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Montag, 17. Juni 13
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Sommer und Winter in einem Guss

Mailand - Unge­wöhn­lich luftig und trans­parent wird die Mode im kom­men­den Winter.

Modeschauen in Mailand

Entwürfe von Giorgio Armani in Mailand.

Denn die stil­bewusste Dame muss in der kalten Jah­res­zeit nicht auf Sei­den­klei­der oder Chif­fon­blu­sen ver­zich­ten - zumin­dest wenn es nach den Desi­gnern bei der Mailän­der Mode­woche Milano Moda Donna geht.

Offiziell zeigen sie die Kollektionen für Herbst/Winter 2008/09, doch was zum Auftakt der Defi­lees über die Lauf­stege ging, könnte auch unter dem Motto einer Sommer-Winter-Mode laufen. Der Trick: Frau zieht einen Roll­kra­gen­pull­over unter den Hauch von Nichts; eine grobe Zopf­strickja­cke oder einen volu­minö­sen Mantel darüber.

Modeschauen in Mailand

Das Model und die Meute: Show von Alberta Fer­retti in Mailand.

Beim ita­lie­nischen Label Missoni gab es am Sonntag noch weitere Vari­anten der Ver­hül­lung zu sehen: zum Einen die großflächige Stola, wahl­weise aus Mohair oder Nerz, zum Anderen den Poncho mit Kapuze. Um den Grund­ton aus Grau und Schwarz grup­pie­ren sich Töne wie Pista­zie, Himbeer, Petro­leum und Braun­schat­tie­run­gen. Bei den Stoffen domi­nie­ren Kasch­mir, Organza und Mohair. Es gibt Drucke und Sti­cke­reien. Die Hosen sind weit geschnit­ten, die Stricko­ber­teile erhal­ten raf­finierte Detaillö­sun­gen wie ein Rücken­dekol­leté. Das Kleid ist einer der großen Pro­tago­nis­ten der Kol­lek­tion.

Am Montag begann mit dem Auftritt von Giorgio Armani die heiße Phase der Mailän­der Mode­woche, in der nun in den kom­men­den Tagen von Prada bis Versace die Topriege der ita­lie­nischen Desi­gner zum Defilee bittet. Bau­schige kurze Röcke wech­seln sich bei ihm mit schma­len waden­lan­gen Model­len ab. Die Blazer sitzen oft knackig kurz, bei den Blou­sons, etwa aus Pelz oder gefloch­tener Seide, kon­stru­iert er Volumen. Armani zeigte viel Samt, vor allem für weit geschnit­tene Hosen. Die Schuhe sind stets flach. Über Fransen baut er das Gypsy-Thema auf, das sich in der Abend­gar­derobe in üppigen Blu­mendru­cken und schließ­lich glit­zern­der Ekstase äußert.

Mailänder Modenschauen - Emporio Armani

Farbtupfer bei Ent­wür­fen von Emporio Armani.

Bereits am Tag zuvor hatte Armani seine an eine jüngere Kund­schaft gerich­tete Linie Emporio vor­geführt. Kurze Jacken, dazu weite Hosen oder wahl­weise aus­gestellte Röcke so lässt sich das Bild im Groben skiz­zie­ren. Doch Armanis Mode bietet stets Vari­anten. So fallen etwa Hosen gerade in einen breiten Umschlag oder als Karot­ten­form über Bund­fal­ten in einen schma­len Fuß.

An Giorgio Armani scheiden sich schon seit län­gerem die Geister. Die einen meinen, der inzwi­schen 73-Jährige zitiere nur noch aus seinem eigenen Lebens­werk, seinen Kol­lek­tio­nen fehle jede Moder­nität. Die anderen bewun­dern seine Kon­sequenz und haben das stärkste Argu­ment auf ihrer Seite: Armanis Umsätze sind glän­zend.

Mailänder Modenschauen - Emporio Armani

Giorgio Armani im Ram­pen­licht.

Es ist Mai­lands Dilemma, dass hinter den eta­blier­ten Desi­gnern eine große Lücke klafft. Prak­tisch geben heute die glei­chen Namen den Takt vor wie vor zehn Jahren. Die Gründe sind viel­schich­tig. Es gibt Fami­lien­struk­turen, die lieber auf eine interne Nach­fol­gere­gelung setzen als Talente von außen zu enga­gie­ren. Machen sich diese Talente selbst­stän­dig, fehlt ihnen oft die finan­zielle Unter­stüt­zung, etwa die der Tex­til­indus­trie, mit deren Hilfe die ita­lie­nischen Krea­tiven in den 80er Jahren groß werden konnten.

Bei Gaetano Navarra zum Beispiel scheint hin und wieder jemand zu fehlen, der den krea­tiven Über­schwang des Desi­gners ein wenig zügelt. Furiose Rüschen­kon­struk­tio­nen neben volu­minös auf­geplus­ter­ten, kunst­voll dra­pier­ten Parkas und dicken Strick-Zopf-Dekoren wirkten zuwei­len recht thea­tra­lisch. Und warum muss er einen sehr schön geschnit­tenen Militär-Mantel unter diesem exzes­siven Fell­besatz begra­ben?

Mailänder Modenschauen - Missoni

Die typi­schen Zick­zack­mus­ter bei Missoni.

Die Korea­nerin Mina Lee ließ sich für die Win­ter­mode 2008/09 ihres Labels Derer­cuny vom Mit­tel­alter inspi­rie­ren. Sil­ber­glän­zen­der Rippen-Strick behaup­tet sich neben Lurex-Anzügen und Klei­dern, die wie eine beschich­tete Folie anmuten. Es gibt viel Volumen am Oberkör­per und eher schlanke Beine. Mina Lee bringt zumin­dest einen Vorteil mit im Kampf um inter­natio­nale Aner­ken­nung: Hinter ihr steht mit dem Elek­tro­nik-Riesen Samsung ein finanz­star­ker Inves­tor.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/02/19/magazintt/t/rzo402625.html
Dienstag, 19. Februar 2008, 11:55 © RZ-Online (NewsDesk)
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