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Montag, 17. Juni 13
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Nach­rich­ten­sen­der streute vor Pokalfinale das Gerücht

Heidel: Schlimm und respekt­los

Mainz - Eine Falsch­mel­dung zum Thema Jürgen Klopp hat am Samstag große Wellen geschla­gen. Der Nach­rich­ten­sen­der "N 24" sendete wenige Stunden vor dem Pokalend­spiel in Berlin die Nachricht, der 05-Trainer werde zur neuen Saison Nach­fol­ger von Thomas Doll bei Borussia Dortmund.

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Gerüchte um den Trainer sorgen für Ner­vosität bei den 05-Fans. Dabei hat Jürgen Klopp (hier bei der Auto­gramm­stunde mit den 05-Anhängern vor dem Wehen-Spiel) angekün­digt, bis zum 18. Mai mit keinem Verein Gespräche zu führen.

Die Meldung ver­brei­tete sich wie ein Flächen­brand. Am Sams­tagnach­mit­tag, wenige Stunden vor dem Anpfiff des Deutschen Pokal­fina­les in Berlin, ver­öffent­lichte der Nach­rich­ten­sen­der "N 24" auf seinem Live-Ticker via Fern­seh­bild die Mär, Jürgen Klopp werde in der neuen Saison Nach­fol­ger von Thomas Doll bei Borussia Dortmund. Der TV-Sender bezog sich dabei auf "interne Dort­mun­der Kreise" als Quelle. Innerhalb kürzester Zeit stürzten sich diverse Online-Medien auf dieses Gerücht und ver­öffent­lich­ten die aben­teu­erlichs­ten Versionen dieser Spe­kula­tion.

Dementis ignoriert

Inter­essant dabei: Dementis wollte eigent­lich keiner der Internet-Dienste gelten lassen. Zwar zitierten die meisten Meldungen BVB-Geschäfts­füh­rer Hans-Joachim Watzke mit den Worten: "Wir haben mit keinem Trainer gespro­chen. Wir haben schließ­lich einen", doch diese Aussage, so "Spiegel-Online" könne man als taktisch motiviert abtun, schließ­lich habe der BVB so kurz vor dem Finale kein Interesse an aus­ufern­den Per­sonal­debat­ten. "Goal.com" hin­ter­fragte Watzkes Ein­las­sung: "Nur noch ein Lip­pen­bekennt­nis?" und behaup­tete, für Klopp wäre das Trai­ner­amt in Dortmund so etwas wie ein Traumjob, weil Klopp ein BVB-Fan sei. Denn der 05-Trainer habe mehrfach geäußert, dass er die Stimmung dort "einfach nur geil" finde.

Vor der Partie der Dort­mun­der gegen Bayern München am Abend sagte der 40-Jährige, der als ZDF-Experte vor Ort war, selbst lachend, er bleibe natürlich bei seinem Ver­spre­chen, bei einem Aufstieg am Bruchweg zu bleiben. Er wisse auch nicht, woher jetzt schon jemand wissen wolle, dass sein Klub nicht aufsteige. Außerdem hat Klopp seit jenem Tag, als er seine Ent­schei­dung im Rahmen einer Pres­sekon­ferenz ver­kün­dete, immer wieder betont, dass er bis zum 18. Mai, dem letzten Spieltag in der Zweiten Liga also, keine Gespräche mit anderen Vereinen führe.

Die ständigen Gerüchte muss der Fuß­ball­leh­rer im Grunde als Unver­schämt­heit empfinden. Auch dass seine Erklärun­gen, von diversen Medien offenbar als Wor­thül­sen abgetan werden, dürfte Klopp nicht gefallen. Solche Spe­kula­tio­nen wie die am Samstag unter­stel­len dem 05-Trainer eindeutig, er würde nicht zu seinem Wort stehen. Nach dem Motto, wenn nur das richtige Angebot komme, gehe Klopp sowieso. Unab­hän­gig davon, was der 40-Jährige auch ver­spro­chen haben mag. Als ob Klopp in den vielen Jahren in Mainz jemals seine Ver­spre­chen gebrochen hätte.

Heidel: "Ich kann das nicht mehr hören"

"Ich empfinde das in erster Linie respekt­los Thomas Doll gegenüber", sagte Christian Heidel gestern verärgert. "Fünf Stunden vor einem Pokalend­spiel so etwas zu ver­öffent­lichen. Und dann noch bei einem Nach­rich­ten­sen­der, der seriös sein will." Dass sich außerdem viele solcher Falsch­mel­dun­gen auf so genannte "interne Kreise" beziehen, stieß dem 05-Manager sauer auf. "Ich kann das nicht mehr hören."

Man müsse sich doch nur dieses Szenario einmal vor­stel­len. In irgend­einem Gremium des Bun­des­ligis­ten Borussia Dortmund machten sich Funk­tionäre nach der Nie­der­lage gegen Hannover 96 unter der Woche Gedanken darüber, was nach dieser ver­korks­ten Bun­des­ligasai­son beim BVB geschehen müsse. "Und irgend­einer der Herren sagt: Mensch, eigent­lich müssten wir ja den Klopp holen", sinnierte Heidel, "Prompt gibt es eine Meldung, Klopp sei als Doll-Nach­fol­ger im Gespräch."

Der einzige Trost in dieser Ange­legen­heit sei jedoch die Tatsache, dass jeder, der Jürgen Klopp kenne, wisse, dass diese ganzen Gerüchte jeglicher Grundlage ent­behr­ten. Mainz 05 lebe seit Jahren mit diesem Umstand, dass sein Trainer ständig irgendwo in Gesprächen stecken soll.

Mainz 05 muss sich damit abfinden

"Ich weiß aber, dass Klopp diese Sache sehr unan­genehm war und sein Verhalten Thomas Doll gegenüber erschwert. Kloppo kann ja nichts dafür, aber wie denkt ein Kollege über so etwas?" Doll erklärte nach der 1:2-Nie­der­lage in Berlin am späten Abend: "Ich finde es einfach respekt­los, dass man sich in der heutigen Medien­land­schaft selbst an einem Finaltag Gedanken über einen Trainer macht."

Mainz 05 selbst, so Heidel, müsse sich damit abfinden. "was sollen wir dagegen tun? Bei uns in Mainz führt dieses Gerede zu keiner Unruhe", sagte Heidel. "Sowohl der Verein als auch unsere Mann­schaft können damit umgehen, weil wir darin Übung haben. Das hat uns in der Ver­gan­gen­heit nicht gestört und wird uns auch in der Zukunft nicht stören."

Jörg Schneider


http://rhein-zeitung.de/on/08/04/21/sport/r/mainz-1.html
Montag, 21. April 2008, 10:40 © RZ-Online (aj)
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