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Montag, 17. Juni 13

WarnstreikBerlin - Mehrere tausend Beschäf­tigte des öffent­lichen Diens­tes haben am Freitag die Warn­streiks fort­gesetzt, mit denen sie höhere Löhne erkämp­fen wollen.

Klaus und SvejnarPrag - Der EU-Kri­tiker Vaclav Klaus (66) bleibt tsche­chi­scher Prä­sident. Bei der Wahl des Staats­ober­haupts setzte er sich am Freitag gegen Her­aus­for­derer Jan Svejnar durch.

Washing­ton - Tiefe Trauer, Schock und Fas­sungs­losig­keit nach dem „Valen­tins-Massa­ker” : Ein schwer bewaff­neter 27 Jahre alter Ex-Student der Nor­thern Illi­nois Uni­ver­sity (NIU) in DeKalb hat am Don­ners­tag an der...

Han­nover/Berlin - Die Stasi-Äuße­run­gen einer nie­der­säch­sischen Linke-Abge­ord­neten haben die Partei unter Druck gesetzt und Verun­siche­rung in den eigenen Reihen aus­gelöst.

Berlin - Milch, Fleisch und Eier sind künftig für Ver­brau­cher leich­ter als gen­tech­nik­freie Lebens­mit­tel erkenn­bar. Der Bun­des­rat gab am Freitag trotz Kritik uni­ons­geführ­ter Länder grünes Licht für das Gen­tech­nik­gesetz...

Pristina/Belgrad/Brüssel (dpa) - Europa erwar­tet am Woche­nende die Aus­rufung eines neuen Staates. Die abtrün­nige ser­bische Provinz Kosovo will sich nach Infor­matio­nen aus Pris­tina und Belgrad am Sonntag für unab­hän­gig...

 Das Thema des Tages 

Analyse: Appel wahrscheinlich Zumwinkel-Nachfolger

Bonn - Mit einem lauten Knall ist die jah­relang skan­dal­freie Innen­welt der Deut­schen Post zer­bors­ten.

Frank Appel

Kronprinz: Frank Appel bei der Telekom-Haupt­ver­samm­lung (Archiv).

Nach dem Rück­tritts­ange­bot von Post-Vor­stands­chef Klaus Zum­win­kel sind die Führungs-Koor­dina­ten erst einmal kräftig durch­ein­ander gewir­belt worden.

Seit 1990 galt in dem früheren Staats­unter­neh­men und heu­tigen Welt­kon­zern nur das Wort von „Häupt­ling Sil­ber­locke”, wie er von Mit­arbei­tern im Bonner Post Tower titu­liert wurde. Nun muss der Tanker von einem neuen Kapitän gesteu­ert werden - und das in schwie­rigem Fahr­was­ser.

Als Kan­didat für die Nach­folge von Zum­win­kel hat Frank Appel die besten Karten. Formell muss der Auf­sichts­rat am Montag ent­schei­den. Der 46-jährige Logis­tik-Vor­stand gilt als Zieh­sohn und hausin­ter­ner Wunsch­kan­didat von Zum­win­kel. Appel wird nach einem raschen Auf­stieg schon seit gerau­mer Zeit als „Kron­prinz” gehan­delt, auch wenn er dies selbst nicht gerne hört. Ebenso wie Zum­win­kel und andere Post-Manager kam er vom Bera­tungs­unter­neh­men McKin­sey. Von allen Vor­stän­den hat Appel auch den besten Über­blick über das globale Geschäft des Kon­zerns.

Ein externer Manager kommt kaum in Frage. „Die Gesell­schaf­ter sind nicht in der Situa­tion, sich in Eile nach einem exter­nen geeig­neten Kan­dida­ten umsehen zu müssen”, sagte Post-Kom­muni­kati­ons­chef Manfred Har­nisch­feger zu solchen Spe­kula­tio­nen. Geringe Chancen werden im Umfeld des Kon­zerns Finanz­chef John Allan (59) ein­geräumt. Der Schotte ist zwar ein ver­sier­ter Finanz­mann, der auch bei den inter­natio­nalen Inves­toren ankommt. Aber ein Brite, der kein Deutsch spricht, ist wohl auf dem Chef­ses­sel eines klas­sischen deut­schen Unter­neh­mens kaum denkbar. Sch­ließ­lich hat der Bund als Großak­tionär - mit nach wie vor fast 30 Prozent der Anteile - hier ein gewich­tiges Wort mit­zure­den.

