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Montag, 21. April 08

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Luxus via Mausklick: Online-Shops von Vuitton & Co.

Berlin - Gucci tut es, Hermès tut es und Dior sowieso.

Louis Vuitton

Fashion-Fans können die begehr­ten „It-Bag” ver­schie­dener Luxu­san­bie­ter auch im Inter­net kaufen. (Bild: „louis­vuit­ton.de”)

Ab sofort betätigt sich auch die Marke Louis Vuitton auf einer neu gestal­teten Website in Deutsch­land als Online-Verkäu­fer der eigenen Pro­dukte.

Luxus und E-Commerce, das schien vor kurzer Zeit noch nicht zusam­men­zupas­sen. Viele Desi­gner­label taten sich schwer damit, selbst Shop­ping im Netz anzu­bie­ten. Sollte man wirk­lich den Bei­geschmack von Exklu­sivität dem für Masse ste­hen­den Inter­net opfern? Neue Käufer gene­rie­ren, die sonst nicht den Weg in die Bou­tique finden, und dafür alte ver­lie­ren, die viel Geld aus­geben, um zu zeigen: „Ich war bei Vuitton in Paris oder Peking”?

„Wir sollten nicht einen elitären Anspruch an eine Marke damit ver­wech­seln, dass man fest­legen kann, wer ein­kau­fen darf”, ent­geg­nete Phil­ippe Schaus, Vize-Prä­sident von Louis Vuitton, bei der Prä­sen­tation der Web­seite in Berlin all jenen, die fürch­ten, das elitäre Image einer Luxus­marke könnte unter E-Com­merce leiden. „Sch­ließ­lich werden auch in unseren Läden die Verkäu­fer darauf geschult, alle gleich zu behan­deln.” Immer­hin ver­sucht Vuitton durch eine auf­wän­dig gestal­tete Website, auf der man sich etwa mit Steffi Graf auf eine vir­tuelle Shop­ping-Tour durch New York begeben kann, die beein­dru­ckende Laden­gestal­tung des Hauses auf­zuneh­men. „Wir sehen die Online-Bou­tique in Deutsch­land als unser zwölf­tes Geschäft hier”, meint Vuit­tons Deutsch­land-Chefin Gabri­ella Schnitz­ler.

Wer allerdings glaubt, im Netz schnel­ler an die begehrte „It-Bag” der Saison zu kommen, wird ent­täuscht. Klickt man etwa bei Vuitton auf Modelle der neuen Kult-Hand­tasche „Joke Bag” kommt meis­tens die Meldung „aus­ver­kauft”. Die berühm­ten War­telis­ten können eben nicht umgan­gen werden. Und das ist wahr­schein­lich auch besser so: Gerade bei Luxus­häu­sern stei­gert die Knapp­heit das Begeh­ren.

Auch Klei­dung ist bei den Luxus­häu­sern via Inter­net kaum zu bekom­men. Vuitton bietet in Deutsch­land Taschen, Rei­segepäck, Uhren, Son­nen­bril­len oder Bücher, Hermès setzt auf Tücher, Schmuck, Leder­waren oder Parfum. Bei Gucci gibt es zudem noch Haus­tier-Acces­soires. Auf der etwas ver­wir­rend gestal­teten Website von Dior findet man auch Schuhe und den leisen Schim­mer Hoff­nung, dass man auch die dort gezeigte Mode erwer­ben kann. Doch zumin­dest hier­zulande erweist sich dies als trü­gerisch. Immer­hin kann man über einen Klick in Kontakt mit einem Kun­den­bera­ter treten, der bereit ist, das gewünschte Klei­dungs­stück via Bou­tique nach Hause zu senden.

Einige Luxusmarken wie Chanel oder Jil Sander haben noch keine eigene E-Com­merce-Mög­lich­keit. Armani, Ralph Lauren und Bottega Veneta bieten Inter­net-Shop­ping bisher nur in den USA an. Dort gehört das Online-Kaufen bei Luxus­mar­ken zum Alltag. Und das nicht nur in Gegen­den fernab der Städte. „Bei einer Studie in den USA hat man fest­gestellt, dass etwa 50 Prozent der Leute, die bei uns im Inter­net kaufen, fast in Schritt­weite eines unserer Geschäfte wohnten”, erklärt Jean-Marc Gallot, Europa-Chef von Vuitton.

Eine von „Welt Online” im ver­gan­genen Jahr her­aus­gege­bene Unter­suchung kam zu dem Schluss, dass Luxus­mar­ken das Inter­net noch zu zurück­hal­tend nutzen. Und das, obwohl gerade die kauf­kräf­tigen Inter­essen­ten den neuen Medien beson­ders stark zuge­wandt seien. Der Kauf von Luxus­mode erfolgt demnach meist in Luxus­kauf­häu­sern. 59 Prozent der Befrag­ten erwar­ben dort Desi­gner­klei­dung, während nur 13 Prozent diese im Inter­net bestell­ten. Bei Hand­taschen stieg der Online-Anteil immer­hin auf 30 Prozent.

In Zeiten, in denen sich Mode­begeis­terte auf Seiten wie style.com alle Schauen der Saison schon im Inter­net angu­cken können, werden auch Luxus­mar­ken kaum umhin kommen, bald auch Klei­dung im Netz anzu­bie­ten. Auch wenn es viel­leicht auf Kosten der Exklu­sivität geht. Das Haus Prada aller­dings star­tete im ver­gan­genen Jahr eine begrenzte Online-Auktion von erle­senen Vintage-Stücken. Und zeigte damit: Der Hauch des Beson­deren ist auch im Netz zu haben.

Louis Vuitton: www.louis­vuit­ton.de

Prada: www.prada.com

Hermès: www.hermes.com

Dior: www.dior.com

Gucci: www.gucci.com

Mode-Portal: www.style.com Von Ste­fanie Schütte, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/04/18/magazin/szene/t/rzo416307.html
Donnerstag, 10. April 2008, 11:16 © RZ-Online (NewsDesk)
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