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Mittwoch, 12. Aug. 20

FastenBad Pyrmont - Die damp­fende klare Gemü­sebrühe am Mittag ist für Susanne Ziem-Fleisch­hauer ein Gedicht. Die Bouil­lon ist neben einem Frucht­saft am Abend, Mine­ral­was­ser und Kräu­ter­tees für zehn Tage ihre einzige Nahrung.

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Neuer Wellness-Trend: Fasten nach Buchinger

Bad Pyrmont - Die damp­fende klare Gemü­sebrühe am Mittag ist für Susanne Ziem-Fleisch­hauer ein Gedicht.

Fasten

Eine Pati­entin trinkt während einer Fasten-Kur ein Glas Wasser. (Bild: dpa)

Die Bouil­lon ist neben einem Frucht­saft am Abend, Mine­ral­was­ser und Kräu­ter­tees für zehn Tage ihre einzige Nahrung.

Bereits seit 1991 zieht sich die Leh­rerin aus der Nähe von Düs­sel­dorf min­des­tens einmal pro Jahr in die Klinik Dr. Otto Buchin­ger in Bad Pyrmont zurück. „Das Fasten ist wie ein Jung­brun­nen für mich”, schwärmt die Mutter zweier erwach­sener Kinder. Während christ­liche Motive beim frei­wil­ligen Ver­zicht vor Ostern kaum noch eine Rolle spielen, ent­decken immer mehr Men­schen die Jahr­zehnte alte natur­medi­zini­sche Methode des Heil­fas­tens als Well­ness-Trend.

„Zu uns kommen ver­mehrt Geschäfts­leute, die sich eine Auszeit gönnen wollen: Russen, Araber und natür­lich Deut­sche”, berich­tet Kli­nik­lei­ter Andreas Buchin­ger. Sein berühm­ter Großva­ter Otto Buchin­ger (1878-1966), der Begrün­der des Heil­fas­tens, hat das Sana­torium 1936 in dem nie­der­säch­sischen Staats­bad im Weser­ber­gland gegrün­det. „Bad Pyrmont ist das Tal der hei­len­den Quellen - das wussten schon die Ger­manen und Römer”, erklärt der Medi­ziner, der das am Wald gele­gene Haus in dritter Gene­ration führt. Von dem ener­gie­rei­chen Ort gehe per se hei­lende Wirkung aus, ver­sichert er.

Der 59 Jahre alte Internist und Arzt für Natur­heil­ver­fah­ren tritt in Zeiten von Fast­food und Fer­tig­gerich­ten beinahe missio­narisch für das Fasten und eine mög­lichst fleisch­arme Ernährung ein. Im Inter­net beant­wor­tet er Fragen von Leuten, die privat, in Volks­hoch­schul-Kursen oder Kir­chen­gemein­den fasten. Hun­dert­tau­sende sind es seiner Schät­zung nach jähr­lich in Deutsch­land. „Wir raten unbe­dingt zur ärzt­lichen Beglei­tung”, sagt er. Wer aus gesund­heit­lichen Gründen nicht fasten darf, etwa weil er bestimmte Medi­kamente nehmen muss, erhält Bio-Kost - die Zutaten stammen teils aus dem eigenen Garten.

Patientin Susanne Ziem-Fleisch­hauer genießt das Verwöhn- und Ent­span­nungs­pro­gramm mit Ayur­veda-Massage, Tai Chi und Qi-Gong, Bädern, fernöst­licher Medi­tation und Wan­derun­gen. „Hunger hat man nur die ersten drei Tage, dann fühlt man sich ganz leicht und frei”, berich­tet sie. „Man fühlt sich unheim­lich wach”, ergänzt Ulrike Mei­sehen, die zum ersten Mal hier ist. Der Verlust von ein paar Pfunden sei ein ange­neh­mer Neben­effekt. 24 Tage ist der Fas­ten­rekord der Rhein­län­derin Ziem-Fleisch­hauer. „Nur meine Schwes­ter kann nicht ver­ste­hen, warum ich so viel Geld für so wenig Essen ausgebe”, erzählt sie lachend, während sie bedäch­tig die heiße Suppe löffelt.

Vorbehalte gab es lange auch seitens der klas­sischen Schul­medi­zin. Die Deut­sche Gesell­schaft für Ernährung (DGE) in Bonn emp­fiehlt jedoch inzwi­schen sogar das Fasten. „Es kann einen Impuls zur Ände­rung des Lebens­stils und Ver­bes­serung der Ernährungs­gewohn­hei­ten geben”, sagt DGE-Ernährungs­wis­sen­schaft­lerin Silke Res­temeyer. Der von Fasten-Fans gerühmte Effekt der „Ent­schla­ckung” sei aller­dings wis­sen­schaft­lich nicht zu bewei­sen. „Bei gesun­den Men­schen sammeln sich keine Schad­stoffe im Körper an”, meint sie.

Der Kli­nik­lei­ter sieht das anders und nennt the­rapeu­tische Effekte, etwa bei All­ergien, Dia­betes oder Rheuma. Diese waren sogar der Aus­gangs­punkt für Otto Buchin­ger (1878-1966). Im Selbst­ver­such heilte sich der Mari­nearzt durch eine drei­wöchige Fas­ten­kur von rheu­mati­scher Arthri­tis - danach wurde das Thema seine Lebens­auf­gabe. Wurde er anfangs noch als „Säfte-Pro­fes­sor” ver­spot­tet, wuchs die Aner­ken­nung als ver­mehrt Pro­minenz bei ihm ein­kehrte. Unter anderem kurte der Vater der sozia­len Markt­wirt­schaft, Ludwig Ehrhard, in Bad Pyrmont. Über heutige pro­minente Fas­tengäste schweigt Buchin­ger eisern: „Wir schüt­zen die Pri­vats­phäre.” Von Chris­tina Sticht, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/04/18/service/gesundheit/wellness/t/rzo418545.html
Freitag, 18. April 2008, 10:22 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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