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Freitag, 10. Feb. 12
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Mobiles
Premieren mit Geschichte - Alte Kultmodelle neu aufgelegt Genf - „Retro” ist in der Automobilentwicklung eine umstrittene Sache.
Sich beim Fahrzeugkonzept und -design auf ein bekanntes Modell der Markenhistorie zu beziehen, kann erfolgreich sein - BMW beispielsweise hat es mit dem neuen Mini vorgemacht. Es kann aber auch floppen. So hatte sich VW vom Revival des Käfer sicher mehr erhofft. Auf dem Genfer Automobilsalon (6. bis 16. März) versuchen sich die Wolfsburger nun mit dem Scirocco erneut an einem Retrokonzept - und sie sind nicht die einzigen.
Diesmal könnte den VW-Strategen mehr Erfolg vergönnt sein. Während der New Beetle im Grunde ein Golf mit einer Karosserie im Käfer-Look war, greift der neue Scirocco wesentliche Merkmale des Wolfsburger Ur-Modells auf: Wie bei dem Original aus dem Jahr 1974 handelt es sich bei dem Neuen um ein kompaktes Sportcoupé mit Frontantrieb, Sportfahrwerk und außergewöhnlichen Formen. Man wollte kein reines „Retro”-Auto bauen, sagt VW- Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg. Daher wurden zwar das Konzept des Scirocco als alltagstauglicher Sportwagen für Jedermann sowie wichtige Designmerkmale aufgegriffen, aber auch neu interpretiert.
„Wenn ein Fahrzeug genügend Eigenschaften hat, die auf das Original verweisen, dann funktioniert das”, sagt Nick Margetts, Geschäftsführer des Marktforschungsunternehmens Jato Dynamics in Limburg. Damit ein Retrokonzept zündet, müssten sich Eigenschaften und Emotionen des Originals auf die Neuauflage übertragen. „Beim Scirocco wird das klappen. Karosserie und Emotionen stimmen.” Unter der Haube bricht VW mit der Tradition: Hatte der Ur-Scirocco im Basismodell noch ein 1,1-Liter-Motörchen mit nur 37 kW/50 PS vorzuweisen, gibt sich der Scirocco III deutlich sportlicher: Bereits im Basismodell arbeitet ein 90 kW/122 PS starker TSI- Turbodirekteinspritzer. Im Topmodell sind es 147 kW/200 PS. Damit folgt VW einem allgemeinen Trend: Im Vergleich zu den ursprünglichen Modellen zeichneten sich die Neuauflagen durch deutlich vergrößerte Motorleistung aus, sagt Norbert Wittemann, Geschäftsführer der Beratungsfirma PRTM Management Consultants aus Frankfurt/Main. Das gilt auch für die Marke Lancia: Der Urahn des neuen Kompaktmodells Lancia Delta HPE hatte im Jahr 1979 sein Debüt und wurde 1980 zum Auto des Jahres gewählt. Als Antrieb des neuen Delta stehen Motoren mit 88 kW/120 PS bis 147 kW/200 PS zur Wahl. Während das Vorbild durch nüchterne Kanten und überschaubare Abmessungen auffiel, ist der neue Delta runder und größer. „Beide Autos haben relativ wenig gemein”, räumt Lancia-Sprecher Malte Dringenberg ein. Der Ur-Delta wurde vor allem als Sportmodell Integrale bekannt, die Neuauflage ist komfortorientiert. Gemeinsamkeiten sieht Dringenberg neben der Karosserieform „Hatchback” vor allem in der „überdurchschnittlichen” Ausstattung, die auch schon den Ur-Delta auszeichnete. Auch damit folgt der aktuelle Delta einem Trend, den Marktbeobachter Norbert Wittemann für die neuen Retromodelle ausmacht: Zu ihren Merkmalen zählen ein gut durchdachtes Interieur und hochwertige Materialien. Auch Lancia-Mutterkonzern Fiat bleibt dem Retro-Trend treu. Ein halbes Jahr nach dem Verkaufsstart des Fiat 500 stellen die Italiener in Genf die Sportvariante des Werkstuners Abarth mit auffälligen Spoilern und 99 kW/135 PS vor. Mit dem Auto will man an die legendären 500 Abarth der 60er Jahre erinnern. Gleichzeitig will Fiat so die gerade erst wiederbelebte Marke Abarth stärken. Von Felix Rehwald, dpa dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/08/03/04/service/auto/t/rzo406836.html |
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