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Freitag, 10. Feb. 12

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Stechende Ohrenschmerzen: Mit Hausmitteln und Antibiotika

Frei­burg - Ein ste­chen­der Schmerz bohrt sich vom Ohr durch den ganzen Kopf.

Ohrenschmerzen

Bei Kindern wandern Atem­wegs­infekte schnell ins Ohr - sie sind daher beson­ders oft von Mit­tel­ohr­ent­zün­dun­gen betrof­fen. (Bild: dpa/tmn)

Manchmal dröhnt und hämmert es sogar im Hör­organ. Wer einmal unter hef­tigen Ohren­schmer­zen gelit­ten hat, wird sie sein Leben lang fürch­ten.

Ursache der Qualen können Entzündungen oder Ver­let­zun­gen sein. Haus­mit­tel können die Beschwer­den nur wenig lindern - meist ist der Fach­arzt gefragt. Eine Behand­lung kann in manchen Fällen aber trotz­dem ohne Anti­bio­tika erfol­gen.

Besonders schmerz­haft ist eine Ent­zün­dung des Mit­tel­ohrs. Sie lässt die Schleim­haut anschwel­len. Damit verengt sich die Ver­bin­dung zwi­schen Nasen-Rachen­raum und Mit­tel­ohr, die so genannte Eusta­chi­sche Röhre. Das im Mit­tel­ohr ent­ste­hende Sekret kann nicht mehr abfließen. „Bei einer Mit­tel­ohr­ent­zün­dung schmerzt das ganze Ohr. Sie geht meist mit Fieber einher. Auch das Hör­ver­mögen kann beein­träch­tigt sein”, sagt Anto­nius Poll­mann, Prä­sident des Zen­tral­ver­ban­des der Ärzte für Natur­heil­ver­fah­ren und Regu­lati­ons­medi­zin (ZAEN) in Freu­den­stadt in Baden-Würt­tem­berg.

Bei Kindern sind Mittelohrentzündungen die häu­figste Ursache für quälende Ohren­schmer­zen. „Das liegt daran, dass ihre Eusta­chi­sche Röhre kürzer ist als bei Erwach­senen”, erklärt Kris­tina Saal vom Insti­tut für All­gemein­medi­zin der Uni­ver­sität Frank­furt/Main. „So wandern Atem­wegs­infekte schnell ins Ohr.”

Wenn die ersten Schmer­zen am Abend oder am Woche­nende auf­tre­ten, müssen die Betrof­fenen jedoch nicht gleich ins Kran­ken­haus. „Sie können sich zunächst mit Haus­mit­teln wie regio­naler Wär­mean­wen­dung mit einem Kirsch­kern­kis­sen oder einer Gel-Packung oder auch mit Zwie­belsäck­chen behel­fen”, rät Michael Deeg, Fach­arzt für Hals-Nasen-Ohren-Heil­kunde aus Frei­burg. Ergän­zend können schmerz­lin­dernde Mittel und abschwel­lende Nasen­trop­fen genom­men werden. „Auch Rot­licht tut gut”, sagt Poll­mann.

Dauern Schmerzen und Fieber am nächsten Tag noch an, muss der Fach­arzt zunächst ermit­teln, ob und wie stark das Mit­tel­ohr ent­zün­det ist und wodurch die Ent­zün­dung ver­ursacht wurde. „Etwa die Hälfte aller Mit­tel­ohr­ent­zün­dun­gen wird durch Bak­terien her­vor­geru­fen, die andere durch Viren”, sagt Deeg. „Dies ist am Erschei­nungs­bild für den Fach­arzt gut erkenn­bar: Ein eit­riger Erguss hinter dem Trom­mel­fell weist auf eine bak­teri­elle Infek­tion hin, eine helle Flüs­sig­keit auf einen viralen Infekt.”

Bei einem viralen Infekt werden schmerz­lin­dernde Medi­kamente sowie abschwel­lende Nasen­trop­fen ver­abreicht. Und auch wenn sich Bak­terien tummeln, ist ein Anti­bio­tikum nur das aller­letzte Mittel. „In der Regel kommt der Körper alleine mit der Infek­tion zurecht”, beob­ach­tet Saal und ver­weist auf die erheb­lichen Neben­wir­kun­gen von Anti­bio­tika im Magen und Darm.

Bei Erwachsenen treten häufig Ent­zün­dun­gen des äußeren Gehör­gangs auf, vor allem in der Schwimm­bad-Saison. „Das sind Infek­tio­nen, die durch Bak­terien oder sel­tener durch Pilze ver­ursacht werden und von außen in die Haut gelangt sind”, beschreibt HNO-Arzt Deeg. Hier ist Wär­mebe­hand­lung völlig kon­tra­pro­duk­tiv. Statt­des­sen ist Kühlen mit einem alko­hol­getränk­ten Wat­tebausch ange­sagt. „Die Behand­lung besteht hier zunächst aus Schmerz­lin­derung. Außer­dem werden Sal­ben­strei­fen in den Gehör­gang ein­gelegt, die regel­mäßig gewech­selt werden müssen. Sch­ließ­lich wird mit Ohren­trop­fen nach­behan­delt.”

Kann der Arzt keine Ent­zün­dun­gen oder Ver­let­zun­gen am oder im Ohr und keinen Fremd­kör­per fest­stel­len, so gilt es, andere Erkran­kun­gen zu hin­ter­fra­gen. „Gerade bei Erwach­senen kommt es oft vor, dass Zahn-, Kiefer- oder Kopf­schmer­zen in die Ohren aus­strah­len”, sagt Saal. Von Eva Neumann, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/02/06/service/gesundheit/t/rzo399291.html
Mittwoch, 06. Februar 2008, 9:24 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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