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Donnerstag, 14. Februar 08

-Sin­gapur - „Goethe stieg immer auf den höchs­ten Turm, ehe er ein Gedicht über eine Stadt schrieb”, sagt Florian Bollen. Sollte es mal einen Dichter vom Kaliber Goethes nach Sin­gapur ver­schla­gen...

-Nizza - Das Herz Nizzas schlägt wieder im Takt wie vor 100 Jahren. Vorbei sind die Staus auf den großen Straßen, die auf der Place Masséna zusam­men­lau­fen, vorbei die Hup­kon­zerte unge­dul­diger Auto­fah­rer. Seit Ende 2007...

Perth - Aus­tra­lien hat zwar ganz offi­ziell eine Mon­archin als Staats­ober­haupt. Vielen Tou­ris­ten fällt das aber kaum auf.

Borowez/Pam­porowo (dpa/tmn) - Schon vor dem offi­ziel­len Beginn der Ski­sai­son Ende Dezem­ber war in den bul­gari­schen Win­ter­sport­gebie­ten im Süden des Landes viel Schnee gefal­len: Als die ersten Urlau­ber nach Borowez...

Oxford - Vor dem Portal hat sich ein Pulk gebil­det. Hastig ziehen die Stu­den­ten ihren Gown über - eine schwarze lange Weste - und suchen sich einen Platz an den langen Holz­tafeln.

Brüssel - Auf den ersten Blick sieht das Atomium aus wie ein Ufo. Wirk­lich schön sind die neun über­dimen­sio­nalen Metall­kugeln nicht - aber sie fas­zinie­ren schon seit 50 Jahren ihre Besu­cher.

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Malaysia: Milch und Metallhaken für Lord Murugan

Geor­getown - Die Jeep-Schein­wer­fer erfas­sen im Nebel der Nacht Gra­nit­steine mit ein­gemeißel­ten, ver­wit­ter­ten Inschrif­ten.

Altar

Beim Thai­pusam-Fest auf Penang werden auch der Göttin Shiva Opfer dar­gebracht. (Bild: Segbers/dpa/tmn)

Die Gräber stehen halb ver­sun­ken im hüge­ligem Gras­land zu Füßen des Mount Erskine - es sind Tau­sende.

Endlich biegt der Geländewagen von der Straße ab und erklimmt eine steile Straße. In der Jalan Air Terjun - der „Was­ser­fall­straße”, einer indi­sche Enklave im Westen von Geor­getown auf der maly­sischen Insel Penang - schläft in dieser Nacht keiner. Das Hindu-Bußfest Thai­pusam beginnt, das größte Fest des Jahres.

Bußgänger mit Haken

Wie Klei­der­bügel hängen die Haken in der Rücken­haut dieses Bußgän­gers auf Penang. (Bild: Segbers/dpa/tmn)

Drei Tage lang wird Thai­pusam gefei­ert, im zehnten Monat des hin­duis­tischen Kalen­ders, dem Thai, wenn der Stern Pusam aufgeht. Das ist immer Ende Januar oder Anfang Februar der Fall. Berühmt sind die Feste in Sin­gapur, Indien und Mau­ritius. In Malay­sia wird das Bußfest außer auf Penang noch in Kuala Lumpur began­gen.

Zentrale Figur ist Murugan, auch als Subra­manya bekannt. Er ist ein Sohn der Göttin Shiva und gilt als Kriegs­gott, sein wich­tigs­tes Emblem ist ein drei­zacki­ger Speer. Wer ihn trägt, gilt im Hin­duis­mus als Kämpfer gegen Ego­ismus, Geiz und Lüs­tern­heit. Daher lassen sich die Opfer­gän­ger kleine Spieße durch Zunge, Wangen und Stirn treiben. Auch metal­lene Opfer­scha­len hängen sie in ihre Haut.

Bußgänger mit Metallkännchen

Auch kleine Känn­chen werden in die Haut der Bußgän­ger gehakt. (Bild: Segbers/dpa/tmn)

Es ist 2.00 Uhr, in der Jalan Air Terjun geht in einem kleinen Tempel ein Pries­ter ans Werk: Er steckt Räu­cher­stäb­chen in geop­ferte Bananen, zündet Kerzen an und ordnet die Blüten auf dem Altar. Dann stellt er einen Korb mit Blech­schäl­chen auf, die an kleine Kuh­glo­cken erin­nern. Aus seinem Kof­fer­radio tönt laute Tom­mel­musik. Der Vorraum füllt sich mit Männern, den Ver­wand­ten und Freun­den der Bußgän­ger.

