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Mittwoch, 20. Nov. 19

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Wenn Online-Rollenspiele zur Sucht werden

Köln/Berlin - Hobbys hatte Matt­hias L. (Name geän­dert) schon viele, aber keines hat das Leben des 24-jäh­rigen Kölners so ver­ändert wie seine letzte Lei­den­schaft: das Online-Rol­len­spiel „World of War­craft”.

Flucht in die Fantasy-Welt

Ein Spieler sitzt an seinem Com­puter und spielt das Com­puter-Online-Rol­len­spiel „World of War­craft”. (Bild: dpa)

Weit über 90 Stunden pro Woche ver­brachte er zuletzt in der vir­tuelle Fan­tasy­welt „Azeroth”. Exper­ten warnen: Online-Rol­len­spiele wie dieses haben ein noch völlig unter­schätz­tes Sucht­poten­zial.

Vor drei Jahren hatte ein Freund Matt­hias von dem neuen Spiel erzählt. „Damals habe ich mir noch nicht viel aus Com­puter­spie­len gemacht”, erin­nert er sich heute. „Aber mit 'WoW' hat sich das sehr schnell geän­dert.” Hinter dem Kürzel ver­birgt sich das meist­ver­kaufte Online-Rol­len­spiel der Welt. Seit „World of War­craft” 2004 von „Bliz­zard Enter­tain­ment” ver­öffent­licht wurde, hat es einen Sie­ges­zug rund um den Globus ange­tre­ten. Im Januar 2008 freuten sich die Soft­ware­ent­wick­ler, den zehn Mil­lions­ten Abon­nen­ten begrüßen zu dürfen. Es sind vor allem der endlose Hand­lungs­strang, die anspre­chende Grafik und medi­tative Musik, die „WoW” so attrak­tiv machen.

So erfolg­reich wie das Spiel ist, so umstrit­ten ist es jedoch aus der Sicht von Sucht­exper­ten. Doro­thee Mücken, Mit­arbei­terin im Prä­ven­tions­pro­jekt Online-Sucht der Dro­gen­hilfe Köln, erklärt: „'World of War­craft' ist ja nur eines von vielen Online-Spielen. Diese einfach zu ver­teu­feln, wäre sicher­lich der falsche Weg. Man muss aber auch sagen, dass sie ins­beson­dere für Jugend­liche nicht unge­fähr­lich sind. Die Spieler werden häufig relativ schnell zeit­lich und psy­chisch völlig ver­ein­nahmt.”

Süchtige ordnen dem Spiel ihren ganzen Tage­sab­lauf unter, wodurch es in der Schule oder am Arbeits­platz zu Pro­ble­men kommen kann, wie auch Matt­hias L. aus eigener Erfah­rung berich­ten kann: „Ich habe immer öfter abends, nachts und das ganze Woche­nende hin­durch gespielt und hatte keine Zeit für essen oder duschen. Außer Zocken hat mir nichts mehr Spaß gemacht. Dadurch habe ich nicht nur irgend­wann meine Freun­din, sondern auch meinen Aus­bil­dungs­platz ver­loren.”

Nach Beo­bach­tung von Mücken sind Spiel­zei­ten von 50 und mehr Wochen­stun­den bei exzes­siven Spie­lern keine Sel­ten­heit. „Diese Zeit muss natür­lich woan­ders ein­gespart werden. Zudem müssen sich die Spieler irgend­wann zu Gruppen, den "Gilden", zusam­mensch­ließen. Diese treffen sich dann zu festen Ter­minen, um gemein­sam zu spielen. Das alles kann zu einem enormen Grup­pen­druck führen.”

Da es sich bei der Computerspielsucht um eine soge­nannte Ver­hal­tens­sucht handelt, muss sie anders the­rapiert werden als etwa eine Drogen- oder Alko­hol­sucht. „Grundsätz­lich muss man jeden Fall indi­vidu­ell betrach­ten”, erklärt die Exper­tin. „Wichtig ist, dass der Betrof­fene wieder in der Rea­lität ver­fes­tigt wird und dass die Angehö­rigen und Freunde Inter­esse zeigen.”

Die Dro­gen­beauf­tragte der Bun­des­regie­rung, Sabine Bätzing, bestätigt dies: „Wir erhal­ten aus unseren Bera­tungs­stel­len eine rasant zuneh­mende Anzahl von Rück­mel­dun­gen, dass sich ins­beson­dere Eltern und Lehrer über das für sie völlig neue Thema infor­mie­ren wollen”, sagt Bätzing. „Leider sind aber viele Berater auf­grund feh­len­der Medien­kom­petenz über­for­dert. Hier müssen wir anset­zen, denn unsere Mit­arbei­ter können nur ihren Auftrag erfül­len, wenn sie gut qua­lifi­ziert sind.”

Matthias hat mittlerweile eingesehen , dass er die Situa­tion in der Ver­gan­gen­heit nicht mehr unter Kon­trolle hatte. „Ich habe es anfangs gar nicht gemerkt. Erst jetzt, wo ich seit knapp vier Monaten nicht mehr gezockt habe, sehe ich, dass mir mein Leben völlig ent­glit­ten war. Ich hoffe, dass ich bald wieder eine Lehr­stelle bekomme und dieses Kapitel end­gül­tig absch­ließen kann.” Von Marco Hadem, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/04/04/service/computer/t/rzo414850.html
Freitag, 04. April 2008, 13:16 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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