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Sonntag, 31. Mai 20
RZ-Akademie

Karlsruhe/St. Gallen (dpa/tmn) - Blogs und Pod­casts spielen in der Wei­ter­bil­dung von Führungs­kräf­ten noch kaum eine Rolle. Wich­tiger gewor­den ist dagegen das per­sön­liche Coa­ching.

Bonn - Selbst­stän­dige sollten auch wei­ter­hin die Kosten für die Fahrt zur Arbeit notie­ren. Denn die Kürzung bei der Ent­fer­nungs­pau­schale werde derzeit gericht­lich geprüft...

Bochum - Gute Pro­dukte einer Firma garan­tie­ren nicht, dass diese auch ein guter Arbeit­geber ist. Poten­zielle Bewer­ber sollten sich daher gründ­lich über das Unter­neh­men infor­mie­ren und mög­lichst vor Ort Ein­drü­cke...

Hens­tedt-Ulzburg - Schon Schüler sollten laut Exper­ten eine Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung besit­zen, auch wenn sie noch keinen Beruf ausüben. Kommen sie beim Sport oder in ihrer Frei­zeit zu Schaden und sind dadurch...

Hamburg - Der Inter­natio­nale Tag des Lehrers soll an die wich­tige Rolle der Päd­ago­gen bei der Aus­bil­dung der jungen Gene­ration erin­nern. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Bessere Arbeits­bedin­gun­gen für Lehrer -...

Wies­baden/Berlin - In Deutsch­lands Klas­sen­zim­mern stehen immer ältere Lehrer vor den Schü­lern. Die 792 000 haupt­beruf­lichen Lehr­kräfte an den all­gemein­bil­den­den und beruf­lichen Schulen waren im ver­gan­genen Schul­jahr...

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Entertainer am Roulettetisch - Wenn eine Frau die Kugel rollen lässt

Han­nover - Die ersten Gäste warten schon eine Vier­tel­stunde vorher auf den Einlass. Rentner, gepflegt geklei­det.

Weiblicher Croupier

Nora Kohl­hase lässt im Casino als Crou­pier die Rou­let­teku­gel rollen. (Bild: dpa)

Viele von ihnen treffen sich nach­mit­tags mehr­mals in der Woche am Tisch von Nora Kohl­hase. „Heute geht es rund”, sagt die char­mante 37-Jährige.

Voller als sonst wird es bei ihr sein , hek­tischer. Zu den Stamm­gäs­ten werden sich die Aber­gläu­bischen gesel­len, die, für die Freitag der 13. ein beson­derer Tag ist. Und Nora Kohl­hase wird am großen Rou­let­tetisch der Spiel­bank Han­nover darüber wachen, dass das Glück fließt, dass Gewin­ner und Ver­lie­rer glei­cher­maßen char­mant unter­hal­ten werden.

Kohl­hase arbei­tet im Casino der Lan­des­haupt­stadt als Crou­pier. Früher gab es nur Männer in diesem Job, inzwi­schen sind Frauen keine Sel­ten­heit mehr - auch wenn in Han­nover von rund 100 Crou­piers gerade mal 6 weib­lich sind. „Am Anfang gab es Vor­behalte gegen Frauen, aber das hat sich inzwi­schen eher ins Gegen­teil ver­kehrt”, berich­tet Kohl­hase. Was macht einen guten Crou­pier aus? „Ich schaue mir vor allem an, wie er mit den Leuten umgeht”, sagt die junge Frau. Mitleid mit den Spie­lern hat sie nicht. „Sicher­lich gibt es auch Gäste, die ihre Grenzen über­schrei­ten.” Aber harte Zocker, Spielsüch­tige, die seien eh nicht am Rou­let­tetisch zu treffen. „Die gehen in die kleinen Dad­del­buden und hocken vor den Auto­maten.”

Nora Kohlhase fand den Weg an den Spiel­tisch eher durch Zufall. „Ich war damals Stu­den­tin in Kassel und suchte einen Neben­job.” Die dortige Spiel­bank bot einen Black Jack-Kurs an, nach erfolg­rei­chem Abschluss winkte ein Stun­den­lohn von 17 D-Mark. „Das war vor 13 Jahren keine schlechte Bezah­lung für einen Stu­den­ten­job”, erin­nert sich Kohl­hase. „Aller­dings wollte mich der Aus­bil­der nach zwei Wochen raus­schmeißen.”

Denn der Job ist weitaus schwie­riger als er wirkt: Ein Crou­pier muss nicht nur fein­füh­lig mit Gewin­nern und Ver­lie­rern glei­cher­maßen umgehen können, sondern auch rasante Fin­ger­fer­tig­keit für das Han­tie­ren mit den Jetons haben. Und ohne aus­gezeich­nete Kopf­rech­nen-Fähig­kei­ten und ein unbe­stech­liches Kurz­zeit­gedächt­nis geht auch nichts: Welcher Gast hat welchen Jeton gesetzt, wer bekommt wie viel aus­bezahlt? Sch­ließ­lich geht es um bares Geld, manch­mal hohe Summen. „Da kann die Stim­mung schnell kippen, wenn es Unklar­hei­ten gibt - auch wenn ein Gast eben noch dein bester Freund war, weil er bei Dir immer gewon­nen hat.”

Nora Kohlhase schaffte es schließlich doch, den Kurs erfolg­reich zu beenden, obwohl 40 von 45 Anfän­gern aus­gesiebt wurden. Später hängte sie ihr Wirt­schafts­wis­sen­schafts-Studium an den Nagel, stieg mit einer Voll­zeit­stelle ein, wech­selte nach Han­nover. Sie kann gut leben von ihrer Arbeit, auch wenn die Trink­gel­der nicht mehr so üppig sind wie früher, als Casinos ein exklu­siver Ort waren, in denen sich nur eine ver­mögende Elite traf.

Doch so sehr die 37-Jährige an ihrem Job hängt, die Schat­ten­sei­ten liegen auf der Hand: Nacht­arbeit ist nicht die Aus­nahme, sondern die Regel. Wenn andere abends aus­gehen oder auf dem Sofa relaxen, hat für Nora Kohl­hase der Arbeits­tag oft erst begon­nen. „Familie ist schwie­rig, es ist nicht einfach, einen Partner zu finden, der das mit­trägt”, sagt sie - ihren jet­zigen Freund lernte sie per Inter­net kennen.

Gelegentlich zockt sie auch selbst , zuletzt im März im Casino in Potsdam; nie im eigenen Haus, dafür sind alle Mit­arbei­ter und deren Angehö­rige gesperrt, damit gar nicht erst der Ver­dacht von Schie­berei auf­kommt. „Als ich 140 Euro gewon­nen hatte, bin ich aus­gestie­gen”, berich­tet Kohl­hase. „Und dann habe ich mir einen netten Abend an der Bar gemacht.”

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/10/05/service/berufbildung/t/rzo358087.html
Mittwoch, 22. August 2007, 12:17 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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