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Archiviert am
Mittwoch, 26. März 08 |
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Psychedelische Zeitreise mit Brisa Roché Hamburg - Der Hippietrail zum Hindukusch ist zwar Legende und Goa oder Kathmandu mögen nur noch eine schwache Erinnerung sein, aber die Hippies der Sixties sind so lebendig wie schon lange nicht mehr.
Der Sound der 60er Jahre findet nicht nur im Neo-Soul einer Amy Winehouse oder der Newcomerin Adele eine fröhliche Wiederauferstehung, auch psychedelischer Rausch und aufheulende Hendrix-Gitarren stoßen auf wachsende Begeisterung. Von 68er Hippie-Flair durchtränkt - ohne dabei aber aufdringlich zu sein - ist auch „Takes”, das zweite Album von Brisa Roché, das die in Kalifornien (mit Blumen im Haar?) aufgewachsene und in Paris lebende Künstlerin auf Tour mit Teitur, dem seelenvollen Singer-Songwriter von den Färöern Inseln, live vorstellt. Ein wenig versponnen und ätherisch wie sie sind, passen die beiden gut zusammen.
Nach dem Debüt „The Chase” (2005), das auf dem legendären Jazz-Label Blue Note erschien, hat Brisa Roché ihren Sound vollkommen umgekrempelt und ist zu ihren Wurzeln zurückgekehrt, die im ländlichen Kalifornien liegen. Eine zweite Norah Jones wollte sie nicht werden, und so hat sie den Jazz in die Ecke gestellt, geblieben ist aber ihre wundervoll ausdrucksstarke und seelenvollen Soul- und Jazz-Stimme, mit der allein Brisa Roché schon zu überzeugen weiß. Aufgewachsen in einer Kleinstadt rund sechs Stunden von San Francisco entfernt, skizzierte sie die 15 Songs von „Takes” in ihrer amerikanischen Heimat, wo die Zeit stehen geblieben scheint. „In dem Ort ist es noch immer 1969”, meint Brisa Roché. „Da hört man noch immer Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jefferson Airplane, die Stones, Joni Mitchell oder Bluegrass, das heißt Folk, Arlo Guthrie oder Johnny Cash. Meine Kindheit wurde durch diese Folk-Kultur, die Hippies geprägt. Das sind meine Wurzeln und dieses Album wurde von diesem Ort beeinflusst.” Dass „Takes” nicht in einem wie auch immer gearteten Retro-Look erstarrt, dafür sorgen allein schon Henry Hirsch, der mit Vanessa Paradis gearbeitet hat und Yeah Yeah Yeahs-Gitarrist Nick Zinner, die das Album aufgenommen und gemixt haben. Für ihren Sound hat Brisa Roché eine ganz eigene Definition gefunden: „Ich tendiere dazu, das Album als eine Mischung aus drogeninfizierten New-York-Sound, Westcoast-Psych-Pop mit Folk-Einschlag und britischer Theatralik zu beschreiben.” Nachdem sie mit „The Chase” nicht so ganz zufrieden war, sei ihr „Takes” - ein Album aus einer Hand und einem Guss - rundum gelungen, meint Brisa Roché , die das auch selbstbewusst nur mit einem Slip, einem Haufen Mikrophone um den Hals und einem Kopfhörer geschmückt auf dem Cover des Albums demonstriert: „Wenn ich arbeite, wenn ganz bei mir bin, dann bin ich immer nackt - oder fast”, meint Brisa Roché.
dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/08/03/25/magazin/musik/t/rzo412156.html |
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