IVWPixel Zählpixel
NachrichtenMagazinMagazin Service
Anzeigen Verlag im Netz Kevag Telekom Service & Kontakt
Fußball Formel 1 Sporttabellen Foto des Tages
Montag, 17. Juni 13
[an error occurred while processing this directive]
Siehe auch:

Mainz 05 schaffte gegen Tabel­len­letz­ten Jena nach 2:0-Führung nur ein 2:2

Zwei Punkte leicht­fer­tig verzockt

Mainz - Die perfekte Woche war es nun doch nicht für den FSV Mainz 05. Das 2:2 (1:0) am Frei­tag­abend im Bruch­weg­sta­dion gegen den Tabel­len­letz­ten FC Carl Zeiss Jena fühlte sich für Trainer, Spieler und Anhänger des auf­stieg­sam­bitio­nier­ten Fußball-Zweit­ligis­ten sogar an wie eine Nie­der­lage.

/on/08/02/23/sport/r/mainz2.jpg

Das 2:2 sieben Minuten vor dem Abpfiff durch den Jenaer Einwechselstürmer Sami Allagui nach einer Ecke. Die Mainzer Fehlerkette: Felix Borja (rechts) hatte den ihm zugeteilten Raum am kurzen Pfosten nicht im Griff, Neven Subotic sprang nicht konsequent mit, Keeper Daniel Ischdonat reagierte zu spät. Foto: nordphoto

Weil die Mann­schaft von Jürgen Klopp in der letzten halben Stunde eine kom­for­table 2:0-Führung noch leicht­fer­tig aus den Händen gleiten ließ.

In einen spie­lerisch guten Rhythmus war der FSV Mainz 05 in dieser kom­pli­zier­ten Partie nie gekommen. Und doch hätte die mühevoll erzwun­gene 2:0-Führung nach zwei bril­lan­ten Aktionen von Markus Feulner reichen müssen für die nächsten drei Punkte nach der großen 1:0-Kampf­nacht am Montag in Mön­chen­glad­bach. "Wir haben uns diesen Punkt redlich verdient", sagte Henning Bürger, Trainer des FC Jena. Der Mainzer Kollege Jürgen Klopp resü­mierte: "Das stimmt. Aber wenn man wie wir mit 2:0 führt, dann muss und kann man das auch zu Ende bringen."

Der Verlust dieser beiden Punkte hatte tatsäch­lich zwei Kom­ponen­ten. Das Tabellen-Schluss­licht zeigte eine große Moral, die abge­schla­genen Thüringer gaben die Partie nie verloren, die Jena-Profis kämpften und spielten uner­müd­lich weiter. Doch es hätte am Tabel­len­zwei­ten gelegen, dem gebeu­tel­ten Gegner, der aus dem Feld heraus praktisch keine Torchance hatte, nach dem 2:0 endgültig den Hahn abzu­dre­hen. Das haben die 05er an diesem Abend verpasst. Und deshalb hat der FC Jena weniger einen Punkt erkämpft: Die Klopp-Elf hat zwei Zähler leicht­fer­tig und unkon­zen­triert verzockt.

Die Gastgeber mochten ihren Gegner nicht über­ren­nen nach dem 2:0. Die 05er wollten den FC Jena ganz gelassen file­tie­ren. Auf eine abge­brühte, rou­tinierte Art. Das hätte funk­tio­nie­ren können. Zumal die Defensive insgesamt gut stand, und Stürmer Isaac Boakye genügend klare Tor­chan­cen hatte für ein drittes und viertes Mainzer Tor.

Am Frei­tag­abend aber ging das schief. Auch deshalb, weil Daniel Ischdonat nach seiner Glanz­leis­tung in Gladbach nun schon im zweiten Heimspiel hin­ter­ein­ander ein schwerer Fehler passierte. Das war Jan Simaks "sicher haltbarer" (Klopp) Freistoß zum 1:2. Und auch beim 2:2 brachte der 05-Keeper im Getümmel seine Faust nicht mehr an die Kugel, nachdem die Vor­der­leute nicht die not­wen­dige Präsenz und Kon­sequenz gezeigt hatten. "Ischi hat uns in Gladbach gerettet", erklärte Klopp. "Da werden wir ihn heute nicht ver­teu­feln und eine Tor­wart­dis­kus­sion beginnen. Dass er den ersten Ball hätte halten sollen, das weiß er selbst."

