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Archiviert am
Mittwoch, 16. Januar 08 |
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Solo ist Guthros Stimme sogar noch besser MAINZ. 400 Sänger bewarben sich 1998 um die Nachfolge des charismatischen Frontmannes Donnie Munro bei der schottischen Kultband Runrig. Die Wahl fiel schließlich auf den Kanadier Bruce Guthro, der mit seiner angenehm weichen, klaren Stimme das Rennen machte.
Runrig hat diese Wahl nie bereut, wie die erfolgreichen folgenden Alben zeigen. Dass der 46-Jährige auch ohne seine schottischen Bandkollegen überzeugt, machte das sehens- und hörenswerte Mainzer Konzert bei der "Beautiful-Life"-Solotour im Frankfurter Hof deutlich. Auffallend ist, dass Guthros klare Stimme solo noch besser zur Geltung kommt als bei Runrig. Die ruhigen, gefühlvollen Songs aus dem vierten Soloalbum "Beautiful Life" hat der Sänger und Songschreiber ganz auf sich selbst zugeschnitten. Seine Begleitmusiker halten sich mit Saxofon, Bass, Keyboards und Schlagzeug weitgehend zurück und überlassen Guthro den Vortritt. Auf eine Licht- oder Bühnenshow verzichtet der aus Nova Scotia im äußersten Nordosten Kanadas stammende Sänger gänzlich und lässt lieber die Musik sprechen. Die rund 250 Zuschauer im nicht ganz ausverkauften Frankfurter Hof sitzen verträumt auf ihren Stühlen und lauschen den autobiografischen Liedtexten, die von einem Spaziergang am Meer, Guthros erster Reise nach New York City oder seiner Konversation mit Gott (Guthro: "Ich bin ein sehr gläubiger Mensch") handeln. Die eingängigen Melodien drücken das positive Lebensgefühl aus, das der Kanadier zu vermitteln versucht. Zwischendurch bricht Guthro den Rhythmus und lädt mit dem fröhlichen Losgeh-Song "In the old Backyard" zum Mitsingen und -klatschen ein. Für Erheiterung sorgen Guthros Erzählungen vom Familienleben an Kanadas rauer Ostküste. "Wir waren acht Jungs und ein Mädchen zu Hause, und wir hatten zwei Räume: einen für die Jungs und einen für das Mädchen." Guthro: "Es gibt keine Gerechtigkeit." Eine Liebeserklärung an seine Lieblingsstadt ist das jazzige Barlied "Montreal". Im zweiten Teil des Konzertes wechselt Guthro gänzlich den Musikstil und zeigt mit dem Countrysong "Rosie", dass nicht nur keltische, sondern auch nordamerikanische Einflüsse seine Musik prägen. Um noch eins draufzusetzen, singt der Kanadier ein Gospellied (Guthro: "Can I have a Halleluja?") und macht endgültig klar, dass er sich nicht in ein Schema pressen lassen will. Die Zuhörer machen bei dieser Wanderung zwischen den Stilen mit und spenden begeisterten Applaus im Stehen. Oliver Gehrig RZO
http://rhein-zeitung.de/on/08/01/16/magazin/szeneregional/t/rzo393688.html |
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