Zumwinkel ließ sich einige Zeit, bevor er nach den schwe­ren Vor­wür­fen einer mil­lio­nen­schwe­ren Steu­erhin­ter­zie­hung seinen Rück­tritt anbot. Das ließ bei der Politik den Unmut wachsen. Offen for­derte SPD-Chef Kurt Beck „ent­weder seinen Rück­tritt oder seine Ent­las­sung”. Der Druck auf den sonst sou­ver­änen Zum­win­kel nahm zu. Erst­mals war er wohl in einer Lage, in der er nicht mehr selbst das Heft des Han­delns allein in der Hand hielt.

Dann kam aus Berlin überraschend die Nach­richt, dass Zum­win­kel der Bun­des­regie­rung seinen Rück­tritt ange­boten habe. Kurz darauf hieß es aus dem Finanz­minis­terium, die Regie­rung habe den Rück­tritt ange­nom­men. Das mag zwar poli­tisch angehen, hat aber mit einem recht­lich ein­wand­freien Ver­fah­ren wenig zu tun - denn es obliegt dem Auf­sichts­rat, über einen Rück­tritt des Vor­stands­chefs zu befin­den.

Von der Post kam noch stun­den­lang keine Reak­tion. Von Zum­win­kel selbst war nichts zu sehen oder zu hören. Er arbeite wie üblich seit sieben Uhr in seinem Büro oben im Bonner Post Tower, sagte Har­nisch­feger. „Es gibt keinen Grund für ihn, sich anders zu ver­hal­ten.” Der ange­botene Rück­tritt sei seine „per­sön­liche Ent­schei­dung” gewesen, die er auch nach Bera­tung mit seiner Familie getrof­fen habe.

Dann mailte die Post schließlich eine offi­zielle Erklärung, dass Zum­win­kel dem Prä­sidi­alaus­schuss des Auf­sichts­rats seine Ent­schei­dung mit­geteilt habe, dass er „im Inter­esse des Unter­neh­mens” sein Amt bei der nächs­ten Auf­sichts­rats­sit­zung am Montag nie­der­legen werde. Zum­win­kel will dann auch seinen Posten als Auf­sichts­rats­chef bei der Tochter Post­bank räumen.

Deren Vor­stands­chef Wolf­gang Klein wirkte bei der Bilanz­pres­sekon­ferenz des Geld­insti­tuts in Frank­furt gera­dezu kons­ter­niert über die Ent­wick­lung. Bran­chen­kreise gehen davon aus, dass Zum­win­kel auch seine übrigen Auf­sichts­rats­pos­ten räumt, dar­unter ins­beson­dere den Vorsitz bei der Deut­schen Telekom. „Davon dürfen Sie aus­gehen”, sagte der Spre­cher des Bun­des­finanz­minis­teri­ums, Torsten Albig.

Wird Appel der neue Konzernlenker, dann muss er einige Bau­stel­len in Angriff nehmen. Bei der Post­bank sind eine Fusion mit einem anderen Geld­haus oder ein Verkauf im Gespräch. Nichts ist ent­schie­den. Schwie­rig dürfte auch die Berei­nigung des US-Geschäfts werden. Seit Jahren häuft die Post dort im Inlands­geschäft mit dem Paket- und Express­ver­sand Ver­luste an, die sich inzwi­schen auf mehrere Mil­liar­den Euro angehäuft haben. Dafür war Appel bisher nicht direkt ver­ant­wort­lich. Er wird die Pro­bleme aber lösen müssen - viel­leicht sogar mit Zum­win­kel? Es sei „nicht aus­geschlos­sen, dass man seinen Rat auch wei­ter­hin suchen wird”, meinte Spre­cher Har­nisch­feger. Von Edgar Bauer, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/02/15/tt/t/rzo402039.html
Freitag, 15. Februar 2008, 17:33 © RZ-Online (NewsDesk)
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