empfang genom­men.

Hol­lywood - Die RTL-Acti­onse­rie „Alarm für Cobra 11 - Die Auto­bahn­poli­zei” ist erneut mit dem höchs­ten ame­rika­nischen Preis für Stunt-Pro­fis aus­gezeich­net worden. Stell­ver­tre­tend für das Team erhielt Action-Regis­seur...

Los Ange­les - Mit einem Feu­erwerk in Dis­ney­land hat die dritte Pira­ten­film-Folge „Fluch der Karibik - Am Ende der Welt” Welt­pre­miere gefei­ert.

Can­nes - Über­raschen­der Halb­zeit­stand im Wett­bewerb von Cannes: Ein kleines Drama aus Rumä­nien hat durch­aus Chancen auf einen großen Preis. Dem 39 Jahre alten Regis­seur Cris­tian Mungiu ist mit „Vier Mona­te...

Lon­don - Kate Moss (33) kann mit ihrem Debüt als Mode­desi­gne­rin aus­gespro­chen zufrie­den sein. Ihre Kol­lek­tion für die bri­tische Laden­kette Topshop erzielte bereits in der ersten Ver­kaufs­woche einen Gewinn von 3,5...

Los Ange­les - Keira Knight­ley (22), der wegen ihrer extrem schlan­ken Figur immer wieder Ess­störun­gen unter­stellt werden, mag sich selbst nicht als „Hun­ger­haken”.

Geht ein Gute-Laune-Ruck durch Deutschland?

Hamburg - Noch 2005 waren die gefühlten Zukunftsaussichten in Deutschland so düster, dass Optimisten-Clubs gegründet wurden. Das Phantom mit Namen „German Angst” waberte durch das Land.

Beach-Club

Die Deutschen werden lockerer: Beach-Club am Hamburger Hafen.

Die ostdeutsche Band Silbermond sang: „Das ist ne schlechte Zeit für Optimisten”. Deutschland war depressiv. Zwei Jahre später sorgen 2,5 Prozent Wirtschaftswachstum, unter vier Millionen Arbeitslose und hohe Tarifabschlüsse für bessere Stimmung. Durch Deutschland scheint ein Ruck zu gehen, nach getaner Arbeit entspannt man sich an Stadtstränden und summt den Gute-Laune-Blues. Ist die deutsche Zukunftsangst verflogen oder handelt es sich nur um ein Frühjahrshoch?

Die Kölnerin Sabine Bode hat 2006 ein Buch über die deutsche Krankheit „German Angst” veröffentlicht, die im angelsächsischen Raum als typisch Deutsch gilt - wie Sauerkraut, Panzer und Kuckucksuhren. Sie vertritt die These, dass sich dieser Zustand vor allem aus dem Unerledigten der NS-Zeit speist, aus „Verunsicherungen, die an die Nachkommen weitergegeben wurden”, sagt sie. Bode sieht nun einen Wandel: „Wenn die Stimmung überall so gut wäre, wie bei den 17- und 18-Jährigen, gäbe es keine German Angst mehr”.

Mit dem englisch-deutschen Begriff wird seit etwa 30 Jahren der angebliche deutsche Hang bezeichnet, Probleme zu übertreiben und ein großes Sicherheitsbedürfnis zu haben. Der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) bezeichnete die „German Angst” als eine „Folge der Katastrophen des 20. Jahrhunderts”.

Das Phänomen der notorischen Schwarzmalerei drücke sich in einem „extremen Sicherheitsbedürfnis” vor allem der Jahrgänge 1930 bis 1960 aus, erklärt die 60-jährige Publizistin Bode. „Die jungen Leute sehen alles pragmatischer und sind eher zu Einschnitten bereit, als viele ältere Besitzstandswahrer.” Wenn die jungen Leute den „frischen Wind” in die Öffentlichkeit tragen, könne die gute Stimmung mehr als ein Frühjahrshoch sein.

Psychiater Fritz B. Simon, der das deutsche Depressionsbarometer betreut, das bis Anfang des Jahres die Stimmung in Deutschland im Internet darstellte (www.depressionsbarometer.de), sieht ein Verschwinden der „German Angst”: „Die Stimmung pendelt sich seit Beginn der großen Koalition in der Mitte ein. Sie schwankt nicht mehr so stark zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt, wie es in Zeiten starker politischer Polarisierung der Fall ist”, meinte der 58-jährige Professor.

Einen Schritt weiter geht Zukunftsforscher Horst W. Opaschowski und prophezeit sogar ein Ende der „German Angst”. Er will aber nicht ausschließen, dass die aktuell „nahezu euphorische Stimmung” in der Bevölkerung teilweise auch dem schönen Frühling geschuldet ist. Insgesamt zeichne sich aber ein Mentalitätswandel ab: „Die Leute schöpfen wieder Mut und sind offen für die Zukunft.” Probleme wie Klimawandel und soziale Schieflagen würden nicht ausgeblendet, sondern angenommen.

„Die gute Stimmung bei den Menschen ist eher ein kurzfristiges Phänomen”, sagt hingegen Klaus Utermöhle, Gründer des Hamburger „Clubs der Optimisten”. Honorige Bürger, die als Botschafter für Deutschlands Chancen auftreten, sind hier Mitglied. „Es ist noch sehr dünnes Eis, auf dem sich die gute Stimmung gerade bewegt”, meint er.

Ein nachhaltiger Mentalitätswandel sei noch nicht zu sehen, schließlich dominiere die „German Angst” seit Jahrzehnten das Befinden. Die Deutschen würden traditionell schnell in ihren Stimmungen zu starken Ausschlägen neigen, wie die Fußball-WM als Positivbeispiel gezeigt habe. Der „Club der Optimisten” bleibt deshalb trotz der „neuen guten Laune” weiterhin bestehen. „Mindestens bis 2010”, sagt der 61-jährige Utermöhle.

www.depressionsbarometer.de Von Georg Ismar, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/05/21/magazin/t/rzo336645.html
Montag, 21. Mai 2007, 10:47 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
Artikel empfehlen    Leserbriefe    Impressum    

suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet

Kino-Memo-Quiz
Kino-Memo-Quiz
Doppelkarten für Koblenz
oder Mainz zu gewinnen!

Sudoku

Kino
Event-Kalender
Das Kultur-Journal zum Download
Druckversion