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Montag, 10. Aug. 20
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Büffeln statt baden: Ferien sind für viele Schüler Lernzeit

Nürn­berg/München - Ein­lei­tung, Haupt­teil, Schluss. Die Span­nung auf­bauen und viel wört­liche Rede ver­wen­den.

Schüler beim Lernen

Die Feri­enzeit ist für viele Kinder zur Lern­zeit gewor­den. (Bild: dpa)

Die Frau an der Tafel erklärt, wie man einen Aufsatz aufbaut. Max schaut wieder auf das Blatt vor ihm, auf dem eine Bil­der­geschichte auf­gezeich­net ist.

Der Elfjährige schlägt sein Heft auf und beginnt zu schrei­ben. Eine Woche hat Max hier, beim Stu­dien­kreis Nürn­berg, Nach­hilfe in Deutsch bekom­men. Jetzt, in den Ferien, belegt er einen Wie­der­holungs­kurs - um fit zu sein für das Gym­nasium, das er von kom­men­der Woche an besucht.

Dabei ist Max ein guter Schüler. Auf seinem Zeugnis steht eine Zwei in Mathe und eine Drei in Deutsch. Nur die Pro­bleme mit der Recht­schrei­bung müssten aus­gemerzt werden, sagt seine Mutter. Zwei Wochen Nach­hilfe in den Ferien könne man dem Elf­jäh­rigen zumuten. Max sieht's gelas­sen: „Ich will nicht schon am Anfang schlechte Noten schrei­ben.”

Büffeln statt baden gehen - für viele Kinder sind die Ferien längst zur Lern­zeit gewor­den. „In den Som­mer­ferien ist genug Zeit, um Lücken zu schließen”, sagt Nach­hil­feleh­rerin Nina Berger. Private Insti­tute wie der Stu­dien­kreis in Nürn­berg sind derzeit aus­gebucht. 16 Kurse wurden im Sommer ange­boten, 40 Schüler haben teil­genom­men. Und die Kli­entel wird immer jünger: 30 Prozent der Nach­hil­feschü­ler gehen noch in die Grund­schule.

„Die Eltern haben sehr viel mehr Ehrgeiz ent­wickelt”, erklärt Rolf Schu­mann, päd­ago­gischer Leiter beim Nürn­ber­ger Stu­dien­kreis. Oft werde alles daran gesetzt, dass Kinder den Über­tritt aufs Gym­nasium schaff­ten. Schon in den ersten Schul­jah­ren werde ver­mehrt Nach­hilfe belegt, bestätigt Elka Stratt­ner vom schul­psy­cho­logi­schen Dienst Nürn­berg. „Zumin­dest ein Teil der Ferien sollte aber Erho­lung sein”, betont sie. Sinn­voll sei Lernen erst jetzt zum Ferie­nende, um Stoff zu wie­der­holen und sich auf das neue Schul­jahr vor­zube­rei­ten.

Isabell Zacharias, Vorsitzende des Baye­rischen Eltern­ver­ban­des, ist da anderer Meinung: „Die Ferien brau­chen die Kinder, um sich zu rege­nerie­ren.” Die schul­freie Zeit sei nicht da, um das auf­zuho­len, „was die Schule nicht geschafft hat”.

Der Druck, gute Leis­tun­gen zu erzie­len, habe zu einem „abso­luten Nach­hilfe-Boom” geführt: 250 Mil­lio­nen Euro blät­ter­ten Eltern in Bayern jähr­lich für die Lern­stun­den ihrer Kinder hin, berich­tet die Eltern­ver­tre­terin. Bun­des­weit wurden nach Angaben des Sta­tis­tischen Bun­des­amtes zuletzt 5,4 Mil­liar­den Euro pro Jahr für Nach­hilfe und Lern­mit­tel aus­gege­ben. Tendenz stei­gend.

Schätzungen zufolge bekommt jedes vierte Kind in Deutsch­land Pri­vat­unter­richt - meist in Deutsch, Mathe und Eng­lisch. Zahlen, wie viele Kinder in den Ferien Nach­hilfe nehmen, gibt es nicht. Klar ist: Die Branche boomt - und das nicht nur während der Schul­zeit. Dazu trägt der große Markt der Anbie­ter bei, aber auch die Lage an den Schulen: Es fehlt an Lehrern, die Klassen sind zu groß und die „Schere zwi­schen den ganz Starken und den ganz Schwa­chen” öffne sich immer mehr, sagt Nach­hil­feleh­rerin Nina Berger.

Inzwischen bieten Insti­tute wie die Schü­ler­hilfe auch „Lern­camps” an, etwa im Klein­wal­ser­tal in Öster­reich. Vor­mit­tags wird gepaukt, am Nach­mit­tag können die Kinder am Frei­zeit­pro­gramm teil­neh­men oder Zeit mit den Eltern ver­brin­gen. Die För­derung ihres Nach­wuch­ses lassen sich die Eltern einiges kosten: Zwei Stunden Nach­hilfe vor­mit­tags, Mit­tages­sen und Frei­zeit­pro­gramm kosten pro Woche 260 Euro.

„Nicht jeder Schüler ist ein Einser-Kan­didat”, gibt Hergen Kicker vom baye­rischen Phi­lolo­gen­ver­band zu beden­ken. Viele Eltern hätten ein Problem, „sich mit einer Drei oder Vier zufrie­den zu geben”. Er rät, Kinder nicht zu über­for­dern. Lernen während der Ferien sei ja in Ordnung - aber in Maßen. „Ein Kind soll ja keine Lern­maschine sein.” Von Sonja Krell, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/09/05/service/berufbildung/t/rzo361475.html
Mittwoch, 05. September 2007, 14:18 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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