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Montag, 23. Juli 07
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Wieder mehr Einbürgerungen in Deutschland Wiesbaden/Berlin - Erstmals seit dem Jahr 2000 sind im vergangenen Jahr in Deutschland wieder mehr Ausländer eingebürgert worden.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Montag erhielten 124 830 Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft. Das war im Vergleich zu 2005 eine Steigerung um 7590 oder 6,5 Prozent. Nach Ansicht des Freiburger Politikwissenschaftlers Prof. Dieter Oberndörfer wird diese Zunahme jedoch nicht von Dauer sein. „Man kann kaum sagen, dass es sich hierbei um eine Trendwende handelt”, sagte der Experte in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Zuwachs sei vielmehr auf Sonderfaktoren wie die politische Lage in den Herkunftsländern der Eingebürgerten zurück zu führen, sagte Oberndörfer. Besonders starke Anstiege gab es bei den Einbürgerungen von Israelis (4313, plus 50,2 Prozent) sowie Menschen aus Serbien und Montenegro (12 611, plus 43 Prozent). „Grund ist die zunehmende Verunsicherung der Menschen in Israel und die perspektivlose Situation in Serbien”, sagte Oberndörfer. Die größte Gruppe stellten wieder die gebürtigen Türken mit 26,8 Prozent. Sie sind damit etwas einbürgerungswilliger als andere Nationalitäten, denn ihr Anteil an allen in Deutschland lebenden Ausländern beträgt nur 25,8 Prozent. Mit 33 478 Menschen (plus 2,5 Prozent) stieg die Anzahl der eingebürgerten Türken jedoch nur leicht. Da die Türkei ein assoziiertes Mitglied der Europäischen Union (EU) sei, gebe es wenige Bereiche, in denen Türken gegenüber EU-Bürgern Nachteile erlitten, sagte Oberndörfer. Insgesamt sei die Stimmung unter den Zuwanderern in Deutschland nicht sehr positiv, sagte der Experte. „Da hat sich viel angestaut - auch wegen populistischer Äußerungen.” Deutschland müsse nun aufpassen, im Vergleich mit Wettbewerbern wie anderen europäischen Staaten, den USA oder Kanada nicht ins Hintertreffen zu geraten. „Wenn es jetzt nicht gelingt, die Gesetze nachzubessern, entstehen handfeste Nachteile für Deutschland”, warnte Oberndörfer. So müssten vor allem die Zuwanderungsbedingungen für hoch Qualifizierte gelockert werden. In die Bundesregierung setzt der Experte aber keine Hoffnungen: „Ich sehe vorläufig null Ansatz.” Die größte Gruppe unter den Eingebürgerten stellten mit mehr als zwei Dritteln Menschen, die mindestens acht Jahre in Deutschland gelebt und eine gültige Aufenthaltsgenehmigung besessen hatten. Etwas seltener als im Jahr 2005 wurden ausländische Ehepartner und Kinder dieser Personengruppe eingebürgert. Im Jahr 2000 war mit der Einführung des neuen Staatsbürgerrechts ein Rekord bei den Einbürgerungen erreicht worden, der bei knapp 187 000 Menschen lag. Seitdem waren die Zahlen bis 2006 kontinuierlich gesunken. dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/07/07/23/news/t/rzo351473.html |
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