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Freitag, 10. Feb. 12
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Mobiles
Elektrisch aus der Klimakrise: Konzepte für saubere Autos Berlin - Die Idee klingt verlockend: Statt mit Verbrennungsmotoren, die klimaschädliche Abgase in die Luft blasen, fahren Autos künftig elektrisch.
Das ist sauber und leise, wovon gerade die von Luft- und Lärmbelastungen geplagten Stadtbewohner profitieren dürften. Diese Vorteile sind wohl mit ein Grund , warum sich Autohersteller verstärkt mit dem Thema beschäftigen. Renault will für seine ab 2011 für Europa geplanten Elektroautos herkömmliche Kompaktmodelle als Basis nutzen. Die „Null-Emissions”-Fahrzeuge sollen laut Renault Deutschland in Brühl Fahreigenschaften bieten wie vergleichbare Wagen mit 1,6-Liter-Benzinmotor.
Dass das machbar ist, beweist Smart seit Dezember mit einem Pilotprojekt in London. Rund 100 E-Smart fahren seitdem in der britischen Hauptstadt, um Erfahrungen mit der Technik zu sammeln, so Smart-Sprecher Hubert Kogel in Stuttgart. Den Antrieb übernimmt ein 30 kW/41 PS starker Elektromotor. Besonderer Vorteil: Der E-Smart ist in London von der City-Maut befreit. Die Befreiung von Zufahrtsbeschränkungen in Ballungsräumen sieht auch das Unternehmen EcoCraft aus Wunstorf bei Hannover als Verkaufsargument für seine Elektro-Kleintransporter. Sprecher Ulrich Eggert verweist auf die Umweltzonen in deutschen Städten: „Da kommen Sie mit bestimmten Lastwagen nicht mehr rein.” Den EcoCarrier gibt es als Zwei- oder Dreiachser mit 18 kW/24 PS starkem Elektromotor.
Auch am anderen Ende der Fahrzeugpalette tüfteln die Hersteller an innovativen Elektro-Lösungen. So hat das kalifornische Unternehmen Tesla zusammen mit dem britischen Hersteller Lotus einen Sportwagen mit 185 kW/252 PS starkem E-Motor auf die Räder gestellt. Gespeist aus 7000 Lithium-Ionen-Zellen, soll der Tesla Roadster in 5,7 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und eine Höchstgeschwindigkeit von immerhin 210 km/h erreichen. Die Produktion soll im März starten. Ergänzt werden diese reinen „Stromer” durch sogenannte Plug-in-Hybride, an denen unter anderem General Motors, VW und Audi arbeiten. Sie können etwa im Stadtbetrieb rein elektrisch fahren und ihre Batterie an der Steckdose laden. Zusätzlich haben sie aber einen Verbrennungsmotor an Bord, der zugeschaltet werden kann oder auf Langstrecken als „On-Board-Ladegerät” zum Laden der Batterie dient.
Dieses Konzept verfolgt auch die Schweizer Mindset AG aus Luzern. Ein Team um den Ex-VW-Chefdesigner Murat Günak will bis 2009 ein Elektroauto zur Serienreife bringen. Der 4,20 Meter lange 2+2-Sitzer soll einen E-Motor mit 70 kW/95 PS, Lithium-Ionen-Batterien und einen Zweizylinder-Benziner mit 18 kW/24 PS zum Nachladen der Batterien erhalten. Pro Jahr sollen einmal rund 10 000 Exemplare gebaut werden. Autoexperte Nick Margetts vom Marktbeobachter Jato Dynamics in Limburg glaubt, dass der Aufschwung der Elektroautos begonnen hat: „Zwar stehen wir erst am Anfang der Reise, aber Fortschritte in der aktuellen Technik räumen zunehmend Steine aus dem Weg.” Entscheidend für den Durchbruch auf dem Markt sei die Stromspeicherung, sagt Gerd Lottsiepen vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Berlin: „Das A und O wird sein, wie sich die Batterietechnik weiterentwickelt.” Eine Einschränkung fügt Gerd Lottsiepen noch hinzu: „Aus Umweltsicht lohnt sich ein Elektroauto nur, wenn man die CO2-Bilanz insgesamt verringert. Es bringt ja nichts, wenn man den CO2-Ausstoß nur zu den Kraftwerken verlagert. Im Grunde machen Elektroautos nur dann Sinn, wenn wir einen Überschuss an regenerativen Energien erreicht haben.” Nach Angaben des Bundesumweltministeriums in Berlin betrug der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung in Deutschland im Jahr 2007 rund 14 Prozent. Der weitaus größere Teil entfiel weiterhin vor allem auf Kernkraft, Braun- und Steinkohle. INFO: Regenerative Energien Mit diesem Begriff wird Energie bezeichnet, die aus erneuerbaren Quellen gewonnen wurde. Dazu zählen Wind, Wasser, Sonne, Erdwärme und Biomasse. Diese Energieträger emittieren entweder gar kein Kohlendioxid oder nicht mehr als sie während ihrer Entstehung aufgenommen haben. Sie tragen daher weniger als fossile Brennstoffe wie Öl, Kohle und Gas zur Erderwärmung bei. Von Felix Rehwald, dpa dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/08/03/11/service/auto/t/rzo408701.html |
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