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Freitag, 10. Feb. 12

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Lebensgefahr im Schlaf: Schnarchen ist nicht bloß lästig

Berlin/Solin­gen - In regel­mäßi­gen Abstän­den wie­der­holt es sich immer wieder: Das flat­ternde „Sägen”, das Part­nern von Schnar­chern regel­mäßig den Schlaf raubt. Immer­hin schnar­chen in Deutsch­land rund 30 Mil­lio­nen Men­schen.

Schnarchen

Nächtliche Tests - ein Auf­ent­halt im Schlafla­bor kann oft die Ursache des Schnar­chens klären. (Bild: Tech­niker Kran­ken­kasse/dpa/tmn)

Doch das ist nicht nur störend. „Es kann sogar gesund­heits­gefähr­dend sein”, erklärt Volker Schil­ling, Che­farzt des Vivan­tes-Kli­nikums Berlin-Neukölln für Hals-Nasen-Ohren-Heil­kunde, Kopf- und Hal­schir­urgie.

Schnarchen entsteht durch eine Blockade der Atem­wege, wenn sich im Schlaf die Mus­kula­tur ent­spannt und es zu flat­tern­den Bewe­gun­gen des Gau­men­segels und des Zäpf­chens kommt. Bestimmte Fak­toren begüns­tigen es. „Zu denen gehört nicht nur das Über­gewicht, sondern auch spätes, üppiges Essen, durch das der Körper dann mit dem Nah­rungs­abbau zu tun hat”, erläu­tert der HNO-Arzt.

Gefährlich ist eine soge­nannte Schlafap­noe. Dar­unter leiden etwa zwei Prozent aller Schnar­cher. „Bei einer solchen Apnoe kommt es zu einer Veren­gung der oberen Atem­wege, durch die Atem­pau­sen ent­ste­hen, die zwi­schen wenigen Sekun­den bis andert­halb Minuten dauern können”, erklärt Win­fried Ran­derath, Schlaf­medi­ziner aus Solin­gen.

Dabei erschlafft die Muskulatur , und die Zunge als großer Muskel fällt in den Rachen - sie verengt und blo­ckiert ihn. „Dadurch kommt es zu einem Kollaps der Atem­wege und nach­fol­gend einer Unter­sät­tigung des Blutes mit Sau­erstoff”, erklärt Schil­ling. Der Körper aller­dings ver­setze den Betrof­fenen dann vom tiefen in leich­teren Schlaf, indem er die Mus­kula­tur anspannt.

Die Dia­gnose einer solchen Apnoe erfolgt für die Pati­enten im Schlafla­bor. Doch bis das geschieht, sind sie zuvor meist wegen all­gemei­ner Sym­ptome beim Arzt gewesen. „Oft sind die Betrof­fenen morgens müde, wie gerä­dert und zer­schla­gen, obwohl sie meinen, in der Nacht geschla­fen zu haben”, sagt Susanne Schwar­ting aus Kiel, Prä­siden­tin der Deut­schen Gesell­schaft Zahnärzt­liche Schlaf­medi­zin.

„Durch die Tagesmüdigkeit entstehen auch lebens­gefähr­liche Situa­tio­nen im Alltag”, sagt die Zahnärz­tin. Dazu gehöre bei­spiels­weise der Sekun­den­schlaf beim Auto­fah­ren. Hinzu kommt, dass die Aus­schüt­tung von Stress­hor­monen vor allem bei Pati­enten mit Ate­maus­set­zern auch Herz und Kreis­lauf belas­tet.

Gegen das lästige, aber harm­lose Schnar­chen, aber auch die Apnoe gibt es laut Ran­derath zahl­rei­che Hilfs­mit­tel - vom Schnar­chöl bis zum Nasen­sprei­zer. Diese Mittel werden meist ganz eupho­risch ange­prie­sen. „Wis­sen­schaft­lich erprobt und effek­tiv anzu­wen­den sind aller­dings nur wenige The­rapie­for­men”, erklärt Schwar­ting.

Bei starker Apnoe etwa erfolgt die Stan­dard­the­rapie mit einer Sau­erstoff­maske, die wie ein umge­kehr­ter Staub­sau­ger funk­tio­niert. „Durch eine kon­tinu­ier­liche Über­druck­beat­mung wird dabei ver­hin­dert, dass es zu einer Erschlaf­fung der Muskeln kommt”, erklärt Ran­derath.

Eine Behand­lungs­methode, die sich beim unge­fähr­lichen Schnar­chen und auch bei leicht- bis mit­tel­gra­diger Schlafap­noe anbie­tet, ist die soge­nannte Unter­kie­fer­vor­schub­schiene, die wie eine kie­fer­orthopä­dische Zahn­spange aus Kunst­stoff aus­sieht. „Durch diese Schiene wird der Unter­kie­fer - und damit auch die Zunge - leicht nach vorne gezogen, wodurch ver­hin­dert wird, dass die Zunge den Atemweg im Schlaf blo­ckiert”, beschreibt die Zahnärz­tin. Daneben können gegen Schnar­chen oder eine Apnoe auch chir­urgi­sche Ein­griffe helfen - ein Erfolg ist aber längst nicht immer gegeben.

Deutsche Gesellschaft Zahnärztliche Schlaf­medi­zin: www.dgzs.de

Deut­sche Gesell­schaft für Schlaf­for­schung und Schlaf­medi­zin: www.dgsm.de Von Aliki Nas­sou­fis, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/02/06/service/gesundheit/t/rzo399290.html
Mittwoch, 06. Februar 2008, 9:24 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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