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Donnerstag, 03. Januar 08

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Koblenz - "Das große Bil­der­buch der Natur liegt gleich­sam auf­geschla­gen vor uns da, und langsam scho­nend wendet eine unsicht­bare Hand ein Blatt des­sel­ben nach dem anderen vor unsern Augen um, bis diese...

Diezlers Panoramablick auf Koblenz und den Ehrenbreitstein

Koblenz - "Das große Bil­der­buch der Natur liegt gleich­sam auf­geschla­gen vor uns da, und langsam scho­nend wendet eine unsicht­bare Hand ein Blatt des­sel­ben nach dem anderen vor unsern Augen um, bis diese, geblen­det von all" der Herr­lich­keit, sich ermüdet auf einige Zeit abwen­den müssen." So beschrieb Johanna Scho­pen­hauer 1828 ihre Ein­drü­cke einer Fahrt mit dem Dampf­schiff auf dem Rhein von Mainz nach Köln.

Vom neuen kurfürstlichen Schloss

Vom neuen kur­fürst­lichen Schloss am linken Rhei­nufer bis zur Festung Ehren­breit­stein rechts: So sah der Maler Anton Diezler im Jahr 1831 die Stadt Koblenz.

Was lag näher, als aus dieser dank fort­schrei­ten­der Ver­kehrs­mit­tel immer schnel­ler zu berei­sen­den Land­schaft tatsäch­lich "Bil­der­bücher" zu machen? Rhein­alben und -pan­ora­men nämlich, die im 19. Jahr­hun­dert nicht umsonst immer belieb­ter und zu einer Ein­nah­mequelle für Künst­ler wurden, die dafür die Vor­lagen lie­fer­ten. Künst­ler wie Anton Diezler (oder Ditzler), der 1811 in Ehren­breit­stein als Sohn des Malers Johan­nes Diezler zur Welt kam und bereits mit 34 Jahren in Köln starb. Weiß man schon wenig über die Bio­gra­fie des Vaters, so liegt die des Sohnes erst recht weithin im Dunkel. Jeden­falls dürfte er beim Vater in die Lehre gegan­gen sein (darauf ver­weist die sti­lis­tische Ver­wandt­schaft) und kon­zen­trierte sich, wie dieser, auf Rhein­land­schaf­ten bezie­hungs­weise Land­schaf­ten der näheren Umge­bung.

Deshalb ist es nicht erstaunlich, dass die Familie Diezler in der Samm­lung Sie­ben­gebirge, die sich jetzt mit Aus­stel­lun­gen im Mit­tel­rhein-Museum Koblenz und im Roent­gen-Museum Neuwied prä­sen­tiert, beson­ders reich­lich ver­tre­ten ist.

Beispielsweise eben Anton Diezler mit Rhein­pan­ora­men im extrem in die Breite gestreck­ten Quer­for­mat, die unter anderem nicht nur den Blick auf die Insel Non­nen­werth und das dahin­ter­lie­gende Sie­ben­gebirge fest­hal­ten, sondern eben auch dank ihres per­spek­tivisch unge­wöhn­lichen Bild­auf­baus einen erheb­lichen Abschnitt beider Ufer des Rheins.

Um 1844 machte der Kölner Verleger Eisen aus diesem und neun anderen Pan­ora­men Diez­lers eine Mappe mit zehn von Anton Ruff gesto­che­nen, auch einzeln zu erwer­ben­den Aqua­tinta-Blät­tern. Die waren offen­bar so beliebt, dass Eisen schon im Jahr darauf eine auf den dop­pel­ten Umfang erwei­terte Neu­auf­lage her­aus­brachte, für die Anton Diezler 17 von 20 Vor­lagen lie­ferte.

Eine andere Serie von Rhein­ansich­ten hatte der Künst­ler bereits im Alter von 20 Jahren im Jahr 1831 gemalt. Zu ihr gehört auch eine abend­liche Ansicht von Ehren­breit­stein und Koblenz, gemalt von einem Stand­punkt aus, den schon viele Maler vor ihm gewählt hatten: von einer Stelle ober­halb der Pfaf­fen­dor­fer Kirche. Da bringen schon die topo­gra­fischen Gege­ben­hei­ten pan­ora­mische Weite ins Spiel. Das letzte Licht des Aben­drots hebt die in bester Diezler"scher Manier detail­getreu gemal­ten mar­kan­ten archi­tek­toni­schen Punkte hervor: neben der Kirche auf dem rechten das neue Kur­fürst­liche Schloss auf dem linken Rhei­nufer, vor allem aber die 1831 vollstän­dig auf­gebaute preußi­sche Festung Ehren­breit­stein. Nicht über­höht und idea­lisiert, sondern "nach der Natur" gemalt, trotz­dem beein­dru­ckend genug in ihrer Mäch­tig­keit. Vor­gela­gert sind noch Reste ihrer "Keim­zelle", der Burg Hel­fen­stein, in der vom 12. bis 16. Jahr­hun­dert die Grafen Hel­fen­stein wohnten und die Kur­fürst Richard von Greif­fen­klau zu einer Festung aus­bauen ließ.

Auch nach dem frühen Tod Anton Diezlers erschie­nen weitere Rhein-Pan­ora­men nach seinen Vor­lagen, bei­spiels­weise um 1850 in Köln ein Stahl­stich-Lepo­rello in zwölf Seg­men­ten, im hand­lichen Taschen­for­mat und damit perfekt geeig­net, es mit auf Reisen zu nehmen und schon an Ort und Stelle die Rea­lität mit der Kunst zu ver­glei­chen. Siehe zu den Arbei­ten Anton Diez­lers auch den Katalog zur Aus­stel­lung, die bis 3. Februar im Mit­tel­rhein-Museum am Flo­rins­markt zu sehen ist (diens­tags bis sams­tags, 10.30 bis 17 Uhr; sonn- und fei­ertags, 11 bis 18 Uhr; außer an Sil­ves­ter und Neujahr). (L. Sauer-Kaul­bach)

RZO


http://rhein-zeitung.de/on/07/12/31/magazin/szeneregional/t/rzo389913.html
Montag, 31. Dezember 2007, 10:20 © RZ-Online (NewsDesk)
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