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Freitag, 10. Feb. 12
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Mobiles
Matt oder knallbunt - Autobauer greifen in den Farbtopf Genf - Autofahrer mögen es eintönig - zumindest, wenn es um Farben geht.
Seit Jahren führen Grau- und Schwarztöne die Zulassungsstatistiken an, obwohl die Lackzulieferer immer wieder eine Trendwende ankündigen. Dieser Umstand machte sich bisher auch auf den Automessen bemerkbar, wo die Hersteller ihre Neuheiten gern im tristen Einheitslook auf die Bühnen stellten. Doch in diesem Jahr scheinen sie in Sachen Farbwahl wieder etwas mutiger zu werden: Auf dem Genfer Autosalon (6. bis 16. März) sind ungewöhnliche Matttöne und knallbunte Farben angesagt.
Ein echter Hingucker ist etwa die getunte Mercedes C-Klasse von Brabus. Die Sportlimousine mit 537 kW/730 PS starkem V12-Biturbomotor ist ganz in Matt-Anthrazit lackiert - inklusive der 19-Zoll-Felgen. Kein Wunder, dass Brabus den 365,7 Stundenkilometer (km/h) schnellen Bullit Black Arrow auch als „Tarnkappen”-Supersportwagen bezeichnet. Farblich in die gleiche Richtung geht der Veredler Mansory mit einem Mercedes SLR: Auch hier ist Mattlack Trumpf - allerdings fanden die Designer einen Goldfarbton passender. Tuner Lorinser hat für glanzlose Karosserieflächen ähnlich viel übrig und lackiert einen frisierter Mercedes SL in Mattsilber. Dagegen hat der Automobildesigner Rinspeed sein Tauchmobil Squba in samtmattem Weiß eingefärbt. Auch einige Klassen tiefer liegen Mattlacke im Trend: So hat Kia das Blech des neuen Mini-Kombi Soul in einem matten Schwarzton lackiert, und auch der neue Lancia Delta besitzt zumindest ein mattschwarzes Dach - die übrige Karosserie strahlt in Glanzlack.
Bei den Standardlacken darf es in diesem Jahr in Genf durchaus etwas farbenfroher sein: So steht etwa am Seat-Stand ein knallgelber Leon, der neue YES! Roadster Turbo und der Fiat-Kleintransporter Fiorino zeigen sich in Leuchtorange, bei Audi und BMW stehen zwischen den üblichen silbernen Autos auch feuerrote Exemplare. Dazu zeigt Mini einen Mini One in Taubenblau - wofür sich die Marke allerdings den stylischeren Namen „Oxygen Blue” ausgedacht hat. Bei Honda fällt ein dunkelblauer neuer Accord ins Auge, und die neue Sportwagenmarke Artega wiederum zeigt ihren neuen GT mutig in Vanillegelb - alternativ kann auch der Farbton „Tiefseeblau” geordert werden. Bei den Metalliclacken haben die Hersteller ihren Designern offenbar völlig freie Hand gelassen. Das Unternehmen FAB Design etwa zeigt einen getunten Mercedes SL in perlmuttfarben schimmerndem Orange-Metallic. Nicht weniger schrill ist die Tuning-Version des CL Coupé daneben in Lila-Metallic. Dagegen fallen die weißen Metallic-Perleffektlacke der Renault Laguna Coupé-Studie, dem Wiesmann-Coupé oder dem neuen VW Scirocco fast etwas harmlos aus. Allerdings hat VW auch Scirocco-Exemplare in dem Mehrschicht-Effektlack „Firespark” mit zur Messe gebracht. In einem ähnlichen Rotmetallic zeigt am Messestand nebenan VW-Schwestermarke Seat die Ibiza-Studie Bocanegra. Das in Genf vielbeachtete Scirocco-Rot wird laut VW-Sprecher Christian Buhlmann den Showcars vorbehalten bleiben. Für die Serienfertigung sei der Lack zu aufwendig. Dafür werde VW den Scirocco in den neuen Tönen „Risingblue” und Dunkelbraun anbieten. Automarktexperte Nick Margetts vom Marktforschungsunternehmen Jato Dynamics will dennoch nicht ausschließen, dass VW bald ein ähnliches Rot in die Farbpalette der Serien-Sciroccos aufnimmt - und sei es ohne Mehrschicht-Lackierverfahren: „Macht man das für die Messe, kann man das den Kunden nicht vorenthalten.” Dass es in Genf farbenfroher geworden ist, findet Margetts sehr begrüßenswert. „Es ist kein Verlust, wenn die Straßen etwas bunter werden.” Den plötzlichen Sinneswandel erklärt er sich auch im Zusammenhang mit der aktuellen Umwelt- und Klimadebatte: So seien die bunten Neuheiten gewissermaßen die Farbtupfer auf der sinnbildlichen „grünen” Wiese. Von Felix Rehwald, dpa dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/08/03/06/service/auto/t/rzo407370.html |
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