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Freitag, 25. Mai 12
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Mobbing und  Gewalt an SchulenDresden - Immer mehr deut­sche Schüler leiden unter Stress und Mobbing - mit fatalen Folgen. Das geht aus einer inter­natio­nalen Studie der Welt­gesund­heits­orga­nisa­tion hervor...

Hamburg/Berlin - Frauen sind in den Che­feta­gen deut­scher Unter­neh­men nach wie vor eine Sel­ten­heit. Erfolg­rei­che Frauen werden dadurch zur „zwei­fachen Abweich­lerin”, erläu­tert Prof.

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Mobbing und Stress machen deutsche Schüler krank

Dresden - Immer mehr deut­sche Schüler leiden unter Stress und Mobbing - mit fatalen Folgen.

Mobbing und  Gewalt an Schulen

Experten zufolge sind Gewalt und Mobbing Bestand­teil des schu­lischen Alltags. (Bild: dpa)

Das geht aus einer inter­natio­nalen Studie der Welt­gesund­heits­orga­nisa­tion hervor, für die Schüler im Alter zwi­schen 11 und 16 befragt wurden.

Nachdem ein Team von Forschern aus Bie­lefeld, Frank­furt am Main, Berlin, Hamburg und Dresden unlängst auf einem Kon­gress der Deut­schen Gesell­schaft für Erzie­hungs­wis­sen­schaft die für Deutsch­land gül­tigen Daten der Studie vor­legte, dreht sich die Debatte nun um Ursa­chen und Kon­sequen­zen. „Das Problem beginnt oft, wenn Betrof­fene in puber­täts­bedingte Krisen geraten. Wer dann allein­gelas­sen wird, kann gesund­heit­liche Beein­träch­tigun­gen erlei­den”, sagte der Erzie­hungs­wis­sen­schaft­ler Wolf­gang Melzer von der Tech­nischen Uni­ver­sität (TU) Dresden. Gerade bei Mädchen könne das zu psy­cho­soma­tischen Störun­gen führen, bei Jungen dagegen mehr zu aggres­sivem Ver­hal­ten.

In der 2006 durch­geführ­ten Studie hatten rund ein Fünftel der befrag­ten Schüler ange­geben, unter Beschwer­den wie Übel­keit, Kopf­schmer­zen oder Schlafstörun­gen zu leiden. Bei einer gleich­lau­ten­den Unter­suchung 2002 lagen diese Werte noch unter 20 Prozent. Eine ähn­liche Ent­wick­lung gab es bei Mobbing-Opfern. Mehr als ein Drittel der Befrag­ten musste hier bereits nega­tive Erfah­run­gen sammeln. Etwa fünf Prozent der Schü­lerin­nen und Schüler offen­bar­ten, mehr­mals pro Woche schi­kaniert zu werden. Die Zahl der Schüler mit „Täter-Erfah­rung” nahm gering­fügig ab.

„Gewalt und Mobbing sind Bestandteil des schu­lischen Alltags, sie behin­dern ihn und ver­ursa­chen eine Reihe von Fol­gepro­ble­men bei allen Akteu­ren, vor allem aber bei den Opfern”, lautet ein Fazit der Exper­ten. Für die Mobbing-Täter wurden etwa Anti-Aggres­sions­pro­gramme emp­foh­len. Opfer müssten mehr Auf­merk­sam­keit erhal­ten. Hil­freich könne es auch sein, wenn Schüler gemein­sam einen Ver­hal­tens­kodex auf­stel­len. Nach Ansicht des Päd­ago­gik-Pro­fes­sors Melzer sollten Lehrer durch Trai­ning ihre „dia­gno­sti­schen Fähig­kei­ten” schär­fen, um Pro­blem­fälle recht­zei­tig zu erken­nen und handeln zu können.

„Eine Über­raschung war zwei­fel­los, dass die Schul­kul­tur besser bewer­tet wurde als noch 2002”, betonte Melzer. Dabei ging es um Fak­toren wie Mit­gestal­tung, Unter­richts­qua­lität oder Hilfe durch den Lehrer. „Wenn trotz leich­ter Ver­bes­serun­gen in diesem Bereich die psy­cho­soma­tischen Störun­gen gestie­gen sind, müssen sich Risi­kofak­toren in anderen Berei­chen erhöht haben”, schluss­fol­gerte der Pro­fes­sor. Als Bei­spiel nannte er fami­liäre Pro­bleme, Medien­kon­sum und Jugend­kul­tur. Das sei nicht immer eine Frage der Zugehö­rig­keit zu sozia­len Schich­ten, obwohl das grundsätz­lich einen Risi­kofak­tor für Krank­heit dar­stelle. „Nach­hilfe ist für viele bezahl­bar. Ein gutes Fami­lienklima lässt sich aber nicht erkau­fen.”

Melzer warnte davor, Schüler zu sehr auf Leis­tun­gen zu fixie­ren. Wich­tige Kom­peten­zen wie ein posi­tives Sozi­alver­hal­ten fielen so unter den Tisch. „Es ist eine Dau­erauf­gabe, die Qua­lität der Schule zu ver­bes­sern.” Dabei habe Güte nichts mit dem Schul­typ zu tun. „Es gibt die sehr gute Mit­tel­schule und das schlechte Gym­nasium. Gesund­heit und Stress lassen sich daran nicht fest­machen. Die Frage ist nur, ob der Schüler in schwie­rigen Situa­tio­nen auf Hilfe rechnen kann.” Auch Mit­schü­ler sieht er dabei in der Pflicht. Metho­den wie die zu DDR-Zeiten übli­chen Lern­paten­schaf­ten zwi­schen Schü­lern seien päd­ago­gisch durch­aus sinn­voll.

Kongress der Deut­schen Gesell­schaft für Erzie­hungs­wis­sen­schaft: www.dgfe2008.de

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/03/26/service/berufbildung/t/rzo412462.html
Mittwoch, 26. März 2008, 17:20 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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