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Montag, 23. Juli 07
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Millionenschäden nach Sintflut-Regen in Franken Erlangen/Forchheim/München (dpa) - Der extrem starke Gewitterregen in in den vergangenen Tagen in Bayern hat ersten Schätzungen zufolge Schäden im zweistelligen Millionenbereich verursacht.
Die Bayerische Versicherungskasse geht davon aus, dass die Unwetter die Kasse mit mindestens 30 Millionen Euro belasten wird. Seit vergangenem Donnerstag seien etwa 20 000 Schäden gemeldet worden, berichtete die Versicherung am Montag. Hagel und Hochwasser hätten vor allem Gebäude und Autos in Mitleidenschaft gezogen. Stark betroffen sei auch die Landwirtschaft. Hagel habe insbesondere Getreide und Maisfelder sowie Hopfengärten in der Hallertau stark verwüstet. Bei den sintflutartigen Regenfällen in der fränkischen Region Erlangen/Forchheim ertrank eine 82 Jahre alte Rentnerin. Dort überfluteten die Wassermassen in der Nacht zum Sonntag nach einer ersten Behörden-Übersicht mehr als 2600 Wohn- und Geschäftsgebäude. Die entstandenen Schäden liegen aller in in der Region nach Angaben der Behörden im zweistelligen Millionenbereich. „Wir gehen von weit mehr als 10 Millionen Euro Schaden aus”, berichtete eine Sprecherin des Landratsamtes im Forchheim. Teils hätten die braunen schlammigen Wassermassen bis zum ersten Stockwerk in den Häusern gestanden und Hausrat im Millionenwert verwüstet. Im Landkreis Erlangen-Höchstadt bestand auch am Montag noch Katastrophenalarm. Allerdings begann sich die Lage in den besonders stark betroffenen Gemeinden Bubenreuth, Marloffstein und Spardorf wieder zu normalisieren. Dagegen standen in Baiersdorf bis zum Mittag noch 20 Keller unter Wasser. „Das Problem ist, dass einige der bereits ausgepumpten Keller über Nacht wieder voll gelaufen sind”, berichtete Kreissprecherin Annika Fritzsche. „Derzeit sind immer noch 300 Hilfskräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk im Einsatz”, betonte sie. Allein in Baiersdorf hatten nach dem Unwetter in der Nacht zum Sonntag knapp 1100 Häuser unter Wasser gestanden. Der Gesamtschaden lasse sich derzeit noch nicht genau beziffern, sagte Kreissprecherin Annika Fritzsche. „Die Schäden pro Gebäude schwanken zwischen 5000 und 50 000 Euro. Bei einigen ist nur eine Kellerwand nass geworden, bei anderen ist das ganze Erdgeschoss unbewohnbar”, berichtete Fritzsche. Allein ein Gewerbebetrieb beklage einen Sachschaden von rund vier Millionen Euro. Im südlichen Landkreis Forchheim hatte der Gewitterregen rund 1500 Wohnhäuser und Geschäftsräume überflutet. Sorge bereitete den Helfern in der Region das Heizöl, das aus mehreren aufgeschwemmten Kellertanks in Baiersdorf ausgelaufen ist. Da ein Teil davon über die Kanalisation in die Kläranlage gelangt war, installierten die Einsatzkräfte dort Ölabscheider. Im vorbeifließenden Fluss Regnitz wurden zwei Ölsperren errichtet. Ein Wohnhaus wurde wegen des intensiven Ölgeruchs vorsorglich geräumt. 14 Bewohner fanden vorübergehend bei Bekannten Unterkunft. Von den Folgen des verheerenden Gewitterregens war auch am Montag noch der Bahnverkehr zwischen Forchheim und Erlangen betroffen. Wegen einer vom Hochwasser unterspülten Bahnbrücke sei die Strecke voraussichtlich bis Dienstagmittag nur eingleisig befahrbar, teilte die Deutsche Bahn mit. Es komme zu Verspätungen und Zugausfällen. Ersatzweise verkehrten Busse. In vielen Gemeinden legte die Müllabfuhr Sonderschichten ein, um unbrauchbar gewordene Möbel und verwüsteten Hausrat abzuholen. Unterdessen räumte der Deutsche Wetterdienst ein, dass er für die fränkische Katastrophenregion keine Unwetterwarnung herausgegeben hatte. Die zuständigen Kreisbehörden seien am Samstag lediglich vor „kräftigen Gewitterregen” gewarnt worden, berichtete der Meteorologe vom Dienst, Jens Winninghoff. Im Unterschied zu Orkanen zeichneten sich Gewitterregen auf dem Radar des Wetterdienstes nur undeutlich ab. Die Forchheimer Kreisverwaltung machte derweil deutlich, dass die Behörden auch bei einer Unwetterwarnung den Schaden hätten kaum begrenzen können. Ursache für die starken Regenfälle in der Region nördlich von Erlangen waren nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes die kühleren Nachttemperaturen. „Wäre das Unwetter bereits tagsüber oder am frühen Abend durch Franken gezogen, hätte wegen der höheren Bodentemperaturen eine größere Dynamik bestanden und der Regen wäre in 10 bis 15 Minuten vorbei gewesen. So hat es fast 45 Minuten geschüttet”, erläuterte Winninghoff. Allerdings hätte der Region bei einem schnellen Durchzug der Gewitterfront womöglich starker Hagel gedroht, wie dies bei den Unwettern am Samstagnachmittag in Südbayern der Fall war. dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/07/07/23/newstt/t/rzo351103.html |
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