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Samstag, 16. Nov. 19

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Spezialprogramme löschen PC-Daten sicher

Berlin/Han­nover - Leichte Beute für Daten­diebe: Wer eine Fest­platte, einen USB-Stift oder auch eine Spei­cher­karte ver­kauft, gibt womög­lich per­sön­liche Daten preis.

Löschprogramme für PC-Daten

Spezielle Lösch­pro­gramme tilgen Daten zuver­läs­sig von der Fest­platte. (Bild: Schie­ren­beck/dpa/tmn)

Denn vorher gelöschte Fotos oder noch wich­tigere Doku­mente lassen sich von anderen Anwen­dern oft pro­blem­los wie­der­her­stel­len. Um das zu ver­hin­dern, emp­fiehlt sich der Einsatz von spe­ziel­len Lösch­pro­gram­men - sie fun­gie­ren als digi­tale Reißwölfe.

„Daten, die auf herkömmliche Weise gelöscht werden, sind nicht ver­schwun­den”, erklärt Peter Knaak, Technik-Experte bei der Stif­tung Waren­test in Berlin. Selbst was aus dem Papier­korb ent­fernt wurde, können Com­puter­laien mit ein­fachen Mitteln wie­der­her­stel­len - Profis erst recht. „Viele Nutzer wiegen sich in Sicher­heit, wenn sie den Daten­trä­ger for­matiert haben, aber auch das genügt nicht”, ergänzt Jaros­lav Smycek, Technik-Experte von der Ver­brau­cher­zen­trale Nie­der­sach­sen in Han­nover.

Der Hin­ter­grund ist nicht schwer zu ver­ste­hen: Das Betriebs­sys­tem löscht ledig­lich das Inhalts­ver­zeich­nis des Daten­trä­gers und mar­kiert den Platz als neu zu ver­geben. Die E-Mail-, Foto- oder auch Text-Dateien selbst sind deshalb noch so lange vor­han­den, bis sie von anderen Infor­matio­nen über­schrie­ben werden. Bis dahin lassen sie sich mit Daten­ret­tungs­tools wie­der­her­stel­len.

„Bevor jemand gebrauchte Speichermedien ver­kauft oder im Rahmen einer Rekla­mation umtauscht, sollten sen­sible Daten restlos ent­fernt werden”, rät daher Peter Knaak. Hier kommen die Spe­zial­pro­gramme ins Spiel. Die digi­talen Reißwölfe mit teils mar­tia­lisch klin­gen­den Namen wie „Active Kill­disk” oder „Safe Erase” ver­nich­ten kom­pro­miss­los alle Daten, die ihnen in die vir­tuel­len Fänge kommen. Aller­dings geschieht das auf ganz harm­lose Weise: Die zum Löschen frei­gege­ben Dateien werden mit Daten-Kau­der­welsch über­schrie­ben.

Die Zeit­schrift „Com­puter-Bild” hat vor kurzem sechs der Pro­gramme getes­tet. Das Urteil: Alle erle­digen ihren Putz-Auftrag gründ­lich. Keine einzige Datei konnte wie­der­her­gestellt werden, nachdem die Spei­cher­medien jeweils mehr­fach über­schrie­ben worden waren.

Im Detail unterscheiden sich die Pro­gramme aber. Der Test­sie­ger „Safe Erase 3.0” (O&O Soft­ware; 29,90 Euro) und der Zweit­plat­zierte „Active Kill­disk 5.0” (LSoft, ca. 35 Euro; nur als Dow­nload unter „kill­disk.com”) säubern neben Fest­plat­ten auch USB-Stifte und Spei­cher­kar­ten. Als ein­ziges getes­tetes Pro­gramm kann „Safe Erase” nicht nur kom­plette Plat­ten­inhalte, sondern auch ein­zelne Dateien und Ordner löschen.

Am schnells­ten arbei­tete die Soft­ware „Data Cleaner+” (Blancco; 22,95 Euro unter „blancco.com/deu/home”). Eine 80 Giga­byte große Platte putzte sie in weniger als ein­ein­halb Stunden. Die Dauer des Lösch­vor­gangs hängt jedoch nicht nur vom Pro­gramm, sondern auch vom gewähl­ten Ver­fah­ren ab: Je öfter die Daten über­schrie­ben werden, desto unwahr­schein­licher ist die Rekon­struk­tion. Beim von „Com­puter-Bild” emp­foh­lenen Stan­dard des US-Ver­tei­digungs­minis­teri­ums - genannt DoD 5220.22-M - geschieht das drei- bis sie­ben­fach. Meist stehen bei den Pro­gram­men mehrere Lösch-Ver­fah­ren zur Auswahl, so dass die Nutzer zwi­schen maxi­maler Sicher­heit und Tempo abwägen können.

Eines gilt es aber zu bedenken: Ist die Fest­platte mit den Lösch-Pro­gram­men erstmal gesäu­bert, ist eine Wie­der­her­stel­lung der Daten auch dann aus­geschlos­sen, wenn Anwen­der sie plötz­lich selbst gern zurück hätten. „Sie sollten daher zuvor genau prüfen, ob sie die Daten wirk­lich nicht mehr benöti­gen oder ob an anderer Stelle noch eine Siche­rungs­kopie vor­liegt”, rät Technik-Experte Smycek.

INFO: Plat­ten­putz für lau

Wer Dateien unwiderruflich entfernen will, muss nicht zwin­gend Geld aus­geben. Auch Gratis-Soft­ware erle­digt gute Dienste. Preis-Leis­tungs-Sieger im Test der Zeit­schrift „Com­puter-Bild” wurde das kos­ten­lose Pro­gramm „DBAN 1.0.7” von Vanadac (Dow­nload:„dban.sour­ceforge.net”): Das eng­lisch­spra­chige Tool arbeite sicher und nicht lang­samer als manches Kauf­pro­gramm, aller­dings sei es für Ungeübte umständ­lich zu bedie­nen, heißt es.

Eine Alter­native ist der bei pri­vater Nutzung eben­falls kos­ten­lose „Secure Eraser 2.1” (Ascomp Soft­ware, Dow­nload: „ascomp.de”). Er verfügt über Menüs in Deutsch, tilgt neben kom­plet­ten Fest­plat­ten auch ein­zelne Dateien und bietet nach einer Regis­trie­rung mehrere Lösch-Ver­fah­ren.

„Active Kill­disk 5.0” (ca. 35 Euro): www.kill­disk.com

„Data Cleaner+” (22,95 Euro): www.blancco.com/deu/home

„DBAN 1.0.7” (kos­ten­los, eng­lisch): dban.sour­ceforge.net

„Secure Eraser 2.1” (kos­ten­los, deutsch): www.ascomp.de Von Berti Kolbow, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/03/31/service/computer/t/rzo413537.html
Montag, 31. März 2008, 11:18 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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