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Montag, 17. Juni 13

Jimmy Carter Damas­kus - Die radikal-isla­mische Paläs­tinen­ser­orga­nisa­tion Hamas lehnt eine Aner­ken­nung des Staates Israel unver­ändert ab. Das bekräf­tigte ihr Polit­büro-Chef Chaled Meschaal am Montag in Damas­kus.

Dalai Lama Paris - Der Dalai Lama, das reli­giöse Ober­haupt der Tibeter, ist zum Ehren­bür­ger von Paris ernannt worden. Nur die Sozia­lis­ten und Grünen im Rat der franzö­sischen Haupt­stadt stimm­ten dafür...

Berlin - Mit mehr steu­erli­chen Anrei­zen und Bran­chen­fonds will die Koali­tion die seit Jahr­zehn­ten schlep­pende Betei­ligung von Arbeit­neh­mern an ihrem Unter­neh­men ankur­beln.

Berlin - Die SPD hat unge­ach­tet anhal­ten­der Wider­stände an der Basis die Weichen für den Bör­sen­gang der Deut­schen Bahn gestellt. Fast ein halbes Jahr nach dem tur­bulen­ten Par­tei­tag in Hamburg stimm­ten SPD-Führung und...

Berlin - Mit seiner For­derung nach mehr Rente für Gering­ver­die­ner hat Nord­rhein-West­falens Minis­ter­prä­sident Jürgen Rütt­gers (CDU) einen neuen Rich­tungs-Streit in der Union aus­gelöst.

Madrid/Sanaa - Gleich zweimal inner­halb von 24 Stunden schlu­gen Piraten zu: Zwei Wochen nach der Kape­rung einer franzö­sischen Luxus­jacht haben Seeräu­ber vor der Küste Soma­lias einen spa­nischen Fisch­kut­ter mit 26...

 Das Thema des Tages 

Kampf gegen höhere Lebensmittelpreise

Berlin - Im Kampf gegen die welt­weit dras­tisch stei­gen­den Lebens­mit­tel­preise werden auch in Deutsch­land die Rufe nach einer Agrar­wende lauter.

Ein Löffel Hoffnung

Auf Mada­gas­kar füttert eine Mutter ihr unte­rernähr­tes Kind in einem Zentrum, welches von der deut­schen Hilfs­orga­nisa­tion GAA gelei­tet wird. (Archiv­bild)

Bundesentwicklungsministerin Hei­dema­rie Wiec­zorek-Zeul (SPD) legte am Montag einen „Neun-Punkte-Plan” vor, der unter anderem einen vor­über­gehen­den Stopp der Ver­wen­dung von Getreide und Ölfrüch­ten zur Pro­duk­tion von Agrar­treib­stof­fen vor­schlägt. Biosprit gilt als einer der stärks­ten Preis­trei­ber bei Grund­nah­rungs­mit­teln. Agrar­minis­ter Horst See­hofer (CSU) bekräf­tigte seine For­derung einer Wende der Agrar­poli­tik. Der einzige Ausweg aus der Krise sei eine höhere Nah­rungs­mit­tel­pro­duk­tion.

Der Preisindex für Nahrungsmittel stieg nach Zahlen der Wel­ternährungs­orga­nisa­tion (FAO) von März 2007 bis März 2008 um 57 Prozent. Darauf verwies das Ent­wick­lungs­minis­terium. Bei Reis habe die Stei­gerung allein in den ver­gan­genen beiden Monaten 75 Prozent und bei Weizen im ver­gan­genen Jahr 120 Prozent betra­gen. Der Anstieg treffe vor allem die Ärmsten der Armen. Bereits heute litten 850 Mil­lio­nen Men­schen an Hunger.

Die Wel­thun­ger­hilfe setzt zur Bekämp­fung der Lebens­mit­tel­krise vor allem auf eine wirt­schaft­lichere Nutzung der Land­wirt­schaft in den Ent­wick­lungs­län­dern. Die Vor­sit­zende Inge­borg Schäu­ble erklärte, die Lösung liege nicht darin, „dass wir im Norden Über­schüsse pro­duzie­ren und diese dann erneut zu bil­ligen sub­ven­tio­nier­ten Preisen in die Ent­wick­lungs­län­der schi­cken”. Die Ver­gan­gen­heit habe gezeigt, dass so die Märkte dort und die Exis­tenz vieler Klein­bau­ern zer­stört würden.

Das Entwicklungsministerium bezeichnete es als „wich­tigs­tes Ziel”, die Pro­duk­tivität bei der Lebens­mit­tel­her­stel­lung in den ärmeren Ländern mög­lichst umge­hend deut­lich zu stei­gern. Außer­dem müsse am Ziel des end­gül­tigen Abbaus von Exports­ubven­tio­nen im Rahmen der Welt­han­dels­orga­nisa­tion (WTO) fest­gehal­ten werden. Dieser Vor­schlag fand auch Anklang bei See­hofer. Das Ziel der deut­schen und europäi­schen Politik sei es, dass die Lebens­mit­tel bezahl­bar und hoch­wer­tig blieben, sagte er. „Die einzige Antwort auf den Druck bei Nah­rungs­mit­teln, die es in Zukunft gibt, ist aus­rei­chende Nah­rungs­mit­tel zu pro­duzie­ren welt­weit.” Er warb für einen Anbau nach­wach­sen­der Roh­stoffe mit Augen­maß.

Der Grünen-Bun­des­vor­stand kri­tisierte die Agrar­poli­tik der EU und Nord­ame­rikas. Durch deren Zoll­bestim­mun­gen und Exports­ubven­tio­nen sei die Land­wirt­schaft in vielen Ent­wick­lungs- und Schwel­len­län­dern geschwächt oder sogar zer­stört worden, heißt es in einem am Montag gefass­ten Beschluss. Grünen-Chefin Claudia Roth sprach von einer „völlig ver­fehl­ten Agrar­poli­tik der EU”.

Der Geschäftsführer der Ver­brau­cher­orga­nisa­tion Food­watch, Thilo Bode, bemän­gelte in der ARD, die Indus­tri­elän­der sub­ven­tio­nier­ten jeden Tag ihr Agrar­sys­tem mit einer Mil­liarde Dollar. Dies seien rund 350 Mil­liar­den Dollar (219 Mil­liar­den Euro) im Jahr. „Die gesamte Ent­wick­lungs­hilfe macht gerade 80 Mil­liar­den Dollar (50 Mil­liar­den Euro) aus. Mit diesem Irrsinn muss Schluss sein.”

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/08/04/21/tt/t/rzo419362.html
Montag, 21. April 2008, 22:10 © RZ-Online (NewsDesk)
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