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Montag, 17. Juni 13
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RZ-Serie: Bestattungskultur im Wandel

Exklusive Diamant- oder Weltall-Bestat­tun­gen

Moderne Gräber: Kosmos oder Kompost?

Immer mehr Menschen wünschen sich eine indi­vidu­elle Bestat­tung, darauf haben auch die Bestatter reagiert. Obwohl es in Deutsch­land strenge Bestat­tungs-Regeln gibt, kann man seine "letzte Reise" heut­zutage in allen Elementen - notfalls über Umwege ins Ausland - antreten: zu Feuer, zu Erde, zu Wasser, ins All oder kom­pri­miert als Diamant.

Eine exklusive Form ist die soge­nannte Diamant-Bestat­tung. Hierbei werden aus einem Teil der Asche Edel­steine gepresst. In Deutsch­land müssen alle Toten beerdigt werden - um dieses Gesetz zu umgehen, muss die Asche in ein liberales Nach­bar­land wie die Schweiz gebracht werden. Hier werden dann unter hohem Druck und hoher Tem­pera­tur Roh­dia­man­ten gefertigt, die in ver­schie­dene Formen geschlif­fen werden und dann als Ring oder Kette getragen werden können. Kosten: bis zu 13.000 Euro. Auch die Luft­bestat­tung ist in Deutsch­land nicht erlaubt, dennoch bieten auch deutsche Bestatter sie an. Die Asche wird dafür bei­spiels­weise nach Frank­reich gebracht - und dort aus einem Heißluft­bal­lon über einem Wald­gebiet verstreut.

Nicht mehr ganz so unge­wöhn­lich ist die See­bestat­tung. Hierbei wird nach der Einä­sche­rung die Urne außerhalb der Drei-Meilen-Zone dem Meer übergeben. Für diese Bestat­tungs­art sind geson­derte Urnen vom Schiff­fahrt­samt vor­geschrie­ben. Diese werden hin­sicht­lich der Auf­lös­bar­keit im Meer speziell für die Nord- und Ostsee gefertigt.

Die Wel­traum­bestat­tung ist selbst­redend die teuerste Variante: Die Urne mit einem Teil der Asche des Ver­stor­benen wird dabei mit einer Rakete in den Weltraum geschos­sen, zum Beispiel in die Erd- oder die Mond­umlauf­bahn.

Neueste Erfindung: die öko­logi­sche Bestat­tung. Diese geht zurück auf die schwe­dische Biologin Susanne Wiigh-Mäsaks. Sie hat eine Art Kom­pos­tie­rung des Leichnams ent­wickelt, das Verfahren wird Pro­mes­sion genannt. Der Tote wird in flüssigem Stick­stoff auf minus 196 Grad tief­gefro­ren. Dabei zerfällt der Körper in ein Pulver, das gefiltert und von Fremd­stof­fen wie Queck­sil­ber und anderen Metallen, etwa aus künst­lichen Gelenken, befreit wird. In einem Sarg aus Mais- oder Kar­tof­felstärke werden die Überreste in 40 Zen­time­tern Tiefe bei­gesetzt. Dort löst sich das Pulver samt Bio-Sarg binnen sechs bis zwölf Monaten völlig auf. Bisher wurde eine Pro­mes­sion von Menschen in Schweden aller­dings noch nicht durch­geführt.

Rhein-Zeitung


http://rhein-zeitung.de/on/08/04/25/rlp/r/bestattungI-7.html
Freitag, 25. April 2008, 16:26 © RZ-Online (aj)
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