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Donnerstag, 9. Juli 20

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Mün­chen - Yahoo! und Euro­sport haben ein gemein­sames Sport- Angebot im Inter­net gest­artet. In Koope­ration wollen die Partner die neue Website zur „größten vir­tuel­len Spor­tarena Euro­pas” aus­bau­en...

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Gerangel um Web-Adressen macht erfinderisch

Berlin - Auf den ersten Blick scheint es wie ein Tippfehler.

Regionales Rechenzentrum

Das Rechenzentrum der Uni Hamburg nutzt „www1”. (Bild: Universität Hamburg)

Statt mit dem bekannten Kürzel „www” für das weltweite Computernetz „World Wide Web” beginnen manche Internet-Adressen mit Konstruktionen wie „wwwwww” oder „www1”.

Bei anderen Netzpräsenzen ist es möglich, das ganze Adressfeld des Monitors mit einer „w”-Reihe zu füllen, und doch öffnet sich dieselbe Homepage. Dabei gilt es sonst als eherne Regel, dass schon ein einziger falscher Buchstabe den Weg auf die gewünschte Seite verwehrt. Das Gerangel um einprägsame Web-Adressen macht aber erfinderisch - technisch wird so mehr Spielraum geschaffen, ohne dass ein komplett neuer Name nötig wird. Denn aus dem Tausch von Internet-Adressen ist längst ein Geschäft geworden.

Die Menge der bereits vergebenen Varianten ist enorm: Allein mit der Endung „.de” für Deutschland sind bei der Registrierungsstelle Denic mehr als zehn Millionen Adressbezeichnungen (Domains) vermerkt. Dabei gibt es jede nur ein Mal. Und die verbleibenden Möglichkeiten für viel versprechende Marken in der digitalen Welt werden nach und nach rar - es bleibt noch der Kauf bereits registrierter Namen. „Vor allem Unternehmen merken, dass Domains wichtige Marketinginstrumente sind”, sagt eine Sprecherin der Kölner Sedo GmbH, einer Handelsbörse mit einem Sortiment von gut sechs Millionen Internet-Namen diverser Endungen von „.com” für Firmen bis „.org” für Organisationen.

Der Markt für Adressen entwickelt sich zusehends. Weltweit wurden im vergangenen Jahr nach Branchenschätzungen rund 72 Millionen Euro für den Handel mit Domains ausgegeben, etwa doppelt so viel wie 2005. Dabei lagen die Preise für die beliebte „.de”-Endung bei Sedo im Schnitt bei 1280 Euro. Manchmal kommt der Zuschlag, bei dem zehn Prozent als Gebühr an die vermittelnde Plattform fällig werden, auch erst bei 40 000 Euro wie für die Adresse „ich.de”. Rund 7,5 Millionen Dollar kostete in den USA der Name „business.com”, hinter dem sich eine Suchmaschine verbirgt. Vermarktet werden indes auch „geparkte” Domains, also fast leere Seiten wie die Adresse „zins.de”, die aber als Werbefläche für Links zu Internet-Angeboten eines bestimmten Themenfeldes dienen. Bei jedem Klick kassiert der Inhaber etwas mit.

Überhaupt ist neben dem Kauf auch die Sicherung eines Namens in der Welt der vermeintlich unbegrenzten digitalen Möglichkeiten nicht kostenlos. Auf der Preisliste der Denic mit Sitz in Frankfurt/Main stehen jeweils 58 Euro inklusive Mehrwertsteuer für Registrierungen und als Jahresentgelt für die Verwaltung einer Domain. Wenn Nutzer die Möglichkeiten ihrer schon etablierten Netzpräsenzen erweitern wollen, ohne extra für eine neue Adresse zu zahlen, schlägt daher die Stunde der Techniker - bei Dienstleistern, die sich um Datensysteme oder Internetauftritte kümmern, brummt das Geschäft gerade besonders. Mit steigenden Umsätzen rechnen in diesem Jahr laut Branchenverband BITKOM rund 84 Prozent der Anbieter, die oft kleine und mittelgroße Firmen sind.

Um den Aktionsradius einer Web-Adresse zu vergrößern, setzen die Fachleute auch beim „www” an, das streng genommen gar nicht zur eigentlichen Domain gehört. „Das Kürzel hat sich eingebürgert. Technisch ist es nicht nötig”, sagt Erik Seifert, Geschäftsführer des Berliner Internet-Dienstleisters b-connect, der unter anderem die Seite des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) betreut. Zusätze zum „www” schafften die Möglichkeit, innerhalb derselben Haupt-Adresse Unterordner anzulegen, erläutert Norman Hayn, Geschäftsführer des Softwaredienstleisters Cycro-Systems in Erfurt. Damit könnten direkt Projekte angesteuert werden, die auf anderen Servern liegen - das nutzen auch Betreiber von Großrechnern wie die Universität Hamburg mit einem Nebenauftritt unter dem Kürzel „www1”.

Manchmal öffnet sich mit einem Vierfach-„w” als Anfangskennung statt der Homepage gleich ein E-Mail-Bereich. Zu anderen Internet- Präsenzen führt das Kürzel „wwwwww”, wie bei einem Tauchreisen- Veranstalter in Bayern oder einem thüringischen Spezialisten für Audiostadtführer. Dabei verbirgt sich dahinter teils keine Abzweigung zu einem Extra-Rechner, weil der Besucherandrang es zumindest vorerst nicht nötig macht. Doch ein Nebeneffekt ist durchaus willkommen: Auch bei einem Vertipper, wenn aus Versehen ein „w” zu viel eingegeben wird, geht kein Nutzer verloren, sondern landet auf der Homepage.

Projekte der Universität Hamburg: http://www1.uni-hamburg.de/ Von Sascha Meyer, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/05/21/service/computer/t/rzo334137.html
Donnerstag, 10. Mai 2007, 11:20 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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