IVWPixel Zählpixel
Nachrichten Sport Magazin Service
Anzeigen Verlag im Netz Kevag Telekom Service & Kontakt
Auto Computer Multimedia Wirtschaft Freizeit Gesundheit Beruf Lexikon
Donnerstag, 17. Mai 12

Dien­heim - Pati­enten mit all­ergi­schem Asthma bron­chiale nehmen besser auch in Phasen ohne Beschwer­den ihre Medi­kamente. Darauf weisen die Pati­enten­liga Atem­wegs­erkran­kun­gen aus Dien­heim und die AG Lun­gen­sport in...

Bonn - Sehr ängst­lichen Men­schen „gefriert” das Blut eher in den Adern als anderen. Sie neigen einer Studie zufolge zu einer erhöh­ten Blut­gerin­nung mit dem Risiko einer Throm­bose, wie die Uni­ver­sität Bonn berich­tete.

Berlin - Männer erkran­ken in Deutsch­land häu­figer an Tuber­kulose als Frauen. Das teilt das Robert Koch-Insti­tut in Berlin mit. Demnach kommen auf 100 000 Ein­woh­ner rund 7,8 männ­liche Tuber­kulose-Pati­enten...

Berlin - Immer mehr Schüler in Deutsch­land greifen zur Flasche. Der Alko­hol­miss­brauch unter Schü­lern habe ein alar­mie­rend hohes Niveau erreicht, warnte Bun­des­dro­gen­beauf­trag­ten Sabine Bätzing (SPD) in Berlin.

Werne - Atemnot und Schwel­lun­gen an Gesicht und Hals können in bestimm­ten Fällen auf einen Tumor des Brust­fells hin­deu­ten. Die von den Bron­chien aus­gehen­den Geschwüre übten Druck auf die obere Hohl­vene aus und stauten...

Bonn - Nach einer Brust­krebs­ope­ration sollten Frauen beim Sport ruck­artige, reißende Bewe­gun­gen ver­mei­den. Sie belas­ten den Nar­ben­bereich sehr stark, teilt die Deut­sche Krebs­hilfe in Bonn mit.

Gesundheit

News  

Wellness  

Fitness-Tipps  

In Online-Portalen üben Ärzte zaghaft Selbstkritik

Frank­furt/Main - 17 000 Men­schen sterben jedes Jahr in deut­schen Kran­ken­häu­sern, weil ein Kli­nik­mit­arbei­ter einen Fehler gemacht hat.

Krankenhäuser

Über Ope­rati­ons-Fehler wird in der Ärz­teschaft bislang kaum dis­kutiert. Einige Inter­net­por­tale sollen das ver­ändern. (Bild: dpa)

Zugegeben werden diese Pannen nur selten. Das soll sich jetzt ändern - unter anderem mit­hilfe des Inter­nets.

Dort können Ärzte oder Pflegepersonal anonym Schnit­zer „beich­ten” und gemein­sam aus ihnen lernen. Prof. Matt­hias Schrappe, Vor­sit­zen­der des „Akti­ons­bünd­nis Pati­enten­sicher­heit” hält solche Online-Portale für einen guten Weg, die bislang eher man­gel­hafte Feh­ler­kul­tur seiner Kol­legen zu ver­bes­sern. Sein Rat, um mög­licher­weise töd­liche Fehler zu ver­mei­den: „Lernen, darüber zu spre­chen.”

Das älteste System dieser Art ist in Frank­furt ange­sie­delt: www.jeder-fehler-zaehlt.de. Das „Feh­ler­berichts- und Lern­sys­tem für Haus­arzt­pra­xen” gibt es bereits seit Herbst 2004. Die Nutzer­zah­len halten sich noch in Grenzen, wachsen aber bestän­dig, wie Pro­jekt­lei­terin Barbara Hoff­mann berich­tet. Für einen Work­shop an diesem Mitt­woch in Frank­furt, bei dem ver­schie­dene inter­net­basierte Feh­ler­berichts­sys­teme ver­gli­chen werden sollten, zog sie eine erste Bilanz: 300 Feh­ler­mel­dun­gen wurden bislang ein­gestellt, 1000 Kom­men­tare dazu abge­geben, 6000 Ärzte und Sprech­stun­den­hil­fen sehen sich die Berichte jeden Monat an.

