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Montag, 6. Sept. 10
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Beruf & Bildung
Studieren in den Niederlanden- Spontan mal zum Dozenten Ennigerloh/Rheine/Recke (dpa) - Abwechslungsreich, sozial, gute Berufsaussichten: Logopädie ist für sie das Richtige, glaubt Katarina Fenske.
In Deutschland bilden staatliche und private Schulen die Sprachtherapeuten aus. „Die privaten Schulen sind mir viel zu teuer”, sagt die 20-Jährige aus Ennigerloh-Ostenfelde im Kreis Warendorf. Die Plätze in den günstigeren staatlichen Schulen sind begrenzt, außerdem möchte sie einen akademischen Abschluss erwerben. Ihre Lösung liegt beim Nachbarn: Sie beginnt im September ein Studium in Heerlen in den Niederlanden. So wie eine wachsende Zahl deutscher Abiturienten. Die Gründe für die deutschen Studienanfänger, in die Niederlande zu ziehen, sind dabei vielfältig: Es werden Studienfächer angeboten, die es in Deutschland gar nicht gibt. „Der Renner ist derzeit Horse Business Management”, sagt Peter Stegelmann, Geschäftsführer des Unternehmens Edu-Con aus Rheine, das die Webseite „studieren-in-holland.de” betreibt. Die Studenten lernen in diesem Studiengang etwa, einen Betrieb zu führen, der teure Springpferde verkauft. Ein weiterer Grund ist ein oftmals hoher Numerus clausus in Deutschland, der das Wunschstudium verhindert. Außerdem liegen die Niederlande häufig nah am Heimatort - die Studenten kämen meist aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, berichtet Stegelmann. Inzwischen sorgten auch die Berichte von positiven Erfahrungen anderer Deutscher für Nachzug in die Niederlande, sagt er. „Wenn die ersten zufrieden sind, kommen andere nach.” Seit Jahren steigt somit die Zahl der deutschen Studierenden in den Niederlanden, nach Angaben des Statistischen Bundesamtes allein vom Studienjahr 2005/2006 auf 2006/2007 um gut 1000 auf knapp 13 000. „In der Regel sind deren Jobaussichten ganz hervorragend”, sagt Stegelmann. Zu den zufriedenen Grenzgängern gehört Theresa Jahnel aus Recke-Obersteinbeck (Kreis Steinfurt). Sie studiert in Enschede - rund zehn Kilometer von deutsch-niederländischen Grenze entfernt - angewandte Kommunikationswissenschaften. Zwölf der 65 Studenten ihres Studienjahrs kommen aus Deutschland. „Der Campus ist einfach superschön”, schwärmt die 22-Jährige. Der einfache Zugang zu den Dozenten hat sie richtig überrascht: „Wenn man eine Frage hat, kann man spontan bei den Dozenten vorbeischauen, oder man schreibt eine E-Mail”, berichtet sie. „Auf die hat man spätestens am nächsten Tag eine Antwort.” Auch die Praxisorientierung des Studiums gefällt ihr. Von Anfang an arbeitete sie in Gruppen mit anderen Studenten an konkreten Fragestellungen. Bisher sprachen auch die geringen Kosten für ein Studium in den Niederlanden. Von den 1500 Euro Studiengebühren pro Jahr bekamen die deutschen Studierenden rund 1000 Euro zurück. Studienanfänger müssen ab dem kommenden Semester allerdings die vollen Gebühren bezahlen. Unter bestimmten Voraussetzungen erhalten die deutschen Studierenden deutsches oder niederländisches Bafög. Die meisten Lehrveranstaltungen werden auf Niederländisch abgehalten. Die Universitäten bieten dafür Sprachkurse vor Beginn des Studiums an. Auch Katarina Fenske büffelt bereits in Heerlen die Sprache des Nachbarn. Infos zum Studienstandort Niederlande: www.studieren-in-holland.de Von Nicole Fenneker, dpa dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/07/09/04/service/berufbildung/t/rzo361149.html |
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