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Freitag, 15. Februar 08

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Mit seinen Sonder- Aus­stel­lun­gen - wie derzeit mit Robert Combas" Werken - sorgt das Ludwig Museum regel­mäßig für Auf­sehen. Die Samm­lung der muse­ums­eige­nen Werke steht hin­gegen zumeist ein wenig im Schat­ten.

Koblenz: Ludwig Museum - Sammlung entdecken

Mit seinen Sonder- Aus­stel­lun­gen - wie derzeit mit Robert Combas" Werken - sorgt das Ludwig Museum regel­mäßig für Auf­sehen.

Museumsleiterin Dr. Beate Reifen

Museumsleiterin Dr. Beate Rei­fen­scheid vor einer Neu­erwer­bung: Mit Hilfe der Stif­tung Ludwig konnte das Haus das Werk von Oliver Debré anschaf­fen. Foto: Lie­selotte Sauer-Kaul­bach

Die Samm­lung der muse­ums­eige­nen Werke steht hin­gegen zumeist ein wenig im Schat­ten. Jetzt wurde sie neu arran­giert.

Koblenz - 25 schwarz-weiße Kugeln, drehbar in einer Platte auf­gehängt, die auf der einen Seite schwarz und auf der anderen weiß ist. Ein Kunst­werk zum Spielen, das einst, im Jahr 1964, der Schwei­zer Paul Talman in der "Edition MAT" (Mul­tipli­cation d"Art Trans­for­mable) schuf, die sein Lands­mann Daniel Spoerri für seine 1959 in Paris eröff­nete Galerie ins Leben gerufen hatte. Bewe­gung war das eine Prinzip von Edition und Galerie. Außer­dem sollten alle Arbei­ten "völlig unper­sön­lich" und "infol­gedes­sen belie­big repro­duzier­bar" sein. Zu sehen ist Talmans Objekt, zusam­men mit anderen Arbei­ten der "Edition MAT", jetzt wieder im Ludwig Museum - in der Neu­prä­sen­tation der stän­digen Samm­lung des Koblen­zer Museums.

In den ver­gan­genen Monaten war kaum etwas von der respek­tablen, mit Hilfe der Stif­tung Ludwig ent­stan­denen Kol­lek­tion zu sehen, denn die vier Stock­werke des Deutsch­her­ren­hau­ses waren ständig Schau­platz von Wech­selaus­stel­lun­gen. Viel­leicht gab ja eine Aus­stel­lungs­reihe der Sparda-Bank Südwest ("Museale" über­schrie­ben), in der sich ver­schie­dene Museen des Landes außer­halb ihrer vier Wände vor­stel­len dürfen, den Anstoß für die Neu­ord­nung und -prä­sen­tation des Bestan­des im eigenen Haus.

Auch bei dieser Gelegenheit zeigte das Ludwig Museum, seinem "fran­kophi­len" Aus­gangs­punkt ent­spre­chend, die "Edition MAT und die Nou­veaux Réa­lis­tes" und erar­bei­tete dazu einen anspre­chen­den Katalog.

Jetzt hängen oder stehen sie fried­lich alle wieder vereint im obers­ten Stock­werk des Museums: Armans "Pou­belle", der hinter Ple­xiglas und im Sinne der "Accu­mula­tions", der "Ansamm­lun­gen" des Künst­lers zum Objekt erho­bener Papier­kor­bin­halt; Hans Arps "Nach dem Gesetz des Zufalls" von 1964, weiße Kar­ton­module auf schwar­zem Grund, ähnlich zum Spielen und Verän­dern ani­mie­rend wie Talmans Kugeln; Chri­stos kunst­voll ver­pack­ter und ver­schnür­ter "Look"-Zeit­schrif­ten­sta­pel, Hul­digung an All­tags­welt und Über­fluss und damit ganz im Geist des von Pierre Restany ver­fass­ten Mani­fests der "Nou­veaux Réa­lis­tes". Oder Roy Lich­ten­steins eher op- als pop-artige "See­land­schaft" aus je nach Licht­ein­fall immer wieder neu ver­schwim­men­den Folien, Niki de Saint-Phalles zur schießwüti­gen Nach­ahmung her­aus­for­dernde Farb­beu­tel und der immer noch knar­zend sich in Bewe­gung set­zende eiserne "Igor" ihres Lebens­gefähr­ten Tin­guely.

Eine Etage tiefer geht es eher um das, worauf die "Nouveau Réa­lis­tes" rea­gier­ten: um die Malerei des Abstrak­ten Expres­sio­nis­mus dies- und jen­seits des Atlan­tiks in den 50er- und 60er-Jahren des vorigen Jahr­hun­derts, von Jasper Johns gezielt banaler "Figure 0" über ein inter­essan­tes, den Wandel zur Farb­feld­male­rei erst ein­läu­ten­des Misch­tech­nik­bild Frank Stellas bis zu den flächige Farb­for­men kom­binie­ren­den Kom­posi­tio­nen des 1918 aus Russ­land nach Paris emi­grier­ten Serge Polia­koff und den gestisch-dyna­mischen Farb­explo­sio­nen des Infor­mel à la Pierre Sou­lages.

Ganz bewusst für ein nicht-gegenständ­liches Werk ent­schied sich Muse­ums­lei­terin Dr. Beate Rei­fen­scheid auch als Neu­erwer­bung, finan­ziert wie­derum durch die Stif­tung Ludwig, "denn wir selbst haben ja gar keinen Ankaufse­tat". Es ist eine Arbeit des 1999 ver­stor­benen, mit Polia­koff und Sou­lages befreun­deten Oliver Debré. Eine ruhige Arbeit, unter deren grauer Ober­fläche es farbig wet­ter­leuch­tet und auf­blitzt, ein Kon­trast­pro­gramm zu Figu­rati­vem wie etwa die gro­teske Greisin der Eva Aeppli.

Wie lange dieses Werk, wie lange die anderen Expo­nate der inter­essan­ten Muse­ums­samm­lung zu sehen sein werden, ist nie ganz sicher. "Das ist halt das Problem, wenn man immer zu wenig Platz hat und mühelos eine größere Fläche bespie­len könnte."

Lie­selotte Sauer-Kaul­bach

RZO


http://rhein-zeitung.de/on/08/02/12/magazin/szeneregional/t/rzo400893.html
Dienstag, 12. Februar 2008, 10:03 © RZ-Online (NewsDesk)
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