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Freitag, 14. Juni 13
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 Das Thema des Tages 

Heftigster Streik in der Bahn-Geschichte

Berlin/Frank­furt/Main (dpa) - Mit dem schwers­ten Streik in der Geschichte der Deut­schen Bahn hat die Lok­füh­rer­gewerk­schaft GDL den Zug­ver­kehr massiv ins Stocken gebracht und im Osten zeit­weise fast lahm­gelegt. Im Güter­ver­kehr fielen der Bahn zufolge mehr als 40 Prozent der Züge aus.

Informationstafel

Die Gewerk­schaft der Lok­füh­rer hat ihren Streik auf Züge im Per­sonen­ver­kehr aus­gedehnt.

Fluggesellschaften und Auto­ver­mie­tun­gen ver­zeich­neten eine stär­kere Nach­frage. Pendler, die auf das Auto umstie­gen, sorgten für lange Staus. Die GDL drohte schon vor Ende der Streik­welle mit einem unbe­fris­teten Streik - mög­licher­weise bereits von Anfang nächs­ter Woche an. Bahn­chef Hartmut Mehdorn erhielt vom Auf­sichts­rat jedoch Unter­stüt­zung für seinen Kurs, nicht auf die For­derun­gen der GDL ein­zuge­hen, auch wenn sie „unent­wegt weiter strei­ken sollte”.

Die Bahn verklagte die GDL auf fünf Mil­lio­nen Euro Scha­den­ersatz. Die Klage beim Arbeits­gericht Frank­furt am Main beziehe sich nur auf den Warn­streik der GDL vom 10. Juli, sagte ein Bahn­spre­cher.

In Ost­deutsch­land fielen nach Angaben der Deut­schen Bahn zunächst 85 Prozent der Regio­nal­bah­nen aus, am Abend hieß es, dass 20 bis 30 Prozent der Züge rollten. Im Westen sei die Lage für Pendler und Rei­sende etwas besser gewesen, da etwa 50 Prozent der Regio­nal­bah­nen fuhren. Starke Ein­schrän­kun­gen habe es auch bei den S-Bahnen gegeben. Der Aus­stand der Lok­füh­rer soll noch bis Sams­tag­mor­gen andau­ern.

Für den Warenverkehr galt weiter ein „Annah­mestopp von Güterzü­gen von und nach Ost­deutsch­land”. Im Güter­ver­kehr konnte die Bahn eine „Grund­ver­sor­gung” sicher­stel­len, im Osten reichte es nur für eine „Mini­mal­ver­sor­gung”. Die Lage werde „immer kri­tischer”, hieß es in einer Bahn-Mit­tei­lung.

Ein Chaos an den Bahn­höfen blieb meist aus. Die Bahn regis­trierte deut­lich weniger Rei­sende als üblich. „Offen­sicht­lich rea­gie­ren die Kunden beson­nen und weichen, wie auch an den ver­gan­genen Streik­tagen, recht­zei­tig auf andere Ver­kehrs­mit­tel aus”, hieß es. Ver­schärft durch das Win­ter­wet­ter kam es zu kilo­meter­lan­gen Staus auf Auto­bah­nen und Land­straßen, berich­tete ADAC-Spre­che­rin Maxi Hartung.

Seit 2.00 Uhr am Donnerstag bestreikt die Gewerk­schaft der Lok­füh­rer erst­mals zeit­gleich den Güter­ver­kehr, den Per­sonen­fern- und den Nah­ver­kehr. An dem Arbeits­kampf betei­lig­ten sich nach Angaben der GDL seit Streik­beginn bun­des­weit 3070 Lok­füh­rer. Die Not­fahr­pläne seien ein „Offen­barungs­eid” und hätten nicht immer ein­gehal­ten werden können, sagte GDL-Vize Claus Weselsky. Die Bahn hielt dagegen, die Züge im Nah- und Fern­ver­kehr führen „stabil”. Eine Bahn-Spre­che­rin räumte aber ein, dass „ver­ein­zelt” Züge aus­fie­len, die nach dem Not­fahr­plan hätten rollen sollen.

Im Fern­ver­kehr sind nach Bahn­anga­ben etwa zwei Drittel der Züge unter­wegs, „vor allem ICE-Züge, inter­natio­nale Züge sowie Auto- und Nachtzüge”. Dagegen fielen beson­ders viele IC-Züge aus. Im S-Bahn­ver­kehr in Stutt­gart und in Frank­furt am Main fuhr den Angaben zufolge etwa ein Drittel der Züge. In der Ber­liner Innen­stadt ver­kehr­ten die S-Bahnen im 20-Minuten-Takt. In Hamburg wurde das S- Bahn-Angebot auf 40 Prozent redu­ziert. Bun­des­weit hatte die Bahn fast 500 Busse im Schie­nen­ersatz­ver­kehr im Einsatz.

Die Gewerkschaft will mit den Arbeits­nie­der­legun­gen einen eigenstän­digen Tarif­ver­trag für das Fahr­per­sonal und bis zu 31 Prozent mehr Geld durch­set­zen. Die Bahn lehnt das wei­ter­hin ab.

„Zuneh­mend schla­gen die Auto­mobil-Firmen Alarm, weil Zulie­ferun­gen aus­blei­ben”, hieß es in einer Mit­tei­lung der Bahn. Bisher hatte nur das Brüs­seler Audi-Werk die Pro­duk­tion wegen feh­len­der Teile bis Montag gestoppt. Dadurch werden 210 Audi A3 und rund 450 VW-Polo nicht gebaut.

Die tarifpolitischen Fronten blieben unter­des­sen hart. Weselsky sagte: „Der Kom­pro­miss beginnt mit einem anderen Angebot. Eine schlichte Erhöhung der Arbeits­zeit wird es mit uns nicht geben.” Anfang kom­men­der Woche werde die GDL über ihr wei­teres Vor­gehen ent­schei­den, dabei aber sorgsam mit ihrem Streik­recht umgehen. „Wir haben kein Inter­esse daran, dass uns irgend­ein deut­sches Gericht die Arbeits­kämpfe erneut ver­bie­tet”, sagte der GDL-Vize.

Der Bahn-Vor­stand erhielt für sein Vor­gehen in dem Tarif­streit Rücken­deckung vom Auf­sichts­rat. Das Gremium unter­stützte die Posi­tion des Vor­stands, nicht auf For­derun­gen der GDL nach einer Auf­lösung der Tari­fein­heit ein­zuge­hen, auch wenn die Gewerk­schaft „unent­wegt weiter strei­ken sollte”, teilte der Auf­sichts­rat nach einer Son­der­sit­zung mit. Das Kon­troll­gre­mium bat die Gewerk­schaft, mit dem Bahn-Vor­stand in neue Ver­hand­lun­gen zu treten.

Die Bahn for­derte die GDL in ganz­sei­tigen Anzei­gen zum Ende der Streiks auf. „Stoppen Sie diesen Wahn­sinn, Herr Schell!”, stand in roten Lettern in den Don­ners­tag­aus­gaben meh­rerer Zei­tun­gen. Gewerk­schafts­chef Manfred Schell ver­wei­gere sich „seit Monaten jeg­licher Ver­hand­lung”, kri­tisierte der Konzern. „Hören Sie endlich auf, ein ganzes Land zu bestrei­ken.”

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dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/11/15/tt/t/rzo377535.html
Donnerstag, 15. November 2007, 19:06 © RZ-Online (NewsDesk)
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