IVWPixel Zählpixel
NachrichtenSportMagazinService
Anzeigen Verlag im Netz Kevag Telekom Service & Kontakt
Kino Kino-News Musik Szene Reise Charts Event-Kalender Ticket-Shop
Archiviert am
Donnerstag, 31. Januar 08

«Retrosprache»Von Ragah Kamel, dpa „Klaro” will das kleine Mädchen mit dem Jungen in den Urlaub fahren, aber nur mit einem ganz bestimm­ten Rei­sean­bie­ter. Was sich anhört wie eine Werbung aus den 70er oder 80er Jahren...

Frank­furt/Main - In der kalten Jah­res­zeit fühlt sich die Haut oft fad und müde an - und häufig sieht sie dann auch so aus. „Schnelle Hilfe bringt ein Make-up mit licht­reflek­tie­ren­den Pig­men­ten”...

New York - Sich ein echtes Tattoo stechen zu lassen, bedeu­tet für den New Yorker eine viel zu große Ver­pflich­tung. Wer weiß, ob ihm oder ihr das Motiv im kom­men­den Jahr noch gefällt? Statt­des­sen sind Tattoo-Shops...

London - Die Welt­wirt­schaft kriselt, doch am Finanz­platz London schlem­men sich die Banker zur Bonus­sai­son trotz­dem durch luxu­riöse Super-Menüs Umge­rech­net fast 1400 Euro sind für das spe­zielle „Bonus Tasting Menu” in...

Tokio - Die einen drehen Blei­stifte zwi­schen ihren Fingern, weil sie gerade nichts zu tun haben. Für die anderen ist es eine hohe Kunst: „Pen-Spin­ning”, das akro­bati­sche Drehen spe­ziel­ler Stifte um die Finger...

Tokio - In der Mobil­funk-Hoch­burg Japan tragen manche Frauen ihre Handys neu­erdings wie ele­gan­ten Schmuck spa­zie­ren. „Deco”, auf­wen­dig gestal­tete Ver­zie­run­gen für Mobil­tele­fone, sind der neueste Trend.

Klaro, geil und cool - Die Werbung nutzt die „Retrosprache”

Von Ragah Kamel, dpa „Klaro” will das kleine Mädchen mit dem Jungen in den Urlaub fahren, aber nur mit einem ganz bestimm­ten Rei­sean­bie­ter.

«Retrosprache»

„Retro” ist nicht nur bei der Bril­len­mode ange­sagt. Auch die Werbung setzt auf die Jugend­spra­che der 80er. (Bild: dpa/tmn)

Was sich anhört wie eine Werbung aus den 70er oder 80er Jahren, ist ein aktu­eller Spot eines Rei­sever­anstal­ters.

Dabei würden die meisten Kinder heut­zutage wohl kaum „klaro” sagen. Der Begriff war in den 70er und 80er Jahren modern und wirkt mitt­ler­weile doch eher etwas ange­staubt. Aus unge­fähr der glei­chen Zeit stammen auch die Mode­wör­ter „cool” und „geil”. Manch­mal werden solche Aus­drü­cke aber von der Werbung wie­der­ent­deckt, die dann bewusst auf eine Art „Retro­spra­che” setzt.

Die Wer­bema­cher wollten damit Auf­merk­sam­keit erregen, sagt Peter Schlo­bin­ski, Sprach­wis­sen­schaft­ler an der Uni­ver­sität Han­nover. Sie spre­chen damit eine ganz bestimmte Ziel­gruppe an, und zwar Per­sonen über 50, die das Produkt kaufen sollen. „Die waren in den 70ern jung und haben diese Sprache selbst ver­wen­det”, erklärt Franco Rota von der Hoch­schule der Medien in Stutt­gart.

Zur damaligen Jugendsprache gehörten auch Aus­drü­cke wie „flippig” oder „freaky”, die heut­zutage nur noch selten zu hören sind. Denn Begriffe mit einer y-Endung stammen laut Rota meist aus den 70er Jahren. Die Worte „dufte” oder „knorke” gibt es dagegen schon seit Beginn des 20. Jahr­hun­derts. Sie waren damals beson­ders in Berlin sehr ver­brei­tet, erklärt Schlo­bin­ski.

Die oben beschrie­bene Werbung, in der das Mädchen „klaro” sagt, richtet sich sogar gleich an zwei Ziel­grup­pen: „Das kleine Kind, das die Rede­wen­dung gebraucht, spricht die Ziel­gruppe der Kinder und Jugend­lichen an und der ver­wen­dete Aus­druck die der Eltern und Groß­eltern”, so der Experte für Wer­bespra­che aus Stutt­gart.

Einzelne Begriffe haben über die Werbung den Weg zurück in die All­tags­spra­che gefun­den. „Das Wort 'geil' ist in den 90er Jahren etwas abge­flaut und wurde von einer Elek­tro­nik­kette durch die Wer­bekam­pagne 'Geiz ist geil' wieder aktua­lisiert”, erläu­tert Rota. Ähnlich sei es auch bei dem Begriff „cool”, der seinen Höhe­punkt in den 80ern hatte. Er wurde in den 90ern durch einen Scho­kola­den­her­stel­ler wie­der­belebt, der mit dem Slogan „It's cool man” warb. Eine Wort­neu­schöp­fung der Werbung ist laut Annette Trabold vom Insti­tut für Deut­sche Sprache in Mann­heim zum Bei­spiel der Begriff „unka­putt­bar”.

Werbesprache kann den Men­schen beein­flus­sen. „Sie ist so all­gegen­wär­tig wie kaum eine andere Gruppe von Bot­schaf­ten in der Mas­sen­kom­muni­kation”, sagt Rota. Ein all­gemei­ner Trend zur Retro­spra­che lasse sich im aktu­ellen Sprach­gebrauch aller­dings nicht fest­stel­len. Nur in ein­zel­nen Fällen und mit viel Anstren­gung sei es der Werbung gelun­gen, Begriffe auch in der All­tags­spra­che zu ver­ankern. Jede Zeit hat eine andere Jugend­mode, die sich auch sprach­lich ganz bewusst abhebt. „Mode­wör­ter kommen daher nur selten wieder”, erklärt Annette Trabold.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/01/31/magazin/szene/t/rzo397490.html
Donnerstag, 31. Januar 2008, 14:09 © RZ-Online (NewsDesk)
Artikel empfehlen    Leserbriefe    Impressum    

suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
E-Paper
Die heutige Ausgabe der Rhein-Zeitung
• Verlag
• Abo-Service
• Anzeigen
• RZ-Card
E-Paper

Sudoku

Kino
Event-Kalender
Kino-Memo-Quiz
Kino-Memo-Quiz
Doppelkarten für Koblenz
oder Mainz zu gewinnen!

Druckversion