Das 1:2 bereitete den Boden. Dafür, dass die Gäste die typische Unbeküm­mert­heit des Chan­cen­losen, der noch ein wenig Lust hat, Wider­stand zu leisten und den Gegner zu ärgern, noch einmal zurück­gewan­nen. Das war der Knack­punkt in diesem Spiel. Nach dem 2:0 ließen es die 05er schleifen. "Da habe ich bei einigen Spielern ein Durch­atmen verspürt", for­mulierte es der Trainer eher moderat. "Da waren wir nicht mehr so kon­zen­triert wie noch in Gladbach."

Anders aus­gedrückt: Da fehlte der Mann­schaft das Tem­pera­ment, den Gegner an der Gurgel zu packen, ihm die Luft abzu­dre­hen und mit einem dritten Schlag die Partie endgültig zu ent­schei­den. Den 05ern fehlte der Instinkt, die Lust, die Gna­den­losig­keit, die Spi­ellaune, den Gegner zum geeig­neten Zeitpunkt zu demo­rali­sie­ren, abzu­fer­tigen.

Die Vierer-Abwehr­kette stand zu tief. Die Mit­tel­feld­leute ließen sich bereit­wil­lig mitziehen. Der Kontakt zu den beiden Stürmern ging immer mehr verloren. Statt nach dem 2:0 den ange­knock­ten Gegner auch mal an der Mit­tel­linie ent­schlos­sen zu pressen, um auch mal auf kurzen Wegen in die offenen Räume ein­bre­chen, die Jenaer über­fal­len zu können, behielt die Klopp-Mann­schaft ihre abwar­tende Haltung in einer viel zu tiefen, dazu noch schlecht gestaf­fel­ten Formation bei. Auf­bau­spie­ler Stefan Kühne, der Ex-Mainzer, der wenig dynamisch, dafür aber mit Übersicht gesegnet ist, durfte aus der Tiefe des Raums unbe­hin­dert die Bälle verteilen. Und oft genug fand Kühne den über­ragen­den Ein­zel­kön­ner des Abends, Jan Simak, dieser über­ragende Techniker und Dribbler, der mit seiner neu gewon­nenen Fitness sicher eher in die Bun­des­liga gehört.

"Jena wollte über Standards kommen", sagte Klopp. Und wie ver­hin­dert man Standards? Der 05-Coach: "Wir hätten Jena gar nicht mehr den Ball geben dürfen."

Damir Vrancic, Milorad Pekovic, Miroslav Karhan, Feulner, die Außen­ver­tei­diger Tim Hoogland und Christian Demirtas (der zur Halbzeit für den von Kreis­lauf­pro­ble­men geplagten Marco Rose kam), sie alle hätten auch mal den Ball halten, kom­binie­ren, den Gegner zum Hin­ter­her­lau­fen zwingen müssen. Auf diesem Gebiet hat das Team ohne den ver­letz­ten Daniel Gunkel derzeit Probleme. Klopp: "Und die Strafe folgte auf den Fuß."

Als Felix Borja vom Feld schlich, da würdigte ihn Klopp keines Blickes. Der 05-Torjäger war schwach, zu wenig unterwegs, beim 2:2 nicht da. Der Trainer: "Ich war sehr unzu­frie­den mit ihm." Eine Ein­schät­zung, die letztlich für die gesamte Mann­schaft Gül­tig­keit hatte.

Reinhard Rehberg

%%LINKBOXARTICLE

http://rhein-zeitung.de/on/08/02/23/sport/r/mainz-1.html
Samstag, 23. Februar 2008, 08:31 © RZ-Online (to)
Artikel empfehlen    Leserbriefe    Impressum

suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet

Strecken, Statistik, Fahrer

 
TuS Koblenz
TuS Koblenz
Druckversion