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Dienstag, 11. Aug. 20
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Einschulung macht Mütter arbeitslos

Hannover - Wie viele Kinder fiebert die fast fünfjährige Lisa ihrem ersten Schultag entgegen.

Knappe Hortplätze

Ann-Sophie macht Hausaufgaben in der Kita „Sylter Weg” in Hannover. (Bild: dpa)

Ihre Mutter aber verbindet Lisas Einschulung im kommenden Jahr mit einem mulmigen Gefühl. „Im schlimmsten Fall werde ich mich arbeitslos melden müssen”, sagt Maren Machleidt.

Die Erzieherin hat eine 30-Stunden- Stelle, ihre Kleine wird im Ganztageskindergarten in Hannover bestens versorgt. In der Grundschule im Viertel dagegen gibt es weder Mittagessen noch Nachmittagsbetreuung. „Meine Stelle ist befristet, ohne Betreuung für Lisa finde ich keine neue”, befürchtet die Alleinerziehende. Fieberhaft sucht Maren Machleidt schon jetzt nach einem Hortplatz - bisher erfolglos.

In Deutschland fehlen nicht nur Krippenplätze, die Betreuungssituation für Grundschüler sieht ähnlich katastrophal aus. Immerhin 15 Prozent der drei bis sechs Jahre alten niedersächsischen Kindergartenkinder werden ganztags betreut, aber nur für 5,4 Prozent der Grundschüler gibt es nach der jüngsten Statistik vom 31.12.2005 einen Hortplatz. „Mütter, die gerade wieder zurück in den Beruf gefunden haben, stehen mit der Einschulung ihrer Kinder vor Riesenproblemen”, sagt Heide Tremel, Geschäftsführerin der Landesarbeitsgemeinschaft Elterninitativen in Hannover. Im Gegensatz zu Sachsen-Anhalt, wo 45 Prozent aller Grundschüler im Hort betreut werden, gibt es in Niedersachsen keinen Rechtsanspruch auf einen solchen Platz.

Private Tagesmütter sind für viele Familien schlicht zu teuer. Auch Maren Machleidt ließ ihren heute elfjährigen Sohn Jakob mal von Freundinnen, mal von Nachbarinnen von der Grundschule abholen. Manchmal musste er sich das Mittagessen selbst warm machen und rief jammernd an, wenn er sich verbrannt hatte. „So eine Situation möchte ich Lisa nicht zumuten”, sagt sie. Mittlerweile müssen die Grundschulen in Niedersachsen zwar eine Betreuung bis 13 Uhr sicher stellen, für das Mittagessen sind aber weiterhin die Eltern verantwortlich.

Während in Frankreich, England und vielen anderen europäischen Ländern Kinder selbstverständlich in der Schule verpflegt werden und dort bis zum Nachmittag bleiben, soll die Ganztagsschule in Deutschland eine freiwillige Angelegenheit bleiben. In Niedersachsen sind vom kommenden Schuljahr an 545 von 3300 Schulen Ganztagsschulen. „Das Land bemüht sich die Anzahl auszuweiten, initiiert aber an keinem Standort die Errichtung einer Ganztagsschule”, sagt Georg Weßling, Sprecher des Kultusministeriums. Es solle Eltern und Schulträgern überlassen bleiben, ein Konzept für die eigene Schule zu entwickeln.

Häufig liegt es dann auch an deren Engagement, ob die Betreuung am Nachmittag funktioniert. An vielen Schulen bieten Vereine oder auch Eltern am Nachmittag ihre Hilfe bei den Hausaufgaben sowie Sport-, Theater- oder Schach-Arbeitsgemeinschaften an. Zusätzliche Lehrerstunden sind oft nicht vorgesehen. Eine Kantine gibt es bisher nur in wenigen Schulen.

In ländlichen Regionen wie Südniedersachsen scheint die Situation entspannter. „Hier gibt es aber auch weniger Arbeitsplätze für Mütter. Die Anfahrtswege sind oft zu lang”, erklärt Andreas Kopp, Leiter des Jugendamtes im Landkreis Holzminden. Seit 30 Jahren hat sich in und um Holzminden die Vermittlung von qualifizierten Tagesmüttern etabliert. Derzeit werden rund 200 Kinder im Alter von acht Wochen bis 14 Jahren betreut, die Kosten entsprechen den nach Gehalt gestaffelten Kindergartengebühren. „Wir können alle Anfragen vermitteln”, sagt Kopp nicht ohne Stolz.

Davon sind die Einrichtungen in Ballungszentren weit entfernt. Die Arbeiterwohlfahrt-Kita „Sylter Weg” in Hannover zum Beispiel konnte 2006 zumindest für alle Kinder von Allein-Erziehenden einen Hortplatz bereit stellen. Doch noch immer ist die Warteliste lang. Heide Tremel hält deshalb den Ausbau von Ganztagsschulen für dringend erforderlich: „Mütter müssen eine Chance bekommen zu arbeiten. Viele Familien können sich die Einverdiener-Ehe nicht leisten.” Der Betreuungs- Bedarf wird wachsen, ist sich Tremel sicher. In vielen Gesprächen beobachtet sie ein Umdenken bei jungen Müttern: „Die meisten wollen nach einer Babypause selbstverständlich wieder arbeiten.” Es sei absurd, wenn die Einschulung der Kinder ein paar Jahre später dann das berufliche Aus bedeute.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/05/21/service/berufbildung/t/rzo334269.html
Donnerstag, 10. Mai 2007, 17:19 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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