Angeblich sollen die Männer in Trance sein, wenn sie sich auf das Schmü­cken für ihren Opfer­gang vor­berei­ten. Der 20-jährige Ganesh macht aber nicht diesen Ein­druck. Er schwitzt, blickt kon­zen­triert und ant­wor­tet leise auf Fragen. Freunde reiben seinen Rücken mit Reispul­ver ein, das des­infi­zie­rend wirkt. Dann wird das erste Häck­chen gesetzt. Devis zuckt nicht, wirkt aber zuneh­mend ver­spannt. Die Umste­hen­den fallen in Sprech­gesänge und bewegen sich im Takt.

Auf der Straße mehren sich die Neu­gie­rigen. Auch Tou­ris­ten aus dem Westen sind zu sehen. Malay­sias Frem­den­ver­kehrs­amt wirbt für das Thai­pusam-Fes­tivals, noch stören die wenigen Besu­cher auch nicht. Aber ein wenig seltsam wirken die Europäer schon, wie verirrt im fla­ckern­den Ker­zen­schein inmit­ten der Trach­ten tra­gen­den Inder. Und für zart­besai­tete Seelen ist der Anblick nichts: „Oh my God”, seufzt eine Englän­derin und wendet sich ab, als Ganesh langsam ein Spieß durch Wangen und Zunge gebohrt wird. Andere starren fas­ziniert.

Der körperliche Schmerz der Männer wird angeb­lich durch die Kraft des Geistes besiegt. Aber nicht jeder nimmt die Pro­zedur so gelas­sen hin wie Ganesh, dessen recht ordent­liche Speck­schicht ein wenig vor dem Schmerz zu schüt­zen scheint. Der junge Mann dagegen, der als zweiter vom Pries­ter behängt wird, muss eine Pause ein­legen. Er ist zier­lich, die Wider­haken stechen direkt in sein Fleisch. Zit­ternd sinkt er bei der Hälfte der Pro­zedur in die Knie. Seine Freunde setzen ihn vor­sich­tig auf ein Höcker­chen.

Im Mor­gen­grauen sind ins­gesamt vier junge Männer für den Bußgang vor­berei­tet. Ihre Freunde umrin­gen sie tanzend und singend. Zusam­men machen sie sich auf dem Weg zum Tempel. Was genau sie zu dem Bußgang treibt, ver­raten sie nicht. „Aber einen Wunsch haben sie alle”, sagt Ravi, der Taxi­fah­rer. Wün­schen dürfen sie sich alles: Hilfe für ein krankes Fami­lien­mit­glied, eine Freun­din oder ein neues Motor­rad. Viele wollen aber auch nur Buße tun.

Am Tempel sind tausende weiterer Hindus ver­sam­melt. In end­loser Reihe klet­tern sie die steilen Stufen zum Gebäude auf dem hei­ligen Berg empor. Frauen und Männer tragen Känn­chen mit Milch, Tier­blut und Oran­gen­saft auf dem Kopf. Einige schlep­pen schwer an bis zu 60 Kilo­gramm schwe­ren Palan­quins, höl­zer­nen Trag­gestel­len, behängt mit Opfer­gaben. Oben ange­kom­men, ent­lee­ren sie ihre Känn­chen über einer Statue des Gottes Murugan und kehren ins Tal zurück.

Um 7.00 Uhr weicht das Mys­tische langsam von dem Ort. Auf der Straße liegen Stücke von Kokos­nuss­scha­len, die eben­falls Opfer­gaben sind, sowie Blüten­blät­ter. Die Luft riecht nach Räu­cher­stäb­chen und ver­gore­ner Milch. Auf einer Wiese berei­ten Fami­lien ein Pick­nick vor. Händler bauen ihre Stände auf. Die Englän­derin sitzt auf einem Schemel. Sie ist immer noch blass. Taxi­fah­rer Ravi sammelt seine Gruppe zusam­men. „Und immer schön bei mir bleiben auf dem Weg zu Wagen”, sagt er. Denn Murugan ist auch der Schutz­gott der Diebe.

Infor­matio­nen: Malay­sia Tourism Pro­motion Board, Weiss­frau­enstraße 12-16, 60311 Frank­furt, Telefon: 069/460 92 34 20, E-Mail: info@tou­rism­malay­sia.de.

Infos über Malay­sia: www.tou­rism­malay­sia.de Von Hilke Segbers, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/12/14/magazin/reise/reisetipp/t/rzo384624.html
Freitag, 14. Dezember 2007, 10:16 © RZ-Online (NewsDesk)
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