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Freitag, 10. Feb. 12

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Motorräder und Bioethanol - Im Zweifel den Hersteller fragen

Stutt­gart - Die für das Jahr 2009 angekün­digte Erhöhung des Bioetha­nol-Anteils im Kraft­stoff ist auch für Motor­rad­fah­rer ein Thema.

Motorräder und Bioethanol

Noch weiß nicht jeder Motor­rad­besit­zer, ob sein Fahr­zeug die kom­mende Erhöhung des Bioetha­nol-Anteils im Kraft­stoff ver­tra­gen wird. (Bild: dpa/tmn)

Da noch nicht von allen Her­stel­lern Infos zur Ver­träg­lich­keit der neuen Kraft­stoffe vor­lie­gen, sollten Halter den Her­stel­ler fragen.

Das rät der Auto Club Europa (ACE) in Stutt­gart. Grundsätz­lich sei zwar davon aus­zuge­hen, dass Motor­rad­moto­ren die Bei­mischung besser ver­tra­gen als Auto­moto­ren. Es sei aber ratsam, eine schrift­liche Unbe­denk­lich­keits­beschei­nigung ein­zuho­len, um bei mög­lichen Motor­schä­den für Scha­denser­satz­for­derun­gen recht­lich abge­sichert zu sein.

Offizielle Angaben zur Ver­träg­lich­keit der ab 2009 geplan­ten zehn­pro­zen­tigen Bei­mischung von Bioetha­nol zu den Sprit­sor­ten Normal und Super sind bei den Motor­rad­her­stel­lern bisher noch die Aus­nahme. Harley-David­son Deutsch­land in Mör­fel­den zählt zu den ersten Impor­teu­ren, die sich geäußert haben: Demnach können alle seri­enmäßi­gen Harley-Motoren ab Modell­jahr 1980 pro­blem­los mit zehn Prozent Bioetha­nol im Kraft­stoff betrie­ben werden. Motorrä­der vor diesem Modell­jahr sollten aller­dings mit Super Plus betankt werden, dessen Bioetha­nol-Anteil nicht von den jet­zigen fünf auf zehn Prozent erhöht wird. Für Modelle der Schwes­ter­marke Buell wird grundsätz­lich der Betrieb mit Super Plus emp­foh­len - das gleiche gilt für leis­tungs­gestei­gerte Harley-Motoren.

Von anderen Herstellern gibt es meist nur lücken­hafte Infor­matio­nen: „Bei BMW soll es keine Beden­ken gegen den Betrieb mit einer zehn­pro­zen­tigen Bioetha­nol-Bei­mischung geben”, sagt ACE-Spre­cher Rainer Hill­gärt­ner. Das gleiche gelte für die Suzuki Bandit. Bei wei­teren Suzuki-Model­len muss aber im Ein­zel­fall ent­schie­den werden. „Auch bei der Honda Fireb­lade gibt es keine Beden­ken.” Von Yamaha wie­derum gibt es nach Angaben des ACE keine Infor­matio­nen.

„Man muss bislang wirk­lich im Ein­zel­fall beim Her­stel­ler nach­fra­gen”, sagt auch Michael Lenzen, Spre­cher des Bun­des­ver­bands der Motor­rad­fah­rer (BVDM) in Mainz. Demnach wird oft ange­geben, dass die Grenze der Ver­träg­lich­keit wie bei Harley-David­son etwa beim Modell­jahr 1980 liegt - in anderen Fällen wird das Jahr 1990 genannt.

Der BVDM will allerdings schon bald umfas­sende Infor­matio­nen der Her­stel­ler anbie­ten - diese wurden vom Verband gerade erst schrift­lich um ent­spre­chende Aus­künfte gebeten. „Wir werden auf unserer Home­page Listen mit Infor­matio­nen von etwa 15 rele­van­ten Her­stel­lern anbie­ten.” Die Infor­matio­nen sollen ab März bereit­ste­hen, zu finden sind sie dann im Forum auf der Home­page des Ver­ban­des.

Motorradfahrer sollten die Infor­matio­nen zur Bioetha­nol-Ver­träg­lich­keit unbe­dingt berück­sich­tigen. Denn auch wenn ver­mutet wird, dass der Motor den neuen Kraft­stoff pro­blem­los ver­arbei­tet, kann schon ein Klein­teil am Ende zu einem Schaden führen. Gefähr­det sind durch das aggres­sivere Bioetha­nol nämlich unter anderem Dich­tun­gen, die von dem Stoff ange­grif­fen werden. „Und wenn auch nur eine Dich­tung im Motor die Bei­mischung nicht ver­trägt, hat man ein Problem”, sagt Achim Kup­pin­ger, Motor­rad-Experte der Dekra in Stutt­gart.

Bundesverband der Motor­rad­fah­rer: www.bvdm.de Von Heiko Haupt, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/02/19/service/auto/t/rzo402889.html
Dienstag, 19. Februar 2008, 13:17 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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