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Mittwoch, 12. Aug. 20

Berlin - Die Arbeit­neh­mer in Deutsch­land melden sich immer sel­tener krank. In den ersten drei Monaten 2008 sank der Kran­ken­stand auf 3,4 Prozent - im ersten Quartal des Vor­jah­res waren es noch 3,7 Prozent.

Neu-Isen­burg - Dia­beti­kerin­nen dürfen laut Exper­ten zum Abneh­men nicht einfach ihre Insu­lin­dosis ver­rin­gern. Dieser Trick sei lebens­gefähr­lich und erhöhe das dia­betes­bedingte Ster­beri­siko auf das Drei­fache...

Stutt­gart - Über­gewich­tige und Raucher kosten das Gesund­heits­wesen weniger Geld als schlanke Nicht­rau­cher. Das berich­tet die Zeit­schrift „Bild der Wis­sen­schaft” in ihrer Mai-Ausgabe unter Beru­fung auf eine...

Stutt­gart - Wollen Outdoor-Freunde unter freiem Himmel über­nach­ten, sollten sie vor dem Schla­fen unbe­dingt etwas essen. Denn damit der Körper über Nacht warm bleibt, benötigt er Brenn­stoff in Form von Nahrung...

Leipzig - Frauen in den Wech­sel­jah­ren sollten nach Exper­ten­mei­nung nicht über einen län­geren Zeit­raum Iso­fla­von-Präpa­rate ein­neh­men. Die posi­tive Wirkung der Nah­rungs­ergän­zungs­mit­tel sei nicht aus­rei­chend belegt...

Wies­baden - Eine Unter­funk­tion der Schild­drüse ist bei älteren Men­schen oft schwer zu erken­nen. Die typi­schen Anzei­chen ähnel­ten den nor­malen Alter­ser­schei­nun­gen, teilt der Berufs­ver­band Deut­scher Inter­nis­ten (BDI) in...

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Online-Apotheken bringen Arzneipreise in Bewegung

Hamburg/Mainz - Ein paar Mausklicks und schon spuckt die Such­maschine das Ergeb­nis aus. „40 Prozent Erspar­nis.

Online-Apotheke

Neun Prozent aller erwach­senen Deut­schen kaufen laut der For­schungs­gruppe Wahlen bei Online-Apo­the­ken ein. (Bild: dpa)

Das lohnt”, sagt Andrea Schmidt. Die 38-jährige Ham­bur­gerin braucht ein Medi­kament gegen ihre hart­näckige Bron­chi­tis.

In der Apotheke um die Ecke kosten 100 Kapseln des Hus­ten­lösers - wie vom Her­stel­ler emp­foh­len - 26,81 Euro. Beim Online-Arz­neihänd­ler zahlt sie dafür 15,86 Euro. Um das knappe Fami­lien­bud­get zu schonen, ordert die drei­fache Mutter Arznei fast immer über Ver­san­dapo­the­ken im Inter­net.

Andrea Schmidt gehört zu einer wach­sen­den Gruppe preis­bewus­ster Ver­brau­cher: Neun Prozent aller erwach­senen Deut­schen kaufen inzwi­schen bei Online-Apo­the­ken ein, wie die For­schungs­gruppe Wahlen ermit­telt hat. Denn vor allem in Inter­net ist der Wett­bewerb in Gang gekom­men, seit im Jahr 2004 die Preis­bin­dung für rezept­freie Medi­kamente auf­geho­ben wurde. Etliche kleine Apo­the­ken haben neben­her Online-Shops eröff­net, auch der Dro­gerie-Dis­coun­ter Schle­cker ist gerade in den Ver­sand­han­del ein­gestie­gen. Preis­such­maschi­nen wie „mediz­infuchs.de” oder „medi­preis.de” zeigen in Sekun­den­schnelle den güns­tigs­ten Anbie­ter und die Dif­ferenz zum Ori­ginal­preis.

Da unterbietet ein Apotheker im Schwarz­wald plötz­lich die Pillen-Platz­hir­sche in den Ärz­tehäu­sern von München, Mann­heim oder Mag­deburg. „Rezept­freie Arznei kann bei Ver­san­dapo­the­ken um bis zu 50 Prozent güns­tiger sein”, sagt die Ver­brau­cher­schüt­zerin Sabine Strüder. Meist kommen aber noch Ver­sand­kos­ten hinzu, die erst ab einer bestimm­ten Bestell­summe ent­fal­len. Deshalb rät die Gesund­heits­exper­tin der Ver­brau­cher­zen­trale Rhein­land-Pfalz: „Men­gen­rabatte sollten nie­man­den dazu ver­lei­ten, mehr Medizin als nötig zu kaufen.” Ein Nach­teil - vor allem bei akuten Erkran­kun­gen - könne die Lie­fer­zeit von bis zu drei Tagen sein.