„Die meisten Fehler entstehen nicht durch Unwis­sen­heit”, sagt Hoff­mann, „sondern durch man­gel­hafte Orga­nisa­tion. Dabei sind Fehler in der Kom­muni­kation sehr häufig.” Zum Bei­spiel ruft der Arzt seiner Sprech­stun­den­hilfe eine Abkür­zung zu, die diese falsch deutet. „HWI kann ebenso Harn­wegs­infekt bedeu­ten wie Hin­ter­wandin­farkt des Herzens.” Weitere häufige Feh­ler­quel­len: Jemand verklickt sich beim Ver­ord­nen eines Medi­kaments in der Com­puter-Liste oder Rezepte werden ver­wech­selt. Das Portal „Jeder Fehler zählt” soll helfen, gemein­sam zu erken­nen: „Wo liegen die Risiko-Berei­che? Wie kommen die Fehler zustande? Wie kann man sie ver­mei­den?”, erklärt Hoff­mann. Auf www.jeder-fehler-zaehlt.de machen sich die Praxen gegen­sei­tig Vor­schläge wie zum Bei­spiel, alle Abkür­zun­gen zu ver­ban­nen.

Für Klinik- und Fachärzte gibt es seit 2005 „CIRS­medi­cal” (Cri­tical Inci­dent Repor­ting-System). Es wird vom Ärzt­lichen Zentrum für Qua­lität in der Medizin orga­nisiert, unter anderem von Julia Rohe. „Typisch sind Ver­wechs­lun­gen aller Art”, sagt Rohe, zum Bei­spiel zwei Frauen mit glei­chem Namen, die beide eine Mam­mogra­fie bekamen: Die eine hatte Brust­krebs, die andere nicht - die Berichte wurden ver­wech­selt. Folge: Die kranke Pati­entin wurde zu spät behan­delt. Lösung: Pati­entenarm­bän­der ein­führen oder immer zusätz­lich das Geburts­datum checken.

Die bisher rund 100 Berichte, die seit Früh­jahr 2005 bei CIRS ein­gin­gen, seien „zu wenig”, sagt die ärzt­liche Refe­ren­tin. Einer der Gründe dafür ist, dass es viele par­allele Systeme gibt: Manche Kli­niken haben hausin­terne Berichts­sys­teme, es gibt Feh­ler­mel­dungs-Seiten für Notärzte („CIRS-Not­fall­medi­zin”), Anäs­the­sis­ten (Pati­enten-Sicher­heits-Opti­mie­rungs-System „PaSOS”) oder Alten­pfle­ger („Aus kri­tischen Ereig­nis­sen lernen”). Alle diese Systeme arbei­ten mit Hilfe des Inter­nets und sind völlig anonym, weder der Berich­tende noch Klinik oder Praxis oder gar der geschä­digte Patient sind anhand der Daten zurück­zuver­fol­gen.

Die Deut­sche Gesell­schaft für Ver­sicherte und Pati­enten sieht in der Anony­mität die Haupt­stärke dieser Portale. Es müsse aber sicher­gestellt werden, dass die Erkennt­nisse auch „unten ankom­men”, mahnt deren Prä­sident Wolfram-Arnim Can­didus. Medi­ziner seien noch immer viel zu selten bereit, zu ihren Fehlern zu stehen, von Nie­der­ran­gigen ließen sie sich schon gar nicht kri­tisie­ren. „Die Hier­archie ist sehr viel stärker aus­geprägt als in anderen Berufen. Wer zu viele Fehler zugibt, wird im System keine Chance haben.”

„Wir sind eben dazu erzogen worden , unter der Null-Fehler-Annahme zu arbei­ten”, gibt der Frank­fur­ter Prof. Schrappe zu. Aber das ändere sich, wenn auch nur langsam. Wenn er heute öffent­lich sage: „Fehler gehören im Gesund­heits­wesen zum Alltag” emp­fän­den die meisten Kol­legen das als Befrei­ung. „Die Kri­tik­fähig­keit wächst”, glaubt auch Ärztin Hoff­mann, das sehe man allein daran, dass es solche Portale gebe. „Vor zehn, zwanzig Jahren haben Medi­ziner über ihre Fehler aus­sch­ließ­lich hinter ver­schlos­senen Türen gespro­chen.”

Fehlerberichtssystem „Jeder Fehler zählt”: www.jeder-fehler-zaehlt.de

Fehlerberichtssystem CIRS Medical: www. cirsmedical.de

Feh­ler­berichts­sys­tem CIRS Not­fall­medi­zin: www.cirs-not­fall­medi­zin.de

Pati­enten­sicher­heits-Opti­mie­rungs­sys­tem: www.pasos-ains.de

Ini­tia­tive für Pati­enten­sicher­heit: www.akti­ons­buend­nis-pati­enten­sicher­heit.de Von Sandra Trauner, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/02/06/service/gesundheit/t/rzo399462.html
Mittwoch, 06. Februar 2008, 15:17 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
Artikel empfehlen    Leserbriefe    Impressum

suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
Druckversion