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Mittwoch, 12. Aug. 20

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Computer statt Couch - Psychotherapie über das Internet

Ams­ter­dam - Bart Schrie­ken ist kli­nischer Psy­cho­loge in Ams­ter­dam.

Therapie übers Internet

In den Nie­der­lan­den ist eine Psycho­behand­lung am Com­puter möglich. (Bild: dpa)

Er hat schon zahl­rei­che Pati­enten erfolg­reich behan­delt, doch viele von ihnen hat er nie gesehen.

Schrieken ist Mitbegründer von „Inte­rapy”, einer vir­tuel­len Praxis zur Behand­lung psy­chi­scher Erkran­kun­gen mit den Mög­lich­kei­ten des Inter­nets. Eine per­sön­liche Begeg­nung zwi­schen Patient und The­rapeut gibt es dabei nicht. Ein Unding für Tra­ditio­nalis­ten, doch in den Nie­der­lan­den zahlen sogar die Kran­ken­kas­sen für die Psycho­behand­lung am Com­puter.

Vor zehn Jahren began­nen Schrie­ken und sein Pro­fes­sor Alfred Lange mit der Ent­wick­lung dieser The­rapie­form. Auch damals schon ließ sich see­lischer Rat zum Bei­spiel per E-Mail besor­gen. Doch derart anonyme Metho­den wollten die Gründer von „Inte­rapy” nicht: „Wir haben von Anfang an gesagt, wenn man das gut machen will, muss man genau wissen, wer auf der anderen Seite sitzt”, sagt Schrie­ken in seinem Büro direkt neben der Uni­ver­sität von Ams­ter­dam. Vor Beginn einer Inter­net-The­rapie muss der Patient deshalb einen aus­führ­lichen Fra­gebo­gen beant­wor­ten, es folgt ein detail­lier­tes Tele­fon­gespräch.

Erst dann wird entschieden , ob der Betrof­fene sich für diese Behand­lung eignet. „Wir bieten kein All­heil­mit­tel”, betont Schrie­ken. „Wir bieten Behand­lung für eine Gruppe von Pati­enten, die nicht psy­cho­tisch sind, nicht selbst­mord­gefähr­det. Diese kann man nicht an den Com­puter setzen, die müssen wirk­lich jeman­den sehen.” Falls ein Patient nicht von „Inte­rapy” ange­nom­men werden kann, so wird ihm das erklärt und ihm geraten, gemein­sam mit seinem Haus­arzt - der ihn in aller Regel auch über­wie­sen hat - nach einer anderen The­rapie­form zu suchen. Etwa 17 Prozent aller Anträge werden abge­wie­sen, sagt Schrie­ken. Nimmt „Inte­rapy” den Pati­enten an, so wird ein mit Pass­wort gesi­cher­ter Bereich auf der Website der Praxis für ihn geöff­net - das vir­tuelle Sprech­zim­mer. Hier stellt der The­rapeut Auf­gaben, die schrift­lich zu erfül­len sind - zweimal in der Woche soll der Betrof­fene jeweils etwa eine Stunde daran arbei­ten.

„Wenn man weiß, was die ent­schei­den­den Bestand­teile einer The­rapie sind, dann gibt es ver­schie­dene Mög­lich­kei­ten, sie zu gestal­ten”, erläu­tert Schrie­ken. So sei es zum Bei­spiel unab­ding­bar für trau­mati­sierte Pati­enten, zu dem Ereig­nis zurück­zukeh­ren, das das Trauma aus­gelöst hat. „Man kann mit dem Pati­enten an den Ort des Gesche­hens gehen, man kann sich mit ihm im Gespräch dorthin zurück­ver­set­zen, man kann ihn darüber schrei­ben lassen.” Die letz­tere Methode wendet „Inte­rapy” an. Bei der Trau­mabe­hand­lung ist der Erfolg beson­ders gut, nur fünf Prozent der Pati­enten brechen die auf sechs Wochen ange­legte The­rapie vor­zei­tig ab. Von den depres­siven Pati­enten steigt ein Fünftel vor­zei­tig aus. Im Ver­gleich zu anderen Metho­den ist das laut Schrie­ken ein gutes Ergeb­nis.

Schrieken hat mit demselben The­rapie­plan Trau­mapa­tien­ten sowohl übers Inter­net als auch im per­sön­lichen Gespräch behan­delt und fest­gestellt: „Bei 'Inte­rapy' kommen sie oft schnel­ler auf den Kern ihrer Pro­bleme als im Gespräch.” Das Ergeb­nis beider The­rapien sei etwa gleich, aber im Inter­net stelle sich der Erfolg schnel­ler ein. Die Schwelle, die vor der The­rapie über­wun­den werden muss, sei gerin­ger als bei der Behand­lung von Ange­sicht zu Ange­sicht. „Das ganze soziale Ritual, um Ver­trauen auf­zubauen, ent­fällt.”

„Inte­rapy” will sein Behand­lungs­ange­bot aus­wei­ten. Trauma, Depres­sion, Burn-out am Arbeits­platz, Trauer, Schocker­leb­nisse stehen bereits auf dem Pro­gramm. Derzeit erpro­ben die The­rapeu­ten eine Behand­lung von Bulimie-Pati­enten. „Eine ganz schwie­rige Gruppe, aber es wird gehen”, sagt Schrie­ken. In Kürze soll die Behand­lung von jugend­lichen Opfern sexu­eller Gewalt in eine Pro­bephase gehen. Schrie­ken lobt die offene Haltung der Nie­der­lande gegenü­ber der Inter­net-Medizin. Aller­dings werde es immer wich­tiger werden, die Spreu vom Weizen zu trennen. Von Thomas P. Spieker, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/03/19/service/gesundheit/t/rzo410875.html
Mittwoch, 19. März 2008, 12:22 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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