IVWPixel Zählpixel
Nachrichten Sport Magazin Service
Anzeigen Verlag im Netz Kevag Telekom Service & Kontakt
Auto Computer Multimedia Wirtschaft Freizeit Gesundheit Beruf Lexikon
Samstag, 4. Juli 20
RZ-Akademie

Karlsruhe/St. Gallen (dpa/tmn) - Blogs und Pod­casts spielen in der Wei­ter­bil­dung von Führungs­kräf­ten noch kaum eine Rolle. Wich­tiger gewor­den ist dagegen das per­sön­liche Coa­ching.

Bonn - Selbst­stän­dige sollten auch wei­ter­hin die Kosten für die Fahrt zur Arbeit notie­ren. Denn die Kürzung bei der Ent­fer­nungs­pau­schale werde derzeit gericht­lich geprüft...

Bochum - Gute Pro­dukte einer Firma garan­tie­ren nicht, dass diese auch ein guter Arbeit­geber ist. Poten­zielle Bewer­ber sollten sich daher gründ­lich über das Unter­neh­men infor­mie­ren und mög­lichst vor Ort Ein­drü­cke...

Hens­tedt-Ulzburg - Schon Schüler sollten laut Exper­ten eine Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung besit­zen, auch wenn sie noch keinen Beruf ausüben. Kommen sie beim Sport oder in ihrer Frei­zeit zu Schaden und sind dadurch...

Hamburg - Der Inter­natio­nale Tag des Lehrers soll an die wich­tige Rolle der Päd­ago­gen bei der Aus­bil­dung der jungen Gene­ration erin­nern. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Bessere Arbeits­bedin­gun­gen für Lehrer -...

Wies­baden/Berlin - In Deutsch­lands Klas­sen­zim­mern stehen immer ältere Lehrer vor den Schü­lern. Die 792 000 haupt­beruf­lichen Lehr­kräfte an den all­gemein­bil­den­den und beruf­lichen Schulen waren im ver­gan­genen Schul­jahr...

Beruf & Bildung

News  

Recht  

Weiterbildung  

Wie werde ich...  

Nur noch 500 Tierpräparatoren - Berufsstand droht das Aus

Gold­berg/Witten - Mit ruhiger Hand setzt er die Nadeln, rund um die Augen, an Ohren und Hals.

Tierpräparator

Am Präpa­rat eines Kän­gurus arbei­tet der Tier­präpa­rator Klaus-Dieter Jost. (Bild: dpa)

Präzision ist gefragt, meint Klaus-Dieter Jost aus dem meck­len­bur­gischen Gold­berg (Kreis Parchim).

Die Metallstifte werden die Haut des Kän­gurus beim Trock­nen fest­hal­ten. Damit am Ende alles passt, das Präpa­rat eines natür­lich ver­ende­ten Zoo­bewoh­ners leben­dig, sauber und korrekt aus­sieht, erklärt der 50-Jährige. Er sei Natur­freund, seit er denken kann, meint er. Und beseelt davon, Tiere für die Ewig­keit zu bewah­ren. „Doch der Beruf ernährt einen kaum, irgend­wie gehört auch der zoo­logi­sche Präpa­rator zu einer aus­ster­ben­den Spezies.”

Sie sind selten gewor­den und haben inzwi­schen zu wenig Arbeit, bestätigt Hagen Schulz-Hanke, Vor­sit­zen­der des Ver­ban­des Deut­scher Präpa­rato­ren (Witten/Nord­rhein-West­falen). Der Grund dafür sei zwei­schnei­dig: Arten­schutz sei durch­aus ein Problem, da Mate­rial zum Präpa­rie­ren ver­loren ginge. Obwohl geschützte Tiere ohnehin nur nach natür­lichem Tod und mit Geneh­migung behan­delt würden. „Man darf doch nicht mal ein totes Eich­hörn­chen auf­heben”, so Jost aus Gold­berg. Der Bun­des­ver­band strebt jetzt ein ein­heit­liches Kenn­zeich­nen der Präpa­rate mittels ein­gespritz­tem Chip an, um Kon­troll­mög­lich­kei­ten und letzt­lich die Akzep­tanz für das Kon­ser­vie­ren auch geschütz­ter Arten zu erhöhen.

