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Montag, 17. Juni 13

Ein außer Kon­trolle gera­tener Washington - Es klingt nach einem Science-Fiction-Film. Eine Rake­ten­stel­lung auf einem Kriegs­schiff im Nord­pazi­fik richtet sich gen Himmel. Eine SM-3 steigt in der Dun­kel­heit der Nacht auf...

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Krieg der Sterne oder Notoperation: Wirbel um Satelliten-Abschuss

Washington - Es klingt nach einem Science-Fiction-Film. Eine Rake­ten­stel­lung auf einem Kriegs­schiff im Nord­pazi­fik richtet sich gen Himmel. Eine SM-3 steigt in der Dun­kel­heit der Nacht auf, in ihrer "Nase" Hit­zesen­soren zum Auf­spüren des Ziels.

Ein außer Kon­trolle gera­tener

Ein außer Kon­trolle gera­tener US-Spio­nage­satel­lit soll abge­schos­sen werden. Nach bis­heri­gen Berech­nun­gen würde der künst­liche Erdtra­bant mit dem gif­tigen Rake­ten­treib­stoff Hydra­zin an Bord ande­ren­falls am 6. März in die Atmo­sphäre ein­tre­ten.

Im Faden­kreuz: ein mit gif­tigem Rake­ten­treib­stoff gefüll­ter Spio­nage­satel­lit, der außer Kon­trolle geraten ist und die Erde bedroht. Gelingt es nicht, ihn zu zer­stören, könnten Men­schen sterben.

Irgendwann in der Nacht zum Donnerstag (MEZ) wird dieses Sze­nario nach US-Angaben Wirk­lich­keit. Dann soll die Marine einen Satel­liten abschießen, der 2006 zu einer gehei­men Mission ins All geschickt worden war und bereits kurz nach der Sta­tio­nie­rung aus­gefal­len war. Es wäre der erste Versuch dieser Art seit den acht­ziger Jahren, als Tests von Anti-Satel­liten-Waffen in der Ära des Kalten Krieges ein­gestellt wurden.

Seitdem hat es im Zuge der Raum­fahrt dut­zende Abstürze funk­tions­unfähi­ger künst­licher Him­mels­kör­per wie For­schungs­son­den gegeben - viele davon größer als der Satel­lit, der jetzt ins Visier genom­men werden soll. Nie aber griff das US-Militär zu der dras­tischen Maß­nahme eines Abschus­ses - und sah sich im Nach­hin­ein auch stets bestätigt: Denn in keinem Fall kam ein Mensch auf der Erde durch Wrack­teile zu Schaden.

Warum also jetzt, argwöhnen Kritiker , Laien, aber auch Exper­ten, die der US-Regie­rung die Begrün­dung nicht abneh­men, der gefüllte Hydra­zin-Treib­stofftank könne sich beim Auf­prall auf der Erde in eine Art giftige Bombe ver­wan­deln. Der noch harm­loseste Ver­dacht: Der Satel­lit enthält super­moderne Spio­nage­tech­nolo­gien, und die US- Regie­rung will ver­hin­dern, dass sie einem poten­ziel­len Gegner in die Hände fällt.

Andere sehen ein weitaus sinis­teres Ziel, einen Pro­belauf für einen etwai­gen "Krieg der Sterne". So ver­mutet es auch Russ­land, das den USA offen unter­stellt, der geplante Abschuss sei ein ver­kapp­ter Anti-Satel­liten-Waf­fen­test und damit der Ein­stieg in einen Rüs­tungs­wett­lauf im All. Dass die angeb­liche Not­ope­ration mit Hilfe des Aegis-Systems erfol­gen soll, einer Kom­ponente des US-Rake­ten­abwehr­sys­tems, sorgt für zusätz­liches Wasser auf die Mühlen Moskaus. Sch­ließ­lich hat der Kreml seine Kritik an dem Pro­gramm stets mit Zwei­feln am defen­siven Cha­rak­ter des Pro­gramms begrün­det.

China äußerte sich etwas moderater , aber dafür mit Süf­fisanz: Denn just im ver­gan­genen Jahr hatte es einen eigenen Wet­ter­satel­liten abge­schos­sen und war dafür von den USA an den Pranger gestellt worden. Beiden Staaten spielte jetzt bei ihrer Kritik in die Hände, dass sie just vor wenigen Tagen bei einer Kon­ferenz in Genf erneut einen Vorstoß für ein inter­natio­nales Verbot von Wel­traum­waf­fen unter­nom­men hatten - und wie schon zuvor bei der US-Regie­rung abge­blitzt waren. Die USA stützen sich so stark wie kein anderes Land sowohl auf kom­mer­zielle als auch militäri­sche Satel­liten zur Auf­klärung und Zie­ler­fas­sung und behar­ren vor diesem Hin­ter­grund auf freien Zugang zum Wel­traum für alle.

Das alles zusam­men­genom­men kann Argwohn erzeu­gen, vor allem bei Men­schen und Staaten, die der US-Regie­rung ohnehin so ziem­lich alles zutrauen. Darüber ist sich auch Washing­ton im Klaren und hat daher wohl­weis­lich schon im Vorfeld eine welt­weite diplo­mati­sche Auf­klärungs­offen­sive gest­artet.

Dabei hat die US-Regierung tatsächlich gute sach­liche Argu­mente in der Hand. Dazu gehören die mög­lichen Kosten des Abschus­ses, nach Schät­zun­gen bis zu 60 Mil­lio­nen Dollar. Jeder bis­herige ein­zelne Pro­belauf des see­gestütz­ten Aegis-Systems war weitaus bil­liger. Und die meisten dieser Tests waren erfolg­reich - kein Grund also für die USA, aus­gerech­net bewusst den Nutzen dieser bisher zuver­läs­sigs­ten Kom­ponente der Rake­ten­abwehr zu demons­trie­ren, wie es manche Kri­tiker arg­wöh­nen. Dass geheime Tech­nolo­gien geschützt werden sollen, halten die meisten Exper­ten ebenso für unwahr­schein­lich, weil diese aller Voraus­sicht nach ohnehin beim Wie­der­ein­tritt des Satel­liten in die Erdat­mos­phäre ver­glühen würden.

Und was etwaige Par­alle­len zum Abschuss des chi­nesi­schen Wet­ter­satel­liten betrifft: Der befand sich fast vier Mal so hoch über der Erde wie nun der US-Him­mels­kör­per und damit genau in einer geeig­neten Distanz zum Erpro­ben von Anti-Satel­liten-Waffen. Und anders als im jet­zigen Fall zu erwar­ten blieben damals fast 2000 Wrack­teile im Wel­traum zurück, poten­ziell gefähr­liche Geschosse im Fall einer Kol­lision mit Satel­liten oder gar einer Raum­fähre.

RZO


http://rhein-zeitung.de/on/08/02/19/news/t/rzo402935.html
Dienstag, 19. Februar 2008, 16:48 © RZ-Online (NewsDesk)
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