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Freitag, 10. Feb. 12

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Pollenallergien: Kleine Flieger mit großer Wirkung

Wies­baden/Bochum - Immer früher im Jahr heißt es für All­ergi­ker: Nicht zu tief durch­atmen! Schon im Januar flogen in Deutsch­land die ersten Pollen, im Februar wird es richtig anstren­gend. Die Nase läuft, die Augen brennen - eine Stra­paze für die Gesund­heit.

Pollenallergien

Der Blüten­staub kommt immer früher - in diesem Jahr flogen die ersten Pollen schon im Januar. (Bild: DAK/Wigger/dpa/tmm)

Ab Januar oder Februar blühen die Früh­blüher wie Birke, Erle, Hasel oder Buche. „Im Juni, Juli und August fliegen dann die Grä­ser­pol­len”, erklärt Gerhard Schultze-Wer­ning­haus, Vize­prä­sident der Deut­schen Gesell­schaft für All­ergo­logie und kli­nische Immu­nolo­gie (DGAKI) aus Bochum. Jeder dritte Deut­sche rea­giert auf Pollen. „All­ergi­ker haben ein zu starkes Immun­sys­tem, das sich gegen die eigent­lich harm­losen Fremd­kör­per wehrt”, erklärt Schultze-Wer­ning­haus. Die Folgen sind Nies­reiz, Fließschnup­fen und Augen­bren­nen.

Bei Heuschnupfen sind die Schleimhäute ent­zün­det. Verant­wort­lich dafür ist das kör­perei­gene Hormon Hista­min. „Um dessen Wirkung zu unter­drü­cken, können Anti­hista­minika ein­genom­men werden”, erklärt Schultze-Wer­ning­haus. Einige Anti­hista­minika machten früher meist sehr müde. „Inzwi­schen gibt es neuere Pro­dukte, die nicht mehr so ermü­dend wirken.”

Des wei­teren gibt es Sprays und Tropfen mit und ohne Kor­tison, die eine anti­ent­zünd­liche Wirkung auf die Schleim­häute haben. „Auch Spü­lun­gen der Nase mit Meer­salz­lösun­gen können helfen”, meint Prof. Ludger Klimek, Leiter des All­ergie­zen­trums Wies­baden. Selbst eine ein­fache Augen­spü­lung mit klarem Wasser wäscht die Pollen aus und lindert schon die Augen­rei­zung. Für Sprays und Immun­the­rapien zahlen nor­maler­weise die gesetz­lichen Kran­ken­kas­sen, für Anti­hista­minika aller­dings nicht.

Immuntherapien versprechen eine Desen­sibi­lisie­rung auf den all­ergie­aus­lösen­den Stoff. Im Laufe solch einer Behand­lung lernt das Immun­sys­tem, künftig ange­mes­sen und nicht mehr zu heftig auf die Pollen zu rea­gie­ren. Wie bei einer Impfung wird der Körper scho­nend mit langsam anstei­gen­den Mengen des Pol­len­stoffs kon­fron­tiert. „Die regu­lie­ren­den Zellen werden so immer sta­biler, und das Immun­sys­tem lernt, dass keine Abwehr­reak­tion nötig ist”, erläu­tert Klimek.

Solche Desen­sibi­lisie­run­gen dau­erten früher mehrere Monate. „Die Sub­stan­zen sind inzwi­schen besser gerei­nigt”, sagt Ludger Klimek. „Heut­zutage können drei bis vier Behand­lungs­tage in wöchent­lichem Abstand bereits aus­rei­chen.” Mehr als 80 Prozent solcher Desen­sibi­lisie­run­gen ver­lau­fen erfolg­reich.

Wer auf homöopathische Mittel vertraut , dem emp­fiehlt der Heil­prak­tiker Herbert Ilsen­stein aus Bremen Aralia-Tropfen aus der Apo­theke. Ebenso könne Aku­punk­tur die Sym­ptome lindern. Doch schon das rich­tige Ver­hal­ten im Alltag lindert bis­wei­len die Ent­zün­dun­gen - so kann eine Son­nen­brille die Augen vor Pollen schüt­zen. Beim Sport atmet man die Pollen beson­ders tief ein. „Daher sollte man diesen in den kri­tischen Monaten auf die Abend- oder Mor­gen­stun­den legen”, rät Klimek.

Zu Hause sind Stoßlüf­tun­gen besser, als das Fenster ständig gekippt zu haben. Wenn man von draußen kommt, solle man die Kleider wech­seln, um weniger Pollen in die Wohnung zu bringen. „Und wer die Haare vor dem Zubett­gehen wäscht, atmet nachts weniger Pollen ein”, sagt Klimek. Von Miriam Braun, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/02/13/service/gesundheit/t/rzo401226.html
Mittwoch, 13. Februar 2008, 10:25 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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