Jost fand als Hobby-Ornithologe zu seinem Beruf. Der gelernte Pols­terer aus dem bran­den­bur­gischen Cottbus wurde im Fern­stu­dium Inge­nieur für Präpa­rati­ons­tech­nik. Neben der Arbeit im Gold­ber­ger Hei­mat­museum büf­felte der lei­den­schaft­liche Foto­graf vier Jahre lang Tiera­nato­mie, zoo­logi­sche Geo­gra­phie, Zeich­nen, Model­lie­ren, Mate­rial­kunde und Ver­arbei­tungs­tech­niken. 1991 machte er sich selbst­stän­dig.

Sein „fau­narium” ist ein Block­haus im Garten. Die kleine Werk­statt mutet wie ein bunt zusam­men­gewür­fel­ten Natur­kun­demu­seum an: Vögel, Fische, Füchse, Marder, kapi­tale Hirsche und angriffs­lus­tige Keiler treffen in diesem tie­rischen Sam­mel­surium auf Dino­sau­rier und speer­bewaff­nete Stein­zeit­menschen. Mit dem Gestal­ten von Figuren, Land­schaf­ten oder kom­plet­ten Aus­stel­lun­gen für Museen und Natur­parks, aktuell für Wit­ten­hagen bei Feld­berg (Bran­den­burg), kann Jost sein Brot auch dann ver­die­nen, wenn Auf­träge für Jagdtro­phäen, Lehr­mit­tel und Präpa­rate hei­mischer Tiere aus­blei­ben.

Weit zurück in die Vergangenheit geht es, wenn riesige Mammut- oder Sau­rier­kno­chen nach­gebil­det oder gar mit viel Kunst­stoff, Gips und Farbe spek­takulär zu „neuem Leben” erweckt werden. Nur: Ver­nach­läs­sigt würde dabei die ein­fache „Wald- und Wie­sen­bio­logie”, klagt Ver­bands­chef Schulz-Hanke. Insti­tute wären davon ebenso betrof­fen wie Museen.

Es fehle Geld für Pflege und Neu­erwerb kon­ser­vier­ter Tiere, Präpa­rate lan­deten sogar auf dem Müll. „Samm­lun­gen sind bedroht, wenn sie niemand betreut.” Im Bio-Unter­richt bekämen Schüler kaum mehr hei­mische Sing­vögel oder Säuger vor die Nase gesetzt, man­geln­des Inter­esse und miese Noten in Natur­wis­sen­schaf­ten seien also kein Wunder, meint der Experte. Arten­kennt­nisse gingen ver­loren und echte, anschau­liche Nach­weise über Lebe­wesen.

Bundesweit gibt es nach Verbandsangaben noch rund 500 Präpa­rato­ren, davon 300 zoo­logi­sche, die meisten frei­beruf­lich mit eigener Werk­statt. Aus­gebil­det wird nur noch in Bochum. Dem Berufs­stand zwi­schen Hand­werk, Kunst und Wis­sen­schaft, dessen Ursprünge bis zu den Mumi­fizie­run­gen der alten Ägypter zurück­rei­chen sollen, drohe in Deutsch­land das Aus. Der Markt für Präpa­ratio­nen ist inzwi­schen absolut begrenzt, Geld für Lehr­mit­tel und Muse­umsstü­cke immer knapper, weiß Jost. Aus glei­chem Grunde machten sich Züchter rar. Beu­tetiere, ob von hei­mischer Pirsch oder Afrika-Safari, würden immer sel­tener gebracht. Die volks­tüm­liche Annahme, ein Tier­präpa­rator könne niemals ver­hun­gern, stimme wohl nicht mehr, so der Meck­len­bur­ger.

Berufsverband für Präpa­rato­ren: www.prae­para­tion.de Von Grit Büttner, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/08/30/service/berufbildung/t/rzo360082.html
Donnerstag, 30. August 2007, 12:17 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
Artikel empfehlen    Leserbriefe    Impressum

suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
Druckversion