Die Anony­mität im Netz lockt zudem auch beim Arz­nei­han­del Betrü­ger an - Medi­kamen­ten­fäl­scher etwa. Sabine Strüder gibt Tipps, wie man diesen aus dem Weg geht: „Qua­litäts­kri­terien für Online-Apo­the­ken sind, wenn diese ihre Adresse, Tele­fon­num­mer, all­gemei­nen Geschäfts­bedin­gun­gen und die zustän­dige Auf­sichts­behörde im Impres­sum angeben.” Außer­dem sollte es eine Bera­tungs­hot­line geben, die Bestel­lung ver­schlüs­selt erfol­gen. Auch Qua­litäts­sie­gel geben Auf­schluss: Der Bun­des­ver­band deut­scher Ver­san­dapo­the­ken (BVDVA) etwa prüft seine Mit­glie­der und vergibt das Zer­tifi­kat „Sichere Ver­san­dapo­theke”. Und die Bun­des­regie­rung betont auf ihrer Website: „Für legale Ver­san­dapo­the­ken gelten die glei­chen hohen Maßstäbe im Hin­blick auf Ver­brau­cher­schutz und Arz­nei­mit­tel­sicher­heit wie für Apo­the­ken vor Ort.”

Für rezeptfreie Präparate gaben die Bun­des­bür­ger im Jahr 2007 rund 7,5 Mil­liar­den Euro aus. Der Wett­bewerb bei den frei ver­käuf­lichen Tropfen, Salben oder Dragees funk­tio­niert bislang aller­dings nur beim Online-Versand. „Die nie­der­gelas­senen Apo­the­ken halten sich in der Regel nach wie vor an die Her­stel­ler­preise”, stellt Ver­brau­cher­schüt­zerin Strüder fest. Diese Tat­sache hat auch das Bun­des­kar­tell­amt auf den Plan gerufen: Die Wett­bewerbs­hüter ver­häng­ten Anfang des Jahres Geld­bußen gegen neun Lan­des­apo­the­ker­ver­bände und zwei Phar­makon­zerne wegen ille­galer Preis­abspra­chen. Der Gedanke des Wett­bewerbs habe sich bei Apo­the­kern und Arz­nei­mit­tel­her­stel­lern noch nicht aus­rei­chend durch­gesetzt, kri­tisierte Kar­tell­amtsprä­sident Bern­hard Heitzer.

Drei Tage nach der Online-Bestel­lung bei einer Apo­theke im Fran­ken­wald hat Andrea Schmidt ihre pflanz­lichen Hus­ten­löser im Post­kas­ten - ohne Bera­tung vom Apo­the­ker, aber bil­liger. Die mit­geschickte Rech­nung über­weist sie am PC und schickt gleich eine neue Bestel­lung ab. Augen­salbe für ihren Vater. Erspar­nis zum Laden­preis hier: 49,5 Prozent.

INFO: Der Arz­nei­mit­tel­markt in Deutsch­land

Im ver­gan­genen Jahr gaben Ver­brau­cher in Deutsch­land rund 37 Mil­liar­den Euro für Arz­nei­mit­tel aus. Nach Angaben des Markt­for­schungs­unter­neh­mens ACNiel­sen waren das 7,5 Prozent mehr als 2006. Vier von fünf Arz­neien wurden auf Rezept in einer Apo­theke gekauft. Auch rezept­freie Medi­kamente wurden mehr als im Vorjahr erwor­ben. Immer häu­figer werden sie im Inter­net bestellt. Inzwi­schen nutzen der For­schungs­gruppe Wahlen zufolge neun Prozent aller Erwach­senen Online-Apo­the­ken.

Auch der Umsatz mit Produkten zur Selbst­medi­kation - keine Arz­nei­mit­tel - stieg leicht an. Das Arz­nei­mit­tel­ver­zeich­nis für Deutsch­land, die „Rote Liste”, enthält mehr als 8800 Ein­träge. Dar­unter viele nur selten ver­wen­dete Medi­kamente. Nach Angaben der gesetz­lichen Kran­ken­kas­sen ent­fal­len 90 Prozent der ärzt­lichen Ver­ord­nun­gen auf nur 1850 Mittel. Die Zahl der Apo­the­ken in Deutsch­land ist mit rund 21 500 seit Jahren stabil.

Preis­such­maschine I: www.mediz­infuchs.de

Preis­such­maschine II: www.medi­preis.de

Ver­brau­cher­zen­trale Rhein­land-Pfalz: www.ver­brau­cher­zen­trale-rlp.de

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/04/02/service/gesundheit/t/rzo414095.html
Mittwoch, 02. April 2008, 10:16 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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